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Episoden

27 Minuten
Arzneimittel in der Freiwahl oder Stattpreise im Online-Shop? Beides kann für Apotheker:innen berufsrechtliche Konsequenzen haben. Wird ein Verstoß gemeldet, kann der Fall vor dem Disziplinarrat der Österreichischen Apothekerkammer landen. Doch wie läuft ein solches Verfahren ab, welche Konsequenzen können drohen und worauf sollten Apotheker:innen achten, damit es gar nicht erst so weit kommt?

In der neuen Folge von Tara&Talk gibt Apothekerin Mag. Gertrude Kölbl Einblicke in die Arbeit des Disziplinarrats. Sie erklärt, wie ein Fall vor dem Gremium landet, wie ein Verfahren abläuft und welche Sanktionen möglich sind.

Außerdem sprechen wir über typische Fälle aus dem Apothekenalltag: von Arzneimitteln in der Freiwahl über Rabatt- und Stattpreise bis hin zu Fehlern auf Social Media oder im eigenen Online-Shop. Kölbl gibt Tipps, worauf Apotheker:innen achten sollten und an wen sie sich bei Unsicherheiten wenden können. Dabei betont sie: „Unwissenheit schützt vor Strafe nicht.“ Auch im Umgang mit externen Dienstleister:innen rät sie zur Vorsicht: „Kontrolle ist besser, denn am Ende hält der Auftraggeber oder die Auftraggeberin den Kopf hin.“

Zum Gast:

Mag. pharm. Gertrude Kölbl bringt jahrzehntelange Erfahrung aus der pharmazeutischen Praxis und der selbstständigen Betriebsführung mit. Seit 2006 leitet sie als Konzessionärin die MarchfeldApotheke in Deutsch-Wagram (Niederösterreich).

Neben ihrer täglichen Arbeit in der Apotheke engagiert sie sich in der Standesvertretung: In der Funktionsperiode von 1. April 2022 bis 31. März 2027 ist sie Beisitzerin der Abteilung für selbstständige Apotheker:innen im Disziplinarrat der Österreichischen Apothekerkammer. Kölbl bringt ihr Praxiswissen und ihre Fachexpertise bereits zum zweiten Mal dort ein. In der letzten Funktionsperiode war sie stellvertretende Beisitzerin.

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29 Minuten
Lieferengpässe gehören mittlerweile zum Alltag. Parallelimporte, auch

Importarzneimittel genannt, können dazu beitragen, Versorgungslücken zu

schließen. An der Tara werfen sie hin und wieder Fragen auf. Daher nehmen wir

Parallelimporte in dieser Folge genauer unter die Lupe.

Gemeinsam mit Ulrich Sekotill, Gesch.ftsführer von kohlpharma Österreich,

sprechen wir darüber, was Parallelimporte sind, warum sie denselben strengen

Qualitätsanforderungen unterliegen wie der Originator und welche Rolle die

Sekundärverpackung spielt. Er erklärt, was damit geschieht und warum sie für den

jeweiligen Zielmarkt angepasst werden muss.

Außerdem sprechen wir darüber, wie die Preisunterschiede zwischen Originator und

Importarzneimitteln entstehen, worauf Apotheken beim Einkauf achten sollten und

welchen Beitrag Importarzneimittel zur Arzneimittelversorgung leisten.

Abschließend gibt Sekotill seine Einschätzung dazu, wie sich der Markt für

Importarzneimittel künftig entwickeln könnte.Liefer

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26 Minuten
Samstag, kurz vor zwölf: Ein Kunde steht mit einem eitrigen Auge in der Apotheke und möchte antibiotische Augentropfen. Der Hausarzt ist längst im Wochenende. Was ist in so einem Moment zu tun? Der Notfallparagraph würde eine Abgabe ermöglichen: Darf ich, soll ich oder muss ich sogar helfen, wenn das Rezept fehlt?

Für Apotheker Mag. Peter Gonda ist die Frage nach dem Rezept in einer echten Notsituation zweitrangig. Sein Leitsatz: „Wo Rechte sind, sind auch Pflichten.“ Er meint, dass das Verweigern eines Medikaments oft das größere Risiko ist als die Abgabe selbst.

Der Aha-Moment in Deutschland

Aufmerksam wurde Gonda auf das Thema Notfallparagraph bei einer Podiumsdiskussion am Deutschen Apothekertag: Die Apothekerschaft wollte rezeptpflichtige Medikamente abgeben, lehnte aber eine klare Notfallregelung wie in Österreich zuvor ab. Ein Vertreter der Ärztekammer stellte daraufhin fest, dass man diese Abgabe nicht einfordern könne, wenn man die damit verbundene Verantwortung nicht übernehmen wolle. In diesem Moment wurde dem Apotheker Gonda klar, welche Pflicht hinter diesem Recht steht.

„Für ein Nein braucht es keine Pharmazeuten“

Gonda hat eine klare Meinung: „Für ein kategorisches Nein an der Tara braucht es keine Pharmazeuten.“ Er sieht die Verantwortung der Apotheker:innen darin, sich über diese Versorgungspflicht im Klaren zu sein und den Menschen zu helfen. „Wer anders handelt, wird der pharmazeutischen Kompetenz nicht gerecht“, gibt er zu bedenken. Eine reine Abgabe aus kommerziellen Gründen „geht jedoch gar nicht“, ist sich Gonda bewusst. „Das ist auch nicht der Sinn des Gesetzes.“ Der Spirit müsse vielmehr lauten: „Wir dürfen die Leute nicht unversorgt lassen.“

„Wer schreibt, der bleibt“

Bei herausfordernden Fällen rät der Apotheker vor allem zu einem: Fachliche Sicherheit durch Informationen gewinnen und eine lückenlose Aufzeichnung. „Denn wer schreibt, der bleibt“, ist sich Gonda sicher.

Wie er genau diese kritischen Fälle dokumentiert, warum er denkt, dass es oft zu Missverständnissen rund um den Notfallparagraphen kommt und was Gonda sich vom Berufsstand wünscht, hört ihr in der neuen Folge.

 

Zum Gast:

Mag. pharm. Peter Gonda verfügt über umfassende Erfahrung in der pharmazeutischen Praxis sowie in der Standespolitik. Er studierte von 1984 bis 1990 Pharmazie und absolvierte zudem ein Studium der Betriebswirtschaftslehre mit steuerrechtlichem Schwerpunkt.

Seit 1999 leitet er die Stadtapotheke Gloggnitz und verbindet diese operative Verantwortung seit vielen Jahren mit einem weitreichenden standespolitischen Engagement: So stand er von 2018 bis 2022 der Niederösterreichischen Apothekerkammer als Präsident vor. Seine Expertise bringt er aktuell als Mitglied im Kammervorstand der Österreichischen Apothekerkammer sowie im Österreichischen Apothekerverband als Leiter des Wirtschaftsreferats ein. 

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26 Minuten
Stammkunden sind kein Zufall und wirtschaftlicher Erfolg schon gar nicht, davon ist Mag. Harald Markut überzeugt. Oft entscheidet eine einzige Minute Beratung darüber, ob aus Laufkundschaft eine loyale Stammkundschaft wird. Warum emotionale Bindung, klare Strukturen, konsequente Umsetzung und eine bewusste Kommunikation in der Apotheke über eine langfristige Wirtschaftlichkeit bestimmen, ist Thema dieser Folge. 

Wer heute seine Kundschaft „nur abfertigt, statt emotional zu binden, verbrennt bares Geld“, so Harald Markut. Analysen zeigen, dass Stammkunden einen größeren Warenkorb haben, mehr Umsatz bringen und öfter vorbeikommen. „Eine emotionale Bindung und Vertrauen sind wichtig, um einen Laufkunden zu einem loyalen Stammkunden zu machen“, erklärt er. Wie man das schafft? „Hierzu reicht es nicht nur eine Kundenkarte auszuteilen. Diese Bindung geschieht nicht zufällig, für diese emotionale Reise muss man einen Rahmen schaffen“, stellt er fest. 

Eine-Minute-Regel 

Für eine tiefgehende Bindung ist auch die Beratung in der Apotheke essenziell. Markut ist sich sicher, dass für eine zufriedenstellende Beratung schon eine Minute ausreicht. Diese „Eine-Minute-Regel“ ist ein ausgearbeitetes Kommunikationskonzept, das etwa in Schulungen für Angestellte vorbereitet gehört und dann ermöglicht, das Gelernte auch an der Tara zu festigen. Wichtig ist dem Experten: „Nicht nur Medikamente sollen wirksam sein, sondern auch die Beratung an der Tara.“ 

Ein beliebtes Tool hierfür ist das „Mystery Shopping“-Konzept der Team Santé Apotheken Mitarbeiter:innen hätten keine Angst davor, sondern ziehen Motivation daraus: „Wenn eine Beratung einmal nicht so positiv verlaufen sollte, passiert nichts. Es ist wichtig, daraus zu lernen und sich daran zu erfreuen, wenn es positives Feedback gibt. Dafür wird geübt.“ 

„Kommuniziert wird immer“ 

Auf die Frage, was man bezüglich des Marketings von den Team Santé Apotheken lernen kann, erörtert Markut: „Wichtig ist es zu wissen, dass man immer kommuniziert. Von der berühmten toten Fliege im Schaufenster bis hin zu veralteten Plakaten von abgelaufenen Aktionen im Schaufenster. Die Kundschaft nimmt das bewusst und unbewusst wahr!“ Ziel sei es, auf den ersten Blick kompetent zu wirken, dafür benötigt es eine gut präsentierte Ware, Ordnung in der Offizin und Mitarbeiter:innen mit einer offenen Körperhaltung. 

„Dranbleiben ist das Schwerste“ 

Neue Konzepte einzuführen, wie etwa Organisationsstrukturen für Mitarbeiter:innen, regelmäßige Schulungen oder eine neue Website, sind essenziell für eine Apotheke. Das Schwierige ist laut Markut die konsequente Umsetzung. „Das erste halbe Jahr sind vielleicht noch alle motiviert. Es werden etwa regelmäßig Seminare absolviert oder Postings veröffentlicht. Erfolgreich sind diese Dinge aber nur, wenn man über einen langen Zeitraum konsequent dahinter ist.“ Auch hier benötigt es wieder eine gut überlegte Planung seitens der Chef:innen gemeinsam mit ihrem Team, gibt er zu bedenken. 

„Learning by doing kann schmerzhaft sein“ 

Auf die Wirtschaftlichkeit von Apotheken angesprochen, meint er: „Ein bloßes ‘Learning by doing‘ kann sehr schmerzhaft und teuer sein.“ Man müsse sich von außen Hilfe holen, „über den Steuerberater hinaus“, erklärt er weiter.  

Erfolg ist seiner Meinung nach planbar, wenn man die Kundschaft emotional erreicht, Strukturen etabliert und vor allem eines: dranbleibt. 

 

Zum Gast 

Mag. Harald Markut ist seit 2010 Manager und Marketingleiter der Team Santé GmbH. Der Soziologe bringt Erfahrung aus Marktforschung und Consulting mit. 

Team Santé 

Team Santé ist das erste Apotheken-Franchise-System in Österreich und wurde im Jahr 2009 von neun Apothekern gegründet, um die Unabhängigkeit inhabergeführter Betriebe zu stärken. Aktuell umfasst das Netzwerk 15 Partner-Apotheken in mehreren Bundesländern. 

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22 Minuten
Viagra ohne Rezept? Was in einigen Ländern bereits Realität ist, ist in Österreich derzeit noch schwer vorstellbar. Möglich wäre dies durch einen sogenannten „OTC-Switch“. Dabei werden Arzneistoffe aus der Rezeptpflicht entlassen und können – nach ausführlicher Beratung durch Apotheker:innen – direkt abgegeben werden. Mag. Christina Nageler, Geschäftsführerin der IGEPHA, erklärt welche Wirkstoffe diesen Weg bereits gegangen sind und warum das Thema eine große Chance für Apotheken vor Ort ist.

Für Christina Nageler liegen die Vorteile auf der Hand. Ein erfolgreicher Switch verkürzt die Wege für Patient:innen: „Bei bestimmten Beschwerden muss nicht mehr zwingend zuerst eine Arztordination aufgesucht werden. Die Menschen erhalten direkt in der Apotheke Zugang zu einer wirksamen Behandlung, was die Selbstmedikation nachhaltig stärkt.“

Eine Win-Win-Win-Situation

Doch nicht nur die Hilfesuchenden profitieren. Auch für die Apotheken hat der OTC-Sektor eine enorme fachliche und wirtschaftliche Bedeutung. Nageler ist überzeugt: „Wird ein Arzneimittel rezeptfrei verfügbar, steigt der Beratungsbedarf. Dadurch rückt die pharmazeutische Kompetenz stärker in den Vordergrund.“ Rezeptfreie Arzneien würden zudem als wichtige Frequenzbringer fungieren und positionieren die Apotheke vor Ort als erste Anlaufstelle für Gesundheitsfragen. In der Summe führt das zu einer Entlastung des gesamten Gesundheitssystems – für Christina Nageler eine klare „Win-Win-Win“-Situation.

Tu felix Austria...Switch?!

Österreich geht im internationalen Vergleich oft eigene Wege. Im Gespräch gibt Nageler spannende Einblicke in die Welt der Zulassungen: Sie erklärt etwa, welcher Wirkstoff in der Schweiz bereits 1985 rezeptfrei wurde, während Österreich erst gut zwei Jahrzehnte später nachzog. Sie berichtet zudem, wie Österreich bei „innovativen Switches“ abschneidet und was das Thema Impfen in diesem Kontext für eine Rolle spielt.

Am Beispiel ihres „Lieblings-Switches“ Sildenafil erläutert die Expertin, dass die Rezeptfreigabe in Neuseeland mit einem Zugewinn an Sicherheit einherging: Durch die strukturierte Beratung in der Apotheke wurden bei vielen Männern weitere Erkrankungen erkannt. Zudem habe sich in diesen Ländern auch der illegale Handel deutlich reduziert.

Das und viele weitere spannende Fakten gibt es in der aktuellen Folge von TARA&TALK.

Zum Gast:

Mag. Christina Nageler ist seit bald 20 Jahren Geschäftsführerin der IGEPHA und anerkannte Expertin für alle Fragen rund um Produkte für die Consumer Health Care.

Die The Austrian Consumer Health Care Association (IGEPHA) wurde 1967 gegründet und ist die österreichische Interessenvertretung der Hersteller von frei verkäuflichen Arzneimitteln und Gesundheitsprodukten. 130 Unternehmen sind Mitglied. Die IGEPHA unterstützt ihre Mitglieder bei einer Vielzahl von OTC-bezogenen Themen, zum Beispiel im Bereich Regulatory, Gesetze und Verordnungen, und sie setzt sich für folgende Anliegen ein: für eine Stärkung der Consumer Health Care und der Self Care, sowie für die Verbesserungen der Rahmenbedingungen für Selbstbehandlung und Selbstmedikation.

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Über diesen Podcast

Apotheken-Insidern ist bei dem Titel sofort klar: in diesem Podcast dreht sich alles um Pharmazie!  Alle 14 Tage lädt sich die Gastgeberin Viktoria Gamsjäger interessante Persönlichkeiten aus der Pharmawelt zum Gespräch. Gemeinsam werden Hintergründe aktueller Probleme beleuchtet, Strategien für den besseren Umgang damit gesucht und Tipps für die Apothekenpraxis vermittelt. Der Podcast wagt aber auch den Blick über den Tara-Rand hinweg in arzneimittel-relevante Bereiche, die weniger bekannt sind – obwohl sie im Apothekenalltag eine wichtige Rolle spielen.  Und wie in der Apotheke, geht es bei tara&talk nicht nur um Fakten, sondern um Menschen. Jeder Talk-Gast bringt neben der Expertise auch eine spannende Lebensgeschichte mit.    tara&talk ist der Info-Personality-Podcast für Österreichs Pharmabranche.  Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information.
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„tara&talk“

Worum geht es? Danach fragen wir noch nach dem Grund.

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