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Stammkunden sind kein Zufall, Erfolg aber auch nicht – mit Harald Markut
05.03.2026
26 Minuten
Stammkunden sind kein Zufall und wirtschaftlicher Erfolg schon gar nicht, davon ist Mag. Harald Markut überzeugt. Oft entscheidet eine einzige Minute Beratung darüber, ob aus Laufkundschaft eine loyale Stammkundschaft wird. Warum emotionale Bindung, klare Strukturen, konsequente Umsetzung und eine bewusste Kommunikation in der Apotheke über eine langfristige Wirtschaftlichkeit bestimmen, ist Thema dieser Folge. 


Wer heute seine Kundschaft „nur abfertigt, statt emotional zu binden, verbrennt bares Geld“, so Harald Markut. Analysen zeigen, dass Stammkunden einen größeren Warenkorb haben, mehr Umsatz bringen und öfter vorbeikommen. „Eine emotionale Bindung und Vertrauen sind wichtig, um einen Laufkunden zu einem loyalen Stammkunden zu machen“, erklärt er. Wie man das schafft? „Hierzu reicht es nicht nur eine Kundenkarte auszuteilen. Diese Bindung geschieht nicht zufällig, für diese emotionale Reise muss man einen Rahmen schaffen“, stellt er fest. 


Eine-Minute-Regel 


Für eine tiefgehende Bindung ist auch die Beratung in der Apotheke essenziell. Markut ist sich sicher, dass für eine zufriedenstellende Beratung schon eine Minute ausreicht. Diese „Eine-Minute-Regel“ ist ein ausgearbeitetes Kommunikationskonzept, das etwa in Schulungen für Angestellte vorbereitet gehört und dann ermöglicht, das Gelernte auch an der Tara zu festigen. Wichtig ist dem Experten: „Nicht nur Medikamente sollen wirksam sein, sondern auch die Beratung an der Tara.“ 


Ein beliebtes Tool hierfür ist das „Mystery Shopping“-Konzept der Team Santé Apotheken Mitarbeiter:innen hätten keine Angst davor, sondern ziehen Motivation daraus: „Wenn eine Beratung einmal nicht so positiv verlaufen sollte, passiert nichts. Es ist wichtig, daraus zu lernen und sich daran zu erfreuen, wenn es positives Feedback gibt. Dafür wird geübt.“ 


„Kommuniziert wird immer“ 


Auf die Frage, was man bezüglich des Marketings von den Team Santé Apotheken lernen kann, erörtert Markut: „Wichtig ist es zu wissen, dass man immer kommuniziert. Von der berühmten toten Fliege im Schaufenster bis hin zu veralteten Plakaten von abgelaufenen Aktionen im Schaufenster. Die Kundschaft nimmt das bewusst und unbewusst wahr!“ Ziel sei es, auf den ersten Blick kompetent zu wirken, dafür benötigt es eine gut präsentierte Ware, Ordnung in der Offizin und Mitarbeiter:innen mit einer offenen Körperhaltung. 


„Dranbleiben ist das Schwerste“ 


Neue Konzepte einzuführen, wie etwa Organisationsstrukturen für Mitarbeiter:innen, regelmäßige Schulungen oder eine neue Website, sind essenziell für eine Apotheke. Das Schwierige ist laut Markut die konsequente Umsetzung. „Das erste halbe Jahr sind vielleicht noch alle motiviert. Es werden etwa regelmäßig Seminare absolviert oder Postings veröffentlicht. Erfolgreich sind diese Dinge aber nur, wenn man über einen langen Zeitraum konsequent dahinter ist.“ Auch hier benötigt es wieder eine gut überlegte Planung seitens der Chef:innen gemeinsam mit ihrem Team, gibt er zu bedenken. 


„Learning by doing kann schmerzhaft sein“ 


Auf die Wirtschaftlichkeit von Apotheken angesprochen, meint er: „Ein bloßes ‘Learning by doing‘ kann sehr schmerzhaft und teuer sein.“ Man müsse sich von außen Hilfe holen, „über den Steuerberater hinaus“, erklärt er weiter.  


Erfolg ist seiner Meinung nach planbar, wenn man die Kundschaft emotional erreicht, Strukturen etabliert und vor allem eines: dranbleibt. 


 


Zum Gast 


Mag. Harald Markut ist seit 2010 Manager und Marketingleiter der Team Santé GmbH. Der Soziologe bringt Erfahrung aus Marktforschung und Consulting mit. 


Team Santé 


Team Santé ist das erste Apotheken-Franchise-System in Österreich und wurde im Jahr 2009 von neun Apothekern gegründet, um die Unabhängigkeit inhabergeführter Betriebe zu stärken. Aktuell umfasst das Netzwerk 15 Partner-Apotheken in mehreren Bundesländern. 


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OTC-Switches – Raus aus der Rezeptpflicht, rein in die Beratungschance? Mit Christina Nageler
29.01.2026
22 Minuten
Viagra ohne Rezept? Was in einigen Ländern bereits Realität ist, ist in Österreich derzeit noch schwer vorstellbar. Möglich wäre dies durch einen sogenannten „OTC-Switch“. Dabei werden Arzneistoffe aus der Rezeptpflicht entlassen und können – nach ausführlicher Beratung durch Apotheker:innen – direkt abgegeben werden. Mag. Christina Nageler, Geschäftsführerin der IGEPHA, erklärt welche Wirkstoffe diesen Weg bereits gegangen sind und warum das Thema eine große Chance für Apotheken vor Ort ist.


Für Christina Nageler liegen die Vorteile auf der Hand. Ein erfolgreicher Switch verkürzt die Wege für Patient:innen: „Bei bestimmten Beschwerden muss nicht mehr zwingend zuerst eine Arztordination aufgesucht werden. Die Menschen erhalten direkt in der Apotheke Zugang zu einer wirksamen Behandlung, was die Selbstmedikation nachhaltig stärkt.“


Eine Win-Win-Win-Situation


Doch nicht nur die Hilfesuchenden profitieren. Auch für die Apotheken hat der OTC-Sektor eine enorme fachliche und wirtschaftliche Bedeutung. Nageler ist überzeugt: „Wird ein Arzneimittel rezeptfrei verfügbar, steigt der Beratungsbedarf. Dadurch rückt die pharmazeutische Kompetenz stärker in den Vordergrund.“ Rezeptfreie Arzneien würden zudem als wichtige Frequenzbringer fungieren und positionieren die Apotheke vor Ort als erste Anlaufstelle für Gesundheitsfragen. In der Summe führt das zu einer Entlastung des gesamten Gesundheitssystems – für Christina Nageler eine klare „Win-Win-Win“-Situation.


Tu felix Austria...Switch?!


Österreich geht im internationalen Vergleich oft eigene Wege. Im Gespräch gibt Nageler spannende Einblicke in die Welt der Zulassungen: Sie erklärt etwa, welcher Wirkstoff in der Schweiz bereits 1985 rezeptfrei wurde, während Österreich erst gut zwei Jahrzehnte später nachzog. Sie berichtet zudem, wie Österreich bei „innovativen Switches“ abschneidet und was das Thema Impfen in diesem Kontext für eine Rolle spielt.


Am Beispiel ihres „Lieblings-Switches“ Sildenafil erläutert die Expertin, dass die Rezeptfreigabe in Neuseeland mit einem Zugewinn an Sicherheit einherging: Durch die strukturierte Beratung in der Apotheke wurden bei vielen Männern weitere Erkrankungen erkannt. Zudem habe sich in diesen Ländern auch der illegale Handel deutlich reduziert.


Das und viele weitere spannende Fakten gibt es in der aktuellen Folge von TARA&TALK.


Zum Gast:


Mag. Christina Nageler ist seit bald 20 Jahren Geschäftsführerin der IGEPHA und anerkannte Expertin für alle Fragen rund um Produkte für die Consumer Health Care.


Die The Austrian Consumer Health Care Association (IGEPHA) wurde 1967 gegründet und ist die österreichische Interessenvertretung der Hersteller von frei verkäuflichen Arzneimitteln und Gesundheitsprodukten. 130 Unternehmen sind Mitglied. Die IGEPHA unterstützt ihre Mitglieder bei einer Vielzahl von OTC-bezogenen Themen, zum Beispiel im Bereich Regulatory, Gesetze und Verordnungen, und sie setzt sich für folgende Anliegen ein: für eine Stärkung der Consumer Health Care und der Self Care, sowie für die Verbesserungen der Rahmenbedingungen für Selbstbehandlung und Selbstmedikation.


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Ist die KI das Apothekenpersonal von morgen?
26.11.2025
24 Minuten
Jeder zehnte Mensch weltweit nutzt bereits die Künstliche Intelligenz (KI). Schätzungsweise vier Millionen Suchanfragen zum Thema Gesundheit werden täglich in Österreich gestellt – rund die Hälfte davon direkt an KI-Systeme. Etwa ein Drittel der österreichischen Bevölkerung holt sich medizinischen Rat inzwischen bei ChatGPT und Co. Ist die KI nun das Apothekenpersonal von morgen?


Die „Patient Journey“ verändert sich deutlich. Viele Menschen fragen die KI nach dem besten Hustensaft oder sogar nach einer Diagnose. Was sich dabei wie ein Gespräch anfühlt, ist in Wirklichkeit nur das Aneinanderreihen von Vorhersagen, erklärt die Expertin für Digitalberatung Kristin Mann. 


Neuerdings geben große KI-Modelle bei medizinischen Themen meist nur noch Hinweise statt konkreter Handlungsempfehlungen. Aber direkte Bestellvorgänge in ChatGPT und ähnlichen Systemen sind künftig auch für OTC-Präparate denkbar. Bei machen Plattformen in den USA ist das schon gang und gäbe, berichtet Mann.


Doch was bedeutet das für die Apotheken vor Ort? 


Die Expertin ist überzeugt: Zum einen muss dem Apothekenpersonal bewusst sein, dass KI-generierte Meinungen im Beratungsgespräch deutlich häufiger werden. Stichwort „Beratungskompetenz“. Zum anderen sollten sich alle, ob PKAs oder Apotheker:innen, aktiv damit auseinandersetzen, wie diese Technologie den eigenen Berufsalltag beeinflussen wird.


Apotheken-Besitzer:innen wiederum sollten verstärkt an ihrer digitalen Sichtbarkeit arbeiten, etwa durch eine gepflegte und aktuelle Homepage, um mit Online-Apotheken mithalten zu können. Auch hier hat die Digitalexpertin praxisnahe Tipps parat.


Kristin Mann sieht die KI inzwischen als einen zusätzlichen Mitarbeiter. Warum das so ist und wie uns Künstliche Intelligenz einen unterstützen kann verrät sie in dieser Folge.


Zum Gast:


Kristin Mann ist Director of Organisation & Communication und Teil der Geschäftsleitung bei xeomed. Xeomed ist eine spezialisierte Digitalberatung für die Pharma- und Healthcare-Branche. Mit künstlicher Intelligenz und digitalem Know-how entwickeln sie zukunftsfähige Strategien für Marketing und Vertrieb.


Mit über 15 Jahren Erfahrung in OTC- und RX-Marketing bringt sie nicht nur tiefe Marktkenntnis, sondern auch strategischen Weitblick mit. Ihr Fokus: die Verbindung von Kommunikation, Events und Künstlicher Intelligenz – immer mit dem Ziel, Gesundheitsmarken digital sichtbar, relevant und erfolgreich zu machen. Als Mitgestalterin der digitalen Transformation im Healthcare-Marketing weiß sie genau, worauf es in der Zukunft ankommt: KI-Optimierung, Journey-Design und messbare Aktivierung – ob in der Apotheke, beim Arzt oder online.


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P.Tage: Neu gedacht und neu gemacht – mit Katharina Wörndle und Saskia Luksch
25.09.2025
22 Minuten
In dieser Podcastfolge dreht sich alles um die P.Tage. Ein Fortbildungsevent für die Apothekenwelt, das über viele Jahre gewachsen ist und sich jetzt neu positioniert.


Was einst als PKA-Tage begann, hat sich zu einem Format entwickelt, das das gesamte Apothekenteam einbezieht und die Zusammenarbeit von PKAs, Pharmazeut:innen und der Pharmaindustrie in den Fokus rückt.


Aber was genau steckt hinter dieser Neuausrichtung? Was erwartet die Besucherinnen und Besucher?


Wir sprechen mit zwei Frauen, die das Event von Grund auf mitgestaltet haben – strategisch und organisatorisch:


Katharina Wörndle erzählt, warum es Zeit war, das Konzept neu zu denken und wieso „Servicekultur in der Apotheke“ mehr als nur ein Schlagwort ist.


Saskia Luksch, gibt Einblicke in die konkrete Umsetzung: Vom neuen Logo über das Design bis hin zu besonderen Programmpunkten. Sie erklärt, was Cheerleading und Eventplanung gemeinsam haben.


Außerdem sprechen wir über die lustigen Geschichten hinter den Kulissen. Etwa, wie eine nicht ganz ernst gemeinte Anfrage nach einem „Aquarium mit Hecht“ zum internen Codewort für kreative Herausforderungen wurde.


Die P.Tage 2025 machen Halt in vier Bundesländern. Los geht’s am 25. September in der Seifenfabrik in Graz. Danach zieht das Event weiter nach Wien, wo es am 2. Oktober stattfindet. Die nächste Station ist Tirol am 9. Oktober, bevor die Veranstaltungsreihe schließlich am 23. Oktober in Linz ihren Abschluss findet.


Weitere Informationen zur Anmeldung und zum Programm: https://lyyti.events/p/ptage_2025


Zu den Gästen:


Katharina Wörndle: Ist seit rund zehn Jahren bei PHOENIX tätig. Sie hat Betriebswirtschaft an der Wirtschaftsuniversität Wien studiert und zusätzlich eine Ausbildung in Digitalem Marketing und Data Management absolviert. Seit 2020 leitet sie den Bereich Marketing, seit 2024 auch den Bereich Private Label.


Saskia Luksch: Hat einen Abschluss in Marketing- und Medienmanagement und bringt zusätzlich Erfahrung aus der Finanzwelt mit. Ihre beruflichen Stationen führten sie unter anderem in einen Lebensmittelkonzern und die Eventgastronomie. Seit eineinhalb Jahren leitet sie bei PHOENIX das Team Corporate Marketing & Events.





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Tabletten aus dem 3D-Drucker mit Thomas Kipping und Erik Peiter
10.07.2025
23 Minuten
Plastikfiguren aus dem 3D-Drucker kennt man. Autoteile auch. Aber Tabletten? Weil das Thema so komplex ist, hat Astrid diesmal gleich zwei Gäste. Thomas Kipping und Erik Peiter arbeiten beide bei der Firma Merck und beschäftigen sich seit vielen Jahren mit den Möglichkeiten von 3D-Drucken in der Pharmaindustrie.


Was sich derzeit schon im Bereich der Arzneimittelherstellung tut, ist gewaltig – und die Möglichkeiten sind noch lange nicht ausgereizt. Aktuell befinden verschiedene Technologien in der Entwicklung, da Wirkstoffe unterschiedliche Ansprüche stellen. Gerade der Einsatz von Lasern ist bei vielen aufgrund der thermischen Energie problematisch.


Dafür kann das Ergebnis dann so kreativ ausfallen, wie es die Fantasie hergibt. Das ist einer der großen Vorteile des 3D-Druckes. Durch unterschiedlichste Formen wird die Verwechslungsgefahr minimiert und gerade bei Kindern auch die Compliance erhöht.


Ein weiterer Pluspunkt: Die individuelle Dosierung des Wirkstoffes. Deshalb finden 3D-Drucksysteme aktuell vor allem im klinischen Bereich und zur Herstellung kleiner Chargen für Studienzwecke Anwendung. Merck konzentriert seine Forschung auf die industrielle Anwendung, trotzdem werfen die beiden Experten auch einen Blick auf den Einsatz in der Apotheke. Der ist durchaus gegeben – allerdings durch einige Parameter (noch) limitiert.


Welche das sind, welche spannenden Beispiele es mittlerweile weltweit auf dem Gebiet des 3D-Tablettendrucks gibt und wie die unterschiedlichen Systeme funktionieren erzählen Kipping und Peiter im Podcast.





Zu den Gästen:


Thomas Kipping blickt auf mehr als zwölf Jahre Erfahrung in verschiedenen Funktionen in der in der pharmazeutischen Industrie zurück. Er hat in pharmazeutischer Technologie promoviert und bietet ein fundiertes Verständnis für Formulierungen und technologische Entwicklungen.


 


Erik Peiter kann ebenfalls mehr als zwölf Jahre Erfahrung in diversen produktbezogenen Bereichen der pharmazeutischen Industrie vorweisen. Er hat einen Abschluss in Biologie und einen in Betriebswirtschaftslehre.


 


Beide Fachleute beschäftigen sich seit vielen Jahren im Rahmen ihrer Tätigkeit bei der Firma Merck mit den Möglichkeiten des 3D-Drucks in der pharmazeutischen Industrie.


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Über diesen Podcast

Apotheken-Insidern ist bei dem Titel sofort klar: in diesem Podcast dreht sich alles um Pharmazie!  Alle 14 Tage lädt sich die Gastgeberin Viktoria Gamsjäger interessante Persönlichkeiten aus der Pharmawelt zum Gespräch. Gemeinsam werden Hintergründe aktueller Probleme beleuchtet, Strategien für den besseren Umgang damit gesucht und Tipps für die Apothekenpraxis vermittelt. Der Podcast wagt aber auch den Blick über den Tara-Rand hinweg in arzneimittel-relevante Bereiche, die weniger bekannt sind – obwohl sie im Apothekenalltag eine wichtige Rolle spielen.  Und wie in der Apotheke, geht es bei tara&talk nicht nur um Fakten, sondern um Menschen. Jeder Talk-Gast bringt neben der Expertise auch eine spannende Lebensgeschichte mit.    tara&talk ist der Info-Personality-Podcast für Österreichs Pharmabranche.  Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information.
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