OTC-Switches – Raus aus der Rezeptpflicht, rein in die Beratungschance? Mit Christina Nageler
22 Minuten
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Beschreibung
vor 3 Wochen
Viagra ohne Rezept? Was in einigen Ländern bereits Realität ist,
ist in Österreich derzeit noch schwer vorstellbar. Möglich wäre
dies durch einen sogenannten „OTC-Switch“. Dabei werden
Arzneistoffe aus der Rezeptpflicht entlassen und können – nach
ausführlicher Beratung durch Apotheker:innen – direkt abgegeben
werden. Mag. Christina Nageler, Geschäftsführerin der IGEPHA,
erklärt welche Wirkstoffe diesen Weg bereits gegangen sind und
warum das Thema eine große Chance für Apotheken vor Ort ist.
Für Christina Nageler liegen die Vorteile auf der Hand. Ein
erfolgreicher Switch verkürzt die Wege für Patient:innen: „Bei
bestimmten Beschwerden muss nicht mehr zwingend zuerst eine
Arztordination aufgesucht werden. Die Menschen erhalten direkt in
der Apotheke Zugang zu einer wirksamen Behandlung, was die
Selbstmedikation nachhaltig stärkt.“
Eine Win-Win-Win-Situation
Doch nicht nur die Hilfesuchenden profitieren. Auch für die
Apotheken hat der OTC-Sektor eine enorme fachliche und
wirtschaftliche Bedeutung. Nageler ist überzeugt: „Wird ein
Arzneimittel rezeptfrei verfügbar, steigt der Beratungsbedarf.
Dadurch rückt die pharmazeutische Kompetenz stärker in den
Vordergrund.“ Rezeptfreie Arzneien würden zudem als wichtige
Frequenzbringer fungieren und positionieren die Apotheke vor Ort
als erste Anlaufstelle für Gesundheitsfragen. In der Summe führt
das zu einer Entlastung des gesamten Gesundheitssystems – für
Christina Nageler eine klare „Win-Win-Win“-Situation.
Tu felix Austria...Switch?!
Österreich geht im internationalen Vergleich oft eigene Wege. Im
Gespräch gibt Nageler spannende Einblicke in die Welt der
Zulassungen: Sie erklärt etwa, welcher Wirkstoff in der Schweiz
bereits 1985 rezeptfrei wurde, während Österreich erst gut zwei
Jahrzehnte später nachzog. Sie berichtet zudem, wie Österreich
bei „innovativen Switches“ abschneidet und was das Thema Impfen
in diesem Kontext für eine Rolle spielt.
Am Beispiel ihres „Lieblings-Switches“ Sildenafil erläutert die
Expertin, dass die Rezeptfreigabe in Neuseeland mit einem
Zugewinn an Sicherheit einherging: Durch die strukturierte
Beratung in der Apotheke wurden bei vielen Männern weitere
Erkrankungen erkannt. Zudem habe sich in diesen Ländern
auch der illegale Handel deutlich reduziert.
Das und viele weitere spannende Fakten gibt es in der aktuellen
Folge von TARA&TALK.
Zum Gast:
Mag. Christina Nageler ist seit bald 20
Jahren Geschäftsführerin der IGEPHA und anerkannte Expertin für
alle Fragen rund um Produkte für die Consumer Health Care.
Die The Austrian Consumer Health Care Association (IGEPHA) wurde
1967 gegründet und ist die österreichische Interessenvertretung
der Hersteller von frei verkäuflichen Arzneimitteln und
Gesundheitsprodukten. 130 Unternehmen sind Mitglied. Die IGEPHA
unterstützt ihre Mitglieder bei einer Vielzahl von OTC-bezogenen
Themen, zum Beispiel im Bereich Regulatory, Gesetze und
Verordnungen, und sie setzt sich für folgende Anliegen ein: für
eine Stärkung der Consumer Health Care und der Self Care, sowie
für die Verbesserungen der Rahmenbedingungen für Selbstbehandlung
und Selbstmedikation.
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