Gründen statt schimpfen mit Katharina Zangerl
Jung, politisch Neuling und nehmen sich stark als Europäer*innen
wahr: Wie VOLT als erste paneuropäische Partei ins EU-Parlament
einziehen will.
28 Minuten
Podcast
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Beschreibung
vor 6 Jahren
Über die nächsten Wochen werden hier Menschen zum Gespräch geladen,
die aus Wirtschaft, Kultur, Zivilgesellschaft, Wissenschaft,
Startups, NGO und mehr einen anderen Blick auf Europa haben. Wir
stellen allen drei Fragen: Wie denken wir Europa von Grund auf neu?
Welches eine Gesetz würden sie auf Europaebene beschließen? Was hat
sie politisiert? In der dritten Folge haben wir mit Katharina
Zangerl gesprochen. Sie ist Mitgründerin und im Vorstand von Volt
Österreich, der ersten paneuropäischen Partei. Wie sich junge,
politisch meist unerfahrene Menschen organisieren um an einem
tatsächlich gemeinsamen politischen Europa zu arbeiten. Ein
Gespräch über was es bedeutet, neben einem Vollzeitjob eine Partei
aufzubauen, welche Ideen Volt mitbringt und wieso sie die Kritik
der „Erasmus-Generation“ als Stärke sieht. Im Anschluss lesen Sie
drei Stichpunkte: Europa unter Strom oder die Entstehung von Volt
Vor zwei Jahren beantragten die Briten Artikel 50, der formelle
Beginn des Brexits. An diesem Tag saßen ein Italiener, ein
Deutscher und eine Französin zusammen und bemerkten, wie
zerbrechlich dieses Europa sein kann. Um Populismus und
Auseinanderdriften entgegenzuwirken und jungen Menschen eine Stimme
zu geben, gründeten sie am 29. März 2017 Volt. Keine nationalen
Listen, sondern eine gesamteuropäische Partei, aus der
„Zweigniederlassungen“ in den Ländern entstanden, sagt Zangerl.
„Ein Freund hat mir geschrieben, die suchen Menschen, die das in
Österreich aufziehen“. Zu Beginn sträubt sie bei dem Gedanken,
selbst Politik zu gestalten. „Ich wollte gar nie zu einer Partei,
ich wollte gar nie in die Politik. Ich habe viel geschimpft davor“.
In Wien trifft sie die Gründer Andrea Venzon und Colombe
Cahen-Salvador und ist überzeugt von deren Ideen. „Es war
schlussendlich ein Gefühl der Verantwortung gegenüber meinen
Mitmenschen, mir selber und irgendwann meinen Kindern. Sagen zu
können, ich habe nicht einfach zugeschaut, sondern hab was getan“.
Standpunkte und Policymaking Der Gründer Andrea Venzon beschreibt
die Partei mit den folgenden Worten: „Wir positionieren uns
zwischen Mitte links und Mitte rechts. Auf der wirtschaftlichen
Seite sind wir eher liberal, bei sozialen Fragen sind wir eher
sozialdemokratisch. Generell sind wir an Lösungen orientiert und
nicht an Ideologien“. Die Frage, ob Volt daher nicht nur ein
Sammelbecken für junge Menschen aus mit Erasmus- und
Startuperfahrung sei, stellt sich für Zangerl so nicht. „Es heißt
immer, die jungen interessieren sich nicht für Politik, und wenn
sie es dann tun, passt es auch nicht“. Sie betont auch die
intereuropäischen Möglichkeiten dazu. „Wir müssen nicht alles neu
machen. Die Finnen haben großartige Schulen, die Rumänen sind
Vorreiter in IT-Themen, Österreich hat eine großartige
Umweltpolitik. Wir können voneinander lernen und uns stärken“.
Warum tut man sich Politik an? „Meine Großeltern sind geflüchtet
von Ost- nach Westdeutschland, kurz bevor die Mauer gebaut wurde.
Was mir meine Oma erzählt hat, hat mich komplett verstört. Ein
Parlament entscheidet, dass man seine Familie nicht mehr sehen
darf? Oder dass man heute nicht heiraten kann, wen man möchte?“
Gemeinsam mit einem Studium der Politikwissenschaften beschreibt
Zangerl das als die Gründe, was sie politisiert hat. Wieso sie
jetzt auf die aktive Seite gewechselt ist? „Es kostet sehr viel
Kraft, aber es gibt einem auch sehr viel. Wenn ich jetzt die
Zeitung lese und vom Brexit höre, fühle ich mich nicht mehr so
machtlos“. Trotzdem ist Volt zurzeit eine Beschäftigung neben dem
Vollzeitjob: Vier bis fünf Abende pro Woche ist sie unterwegs,
bezahlt ist das nicht. „Wir alle machen Volt in unserer Freizeit,
aber die Arbeit ist ganz bunt. Auf der Straße stehen und Flyer
verteilen hätt ich mir vor einem Jahr nie träumen lassen!“.
die aus Wirtschaft, Kultur, Zivilgesellschaft, Wissenschaft,
Startups, NGO und mehr einen anderen Blick auf Europa haben. Wir
stellen allen drei Fragen: Wie denken wir Europa von Grund auf neu?
Welches eine Gesetz würden sie auf Europaebene beschließen? Was hat
sie politisiert? In der dritten Folge haben wir mit Katharina
Zangerl gesprochen. Sie ist Mitgründerin und im Vorstand von Volt
Österreich, der ersten paneuropäischen Partei. Wie sich junge,
politisch meist unerfahrene Menschen organisieren um an einem
tatsächlich gemeinsamen politischen Europa zu arbeiten. Ein
Gespräch über was es bedeutet, neben einem Vollzeitjob eine Partei
aufzubauen, welche Ideen Volt mitbringt und wieso sie die Kritik
der „Erasmus-Generation“ als Stärke sieht. Im Anschluss lesen Sie
drei Stichpunkte: Europa unter Strom oder die Entstehung von Volt
Vor zwei Jahren beantragten die Briten Artikel 50, der formelle
Beginn des Brexits. An diesem Tag saßen ein Italiener, ein
Deutscher und eine Französin zusammen und bemerkten, wie
zerbrechlich dieses Europa sein kann. Um Populismus und
Auseinanderdriften entgegenzuwirken und jungen Menschen eine Stimme
zu geben, gründeten sie am 29. März 2017 Volt. Keine nationalen
Listen, sondern eine gesamteuropäische Partei, aus der
„Zweigniederlassungen“ in den Ländern entstanden, sagt Zangerl.
„Ein Freund hat mir geschrieben, die suchen Menschen, die das in
Österreich aufziehen“. Zu Beginn sträubt sie bei dem Gedanken,
selbst Politik zu gestalten. „Ich wollte gar nie zu einer Partei,
ich wollte gar nie in die Politik. Ich habe viel geschimpft davor“.
In Wien trifft sie die Gründer Andrea Venzon und Colombe
Cahen-Salvador und ist überzeugt von deren Ideen. „Es war
schlussendlich ein Gefühl der Verantwortung gegenüber meinen
Mitmenschen, mir selber und irgendwann meinen Kindern. Sagen zu
können, ich habe nicht einfach zugeschaut, sondern hab was getan“.
Standpunkte und Policymaking Der Gründer Andrea Venzon beschreibt
die Partei mit den folgenden Worten: „Wir positionieren uns
zwischen Mitte links und Mitte rechts. Auf der wirtschaftlichen
Seite sind wir eher liberal, bei sozialen Fragen sind wir eher
sozialdemokratisch. Generell sind wir an Lösungen orientiert und
nicht an Ideologien“. Die Frage, ob Volt daher nicht nur ein
Sammelbecken für junge Menschen aus mit Erasmus- und
Startuperfahrung sei, stellt sich für Zangerl so nicht. „Es heißt
immer, die jungen interessieren sich nicht für Politik, und wenn
sie es dann tun, passt es auch nicht“. Sie betont auch die
intereuropäischen Möglichkeiten dazu. „Wir müssen nicht alles neu
machen. Die Finnen haben großartige Schulen, die Rumänen sind
Vorreiter in IT-Themen, Österreich hat eine großartige
Umweltpolitik. Wir können voneinander lernen und uns stärken“.
Warum tut man sich Politik an? „Meine Großeltern sind geflüchtet
von Ost- nach Westdeutschland, kurz bevor die Mauer gebaut wurde.
Was mir meine Oma erzählt hat, hat mich komplett verstört. Ein
Parlament entscheidet, dass man seine Familie nicht mehr sehen
darf? Oder dass man heute nicht heiraten kann, wen man möchte?“
Gemeinsam mit einem Studium der Politikwissenschaften beschreibt
Zangerl das als die Gründe, was sie politisiert hat. Wieso sie
jetzt auf die aktive Seite gewechselt ist? „Es kostet sehr viel
Kraft, aber es gibt einem auch sehr viel. Wenn ich jetzt die
Zeitung lese und vom Brexit höre, fühle ich mich nicht mehr so
machtlos“. Trotzdem ist Volt zurzeit eine Beschäftigung neben dem
Vollzeitjob: Vier bis fünf Abende pro Woche ist sie unterwegs,
bezahlt ist das nicht. „Wir alle machen Volt in unserer Freizeit,
aber die Arbeit ist ganz bunt. Auf der Straße stehen und Flyer
verteilen hätt ich mir vor einem Jahr nie träumen lassen!“.
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