Wie man einen Ort vor dem Aussterben bewahrt mit Roland Gruber
Kritische Punkte im Ortssterben, warum es "Kümmerer" und lässige
Zukunftsreisen braucht.
54 Minuten
Podcast
Podcaster
Beschreibung
vor 5 Jahren
Roland Gruber hilft mit seinem Architekturbüro nonconform, einen
Ort vor dem Aussterben zu bewahren oder einen Versuch der
Wiederbelebung einzuleiten. Ein Gespräch über kritische Punkte im
Ortssterben, warum es Kümmerer braucht und lässige
Zukunftsreisen. Nehmen wir an, eine kleine Gemeinde kämpft mit
Leerständen und schrumpfenden Bevölkerungszahlen. Was sind die
ersten Schritte, die man entgegensetzen kann? „Als allererstes
stelle ich Fragen: Wer ist Bürgermeister? Um welchen Ort handelt es
sich? Welche Geschichte hat er? Warum stirbt er aus?“ Fragen die
wehtun, gehören genauso dazu. „Welche Punkte im Ort tun weh? Aus
einem Leerstand kann schnell ein Flächenbrand werden“, sagt Gruber.
Viele Bürgermeister*innen würden erst beginnen, sich an ihn zu
wenden, wenn die kritische Masse an Herausforderungen (zu) groß
wird. Viel interessanter und spannender sei es, wenn die Lage zuvor
entschärft werden kann: „Wir müssen uns jetzt kümmern, weil sonst
wird es passieren“. Ein Faktor ist auch die Größe: „Je kleiner die
Orte sind, desto mehr menschelt es, und desto eher hängt es von den
Personen ab, die dahinterstehen“. Es braucht konkret zwei, drei
Leute, die ähnlich denken und auch mit anpacken wollen. Nach all
diesen Fragen entsteht ein Bild, das eine mögliche zweite Phase
einläutet. „So könnte ein Weg aussehen. Manchmal muss man auch
sagen 'Sorry, aber das wird nichts'. Jeder Meter wäre ein
verlorener Weg, weil es nicht angenommen wird, oder der Punch
fehlt. Solche Momente gibt es oft genug.“. Eine Reise in die
Zukunft Ist der Wille da und noch nicht alles zu spät, geht es um
Dynamiken: „Für die Arbeit mit Kommunen ist das ein wichtiges
Thema: Man muss die Akteurskonstellation verstehen, mit der man es
zu tun hat, erst dann kann es weitergehen“. Das ist eine Reise in
die Zukunft, auf die man sich einlassen muss. Ein typisches
Beispiel sei ein kleiner Ort mit fünf bis sieben Leerständen,
Nahversorger die am Ortsrand sind, eine Straße die mehr umfährt als
durch das Zentrum zu gehen, eine „gewisse trostlose Atmosphäre“.
Dann hängt es vom Commitment und dem Bekenntnis aller Akteure ab,
umfassend und mutig nachzudenken. „Wie gestalten wir diesen Ort -
der nicht im Einzug eines Ballungszentrums liegt - in den nächsten
10 Jahren?“ Das braucht neue Ideen und vor allem zu Beginn einen
Wow-Effekt. „Man braucht diese fünf Leute, die es ziehen, aber du
brauchst mehr. Du musst es in die Breite bringen“. Beteiligung darf
und muss auch Spaß machen, meint Gruber. „Das soll etwas
Festival-Ähnliches sein. Offen, lässig und nicht retro“. Nach
diesem ersten großen, gemeinsamen Prozess, entsteht ein Ziel und
ein Wunschbild, das jetzt mit harter Arbeit umgesetzt wird.
Umsetzen und Kümmern Dieses Wunschbild besteht aus 50 bis 100
Dingen, die man umsetzen sollte in den nächsten Jahren. Einer der
wesentlichsten Erfolgsfaktoren, ist eine Person, die sich dem
annimmt. „Wir nennen diese Menschen Kümmerer. Sie haben oft
eine große Karriere hinter sich, haben internationale Erfahrungen
sammeln können, sind Multitalente und kehren nach 20 bis 25 Jahren
zurück in ihren Ort“. Sie benötigen gute Organisation,
Kommunikation, Durchsetzungsfähigkeit und Fingerspitzengefühl. Ihre
Arbeit ist vielfältig und hart: Bauliche Aspekte managen, neue
Treffpunkte erzeugen, Orte aufsperren oder neue Formate erfinden.
„Man kann nicht davon ausgehen, wenn es ein Zukunftsbild gibt, dass
das von selbst kommt. Wenn wir das in Papier festhalten, brauche
ich wirklich konkrete Handlungsanweisungen und Vornamen und
Nachnamen, die dahinterstehen und das machen“. Hören Sie mehr
darüber und wie das am Beispiel Trofaiach in der Steiermark
funktioniert im Podcast.
Ort vor dem Aussterben zu bewahren oder einen Versuch der
Wiederbelebung einzuleiten. Ein Gespräch über kritische Punkte im
Ortssterben, warum es Kümmerer braucht und lässige
Zukunftsreisen. Nehmen wir an, eine kleine Gemeinde kämpft mit
Leerständen und schrumpfenden Bevölkerungszahlen. Was sind die
ersten Schritte, die man entgegensetzen kann? „Als allererstes
stelle ich Fragen: Wer ist Bürgermeister? Um welchen Ort handelt es
sich? Welche Geschichte hat er? Warum stirbt er aus?“ Fragen die
wehtun, gehören genauso dazu. „Welche Punkte im Ort tun weh? Aus
einem Leerstand kann schnell ein Flächenbrand werden“, sagt Gruber.
Viele Bürgermeister*innen würden erst beginnen, sich an ihn zu
wenden, wenn die kritische Masse an Herausforderungen (zu) groß
wird. Viel interessanter und spannender sei es, wenn die Lage zuvor
entschärft werden kann: „Wir müssen uns jetzt kümmern, weil sonst
wird es passieren“. Ein Faktor ist auch die Größe: „Je kleiner die
Orte sind, desto mehr menschelt es, und desto eher hängt es von den
Personen ab, die dahinterstehen“. Es braucht konkret zwei, drei
Leute, die ähnlich denken und auch mit anpacken wollen. Nach all
diesen Fragen entsteht ein Bild, das eine mögliche zweite Phase
einläutet. „So könnte ein Weg aussehen. Manchmal muss man auch
sagen 'Sorry, aber das wird nichts'. Jeder Meter wäre ein
verlorener Weg, weil es nicht angenommen wird, oder der Punch
fehlt. Solche Momente gibt es oft genug.“. Eine Reise in die
Zukunft Ist der Wille da und noch nicht alles zu spät, geht es um
Dynamiken: „Für die Arbeit mit Kommunen ist das ein wichtiges
Thema: Man muss die Akteurskonstellation verstehen, mit der man es
zu tun hat, erst dann kann es weitergehen“. Das ist eine Reise in
die Zukunft, auf die man sich einlassen muss. Ein typisches
Beispiel sei ein kleiner Ort mit fünf bis sieben Leerständen,
Nahversorger die am Ortsrand sind, eine Straße die mehr umfährt als
durch das Zentrum zu gehen, eine „gewisse trostlose Atmosphäre“.
Dann hängt es vom Commitment und dem Bekenntnis aller Akteure ab,
umfassend und mutig nachzudenken. „Wie gestalten wir diesen Ort -
der nicht im Einzug eines Ballungszentrums liegt - in den nächsten
10 Jahren?“ Das braucht neue Ideen und vor allem zu Beginn einen
Wow-Effekt. „Man braucht diese fünf Leute, die es ziehen, aber du
brauchst mehr. Du musst es in die Breite bringen“. Beteiligung darf
und muss auch Spaß machen, meint Gruber. „Das soll etwas
Festival-Ähnliches sein. Offen, lässig und nicht retro“. Nach
diesem ersten großen, gemeinsamen Prozess, entsteht ein Ziel und
ein Wunschbild, das jetzt mit harter Arbeit umgesetzt wird.
Umsetzen und Kümmern Dieses Wunschbild besteht aus 50 bis 100
Dingen, die man umsetzen sollte in den nächsten Jahren. Einer der
wesentlichsten Erfolgsfaktoren, ist eine Person, die sich dem
annimmt. „Wir nennen diese Menschen Kümmerer. Sie haben oft
eine große Karriere hinter sich, haben internationale Erfahrungen
sammeln können, sind Multitalente und kehren nach 20 bis 25 Jahren
zurück in ihren Ort“. Sie benötigen gute Organisation,
Kommunikation, Durchsetzungsfähigkeit und Fingerspitzengefühl. Ihre
Arbeit ist vielfältig und hart: Bauliche Aspekte managen, neue
Treffpunkte erzeugen, Orte aufsperren oder neue Formate erfinden.
„Man kann nicht davon ausgehen, wenn es ein Zukunftsbild gibt, dass
das von selbst kommt. Wenn wir das in Papier festhalten, brauche
ich wirklich konkrete Handlungsanweisungen und Vornamen und
Nachnamen, die dahinterstehen und das machen“. Hören Sie mehr
darüber und wie das am Beispiel Trofaiach in der Steiermark
funktioniert im Podcast.
Weitere Episoden
39 Minuten
vor 4 Jahren
37 Minuten
vor 4 Jahren
40 Minuten
vor 4 Jahren
54 Minuten
vor 5 Jahren
30 Minuten
vor 5 Jahren
In Podcasts werben
Kommentare (0)