Europa im Blut mit Nini Tsiklauri
Georgien, Ungarn, Deutschland, Österreich und bald Brüssel?
40 Minuten
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Beschreibung
vor 6 Jahren
Nini Tsiklauri läutet den Auftakt unserer Serie zu Europa ein. Über
die nächsten Wochen werden hier Menschen ins Gespräch geladen, die
aus Wirtschaft, Kultur, Zivilgesellschaft, Wissenschaft, Startups,
NGO und mehr einen anderen Blick auf Europa haben. Wir stellen
ihnen alle drei Fragen: Wie denken wir Europa von Grund auf neu?
Welches eine Gesetz würden sie auf Europaebene beschließen? Was hat
sie politisiert? Die deutsche Staatsbürgerin ist in Georgien
geboren, in Ungarn und Deutschland aufgewachsen, nun studiert und
lebt sie in Wien. Als nächsten Halt plant sie Brüssel, Tsiklauri
kandidiert für die Wahlen zum Europaparlament. Ein Gespräch über
Europa als Lebenseinstellung, warum es so trotzdem nicht
weitergehen kann und was sie als ihre Identität sieht. Am Puls des
Kontinents Tsiklauri hat einen Lebenslauf, in den kaum mehr Europa
passt. Woher das Engagement und die Begeisterung? „Das hat bei mir
sicher was mit meinem georgischen Hintergrund zu tun. In den 90ern
sind meine Eltern mit mir nach Ungarn ausgewandert, das war ein
wahnsinniger Unterschied“. Auch wenn Ungarn nicht Vorreiter in
Technologie oder Infrastruktur war, ist es Georgien weit voraus.
Stetig fließendes Wasser oder eine stabile Stromversorgung waren in
der Schule in Tiflis die Ausnahme, sagt Tsiklauri. Trotzdem wandern
die Eltern wieder zurück nach Georgien, aufgrund der feindseligen
Einstellung gegenüber Migranten. Auch dieser Halt währt nicht
lange, mit zehn Jahren geht es nach Deutschland wegen dem Studium
ihrer Eltern. Tsiklauri lernt Deutsch, findet Gefallen am
Schauspiel und wird bald eine Größe in der Kinderunterhaltung. „Auf
einer Konferenz in Bukarest habe ich die Kanzlerin Angela Merkel
gebeten, meinem Land beizustehen. Sie war perplex, aber das war
mein erster Kontakt mit der Politik“. Während eines Urlaubs in
Georgien bricht 2008 der Krieg aus, ihre Familie schafft es, heil
durch das Epizentrum und flieht über die Türkei. Politisierung
später Ein prägender Moment, wie sie schon oft erzählt habe.
Trotzdem nicht der Moment, der sie endgültig politisiert hat. „Ich
habe zwar begonnen mich in Jugendparlamenten zu engagieren, aber
erst als ich mich aktiv dafür entschied, meine Schauspielkarriere
zu beenden, kommt der Stein ins Rollen“. Es folgt das Jahr 2016,
das Jahr des Brexits. Trotz all der positiven Erfahrungen und
Begeisterung für Europa, sorgt erst der Moment der Spaltung für die
endgültige Politisierung. Tsiklauri initiiert die Bewegung Pulse of
Europe in Wien: „Ich hatte richtige Angst davor, auf der Straße mit
Fremden zu reden, aber nach dem vierten, fünften Mal ging es. Für
etwas – statt gegen etwas – auf Menschen zuzugehen, war auch neu“.
1 von 500.000.000 Die Pulse of Europe Demos sind am Anfang ein
voller Erfolg, hunderte Menschen kommen und diskutieren. „Das war
vor der Wahl, danach ging es bergab. Da kamen nur mehr die
allermotiviertesten, und es gab ein Gefühl von ‚passt schon, wir
haben eh was erreicht‘“. Trotzdem zeigt es ihr, dass man auch als
einer von fünfhundert Millionen Menschen etwas bewegen kann. Diese
Mitarbeit und Verantwortung des Einzelnen ist ihr wichtig, hier
sieht sie auch eine große Möglichkeit: Die Verbindung zwischen EU
und Bürger*innen kann man über eine Reform der Europe Direct
Stellen um einiges verbessern, und dafür gibt es auch mehr als
genug Bedarf, denn: „Europa wird so nicht überleben“.
die nächsten Wochen werden hier Menschen ins Gespräch geladen, die
aus Wirtschaft, Kultur, Zivilgesellschaft, Wissenschaft, Startups,
NGO und mehr einen anderen Blick auf Europa haben. Wir stellen
ihnen alle drei Fragen: Wie denken wir Europa von Grund auf neu?
Welches eine Gesetz würden sie auf Europaebene beschließen? Was hat
sie politisiert? Die deutsche Staatsbürgerin ist in Georgien
geboren, in Ungarn und Deutschland aufgewachsen, nun studiert und
lebt sie in Wien. Als nächsten Halt plant sie Brüssel, Tsiklauri
kandidiert für die Wahlen zum Europaparlament. Ein Gespräch über
Europa als Lebenseinstellung, warum es so trotzdem nicht
weitergehen kann und was sie als ihre Identität sieht. Am Puls des
Kontinents Tsiklauri hat einen Lebenslauf, in den kaum mehr Europa
passt. Woher das Engagement und die Begeisterung? „Das hat bei mir
sicher was mit meinem georgischen Hintergrund zu tun. In den 90ern
sind meine Eltern mit mir nach Ungarn ausgewandert, das war ein
wahnsinniger Unterschied“. Auch wenn Ungarn nicht Vorreiter in
Technologie oder Infrastruktur war, ist es Georgien weit voraus.
Stetig fließendes Wasser oder eine stabile Stromversorgung waren in
der Schule in Tiflis die Ausnahme, sagt Tsiklauri. Trotzdem wandern
die Eltern wieder zurück nach Georgien, aufgrund der feindseligen
Einstellung gegenüber Migranten. Auch dieser Halt währt nicht
lange, mit zehn Jahren geht es nach Deutschland wegen dem Studium
ihrer Eltern. Tsiklauri lernt Deutsch, findet Gefallen am
Schauspiel und wird bald eine Größe in der Kinderunterhaltung. „Auf
einer Konferenz in Bukarest habe ich die Kanzlerin Angela Merkel
gebeten, meinem Land beizustehen. Sie war perplex, aber das war
mein erster Kontakt mit der Politik“. Während eines Urlaubs in
Georgien bricht 2008 der Krieg aus, ihre Familie schafft es, heil
durch das Epizentrum und flieht über die Türkei. Politisierung
später Ein prägender Moment, wie sie schon oft erzählt habe.
Trotzdem nicht der Moment, der sie endgültig politisiert hat. „Ich
habe zwar begonnen mich in Jugendparlamenten zu engagieren, aber
erst als ich mich aktiv dafür entschied, meine Schauspielkarriere
zu beenden, kommt der Stein ins Rollen“. Es folgt das Jahr 2016,
das Jahr des Brexits. Trotz all der positiven Erfahrungen und
Begeisterung für Europa, sorgt erst der Moment der Spaltung für die
endgültige Politisierung. Tsiklauri initiiert die Bewegung Pulse of
Europe in Wien: „Ich hatte richtige Angst davor, auf der Straße mit
Fremden zu reden, aber nach dem vierten, fünften Mal ging es. Für
etwas – statt gegen etwas – auf Menschen zuzugehen, war auch neu“.
1 von 500.000.000 Die Pulse of Europe Demos sind am Anfang ein
voller Erfolg, hunderte Menschen kommen und diskutieren. „Das war
vor der Wahl, danach ging es bergab. Da kamen nur mehr die
allermotiviertesten, und es gab ein Gefühl von ‚passt schon, wir
haben eh was erreicht‘“. Trotzdem zeigt es ihr, dass man auch als
einer von fünfhundert Millionen Menschen etwas bewegen kann. Diese
Mitarbeit und Verantwortung des Einzelnen ist ihr wichtig, hier
sieht sie auch eine große Möglichkeit: Die Verbindung zwischen EU
und Bürger*innen kann man über eine Reform der Europe Direct
Stellen um einiges verbessern, und dafür gibt es auch mehr als
genug Bedarf, denn: „Europa wird so nicht überleben“.
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