Erfolgreich Scheitern in der Verwaltung mit Ursula Rosenbichler & Peter Parycek

Erfolgreich Scheitern in der Verwaltung mit Ursula Rosenbichler & Peter Parycek

Wie man 300 Jahre Verwaltung in das 21. Jahrhundert holt
35 Minuten
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Beschreibung

vor 6 Jahren
Innovation und Verwaltung sind auf den ersten Blick keine Zutaten,
die ein gutes Rezept versprechen. Vorhersehbarkeit und klare
Hierarchien auf der einen Seite, Scheitern und Freiraum für Neues
auf der anderen Seite. Ursula Rosenbichler und Peter Parycek, die
Gründer des GovLabAustria über die Notwendigkeit zu experimentieren
und wie der öffentliche Dienst nach 300 Jahren adaptiert werden
kann. Innovation mit Vorsicht „Ich bin sehr vorsichtig, mit dem
Thema ‚innovativ sein‘, das geht nicht auf Kommando“, sagt
Rosenbichler. Das GovLabAustria sieht sie zuallererst als eine neue
Aufstellung von Kommunikations- und Denkräumen. Das liege am Bedarf
der Verwaltung: Von Prozessoptimierung bis Aufgabenkritik, sind
sehr praktische Dinge das Ziel einer besseren Verwaltung, um eine
bessere Rechtssicherheit herzustellen. Darüber hinaus benötigt
echte Innovation jedoch andere Fragestellungen. „Wenn wir Fragen
anders formulieren können, als in den bereits existierenden
Organisationen und Kreisen, dann finden wir möglicherweise auch
Lösungen, die es noch nicht gibt“, meint Rosenbichler. Warum
braucht es eine Organisation wie das GovLabAustria? „Das wurde mit
folgender Idee gegründet: Eine Organisation, die der Stabilität und
Rechtssicherheit dient, kann sich nicht von alleine verändern und
braucht Experimentierräume“. Gemeinsam mit der Donauuni Krems wurde
dafür eine Dachorganisation geschaffen, die mit verschiedenen
Perspektiven Innovation ermöglichen soll. Am Fuße des Leuchtturms
„Wir sind ja kein Startup, und das ist auch gut so“, sagt
Rosenbichler. Verwaltung hat sich über die letzten 300 Jahre
gefestigt und funktioniert über viele Krisen hinweg stabil, ergänzt
Parycek. „Startups sind Speedboote, die Verwaltung ein
Kontainerschiff, eine schwer und langsam bewegliche Masse“. Das
garantiere die Stabilität, ist aber gleichzeitig ein Hindernis,
wenn es um Richtungsänderungen gehe, sagt sie: „Die Steuerung kann
heute nicht mehr nur von oben geschehen, da brauche ich
down-to-earth Ansätze, weil am Fuße des Leuchtturms ist es immer
dunkel“. Wichtig ist es beiden auch, dass man von Scheitern, statt
von einem Fehler spricht. „Fehlerkultur führt uns in die Rhetorik
von Schuld, Lernkultur führt uns in die Rhetorik von Verantwortung.
Der Rahmen muss so gesetzt werden, dass ein Experiment nicht
beliebig ist, sondern mit klar definierten Rahmenbedingungen und
Aufgaben. Natürlich gibt es Zufallstreffer, aber das entsteht auch
aus dieser Lernkultur“.

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