Zu den Protesten in Iran: „Wir waren in Deutschland nicht konsequent genug gegenüber den Despoten"

Zu den Protesten in Iran: „Wir waren in Deutschland nicht konsequent genug gegenüber den Despoten"

Farhid Habibi über die Hoffnungen und den Kampf der Menschen in Iran und in der deutschen Diaspora für einen freien und demokratischen Iran.
52 Minuten

Beschreibung

vor 3 Wochen
Am 28. Dezember 2025 demonstrierten in Teheran Ladenbesitzer und
Händler, die sogenannten Basaris: ausgelöst durch die hohe
Inflation von über 40 Prozent und den dramatischen Verfall der
Landeswährung Rial. Traditionell gehört die unternehmerische
Mittelschicht zu den wirtschaftlichen Stützen des Regimes. Doch die
wirtschaftliche Krise betrifft alle Bevölkerungsgruppen. Die sich
rasch ausbreitenden Demonstrationen wurden auch von Studenten und
Oppositionsgruppen unterstützt. Besonders heikel für die Herrscher
in Teheran: Ausgerechnet der Sohn des vor 47 Jahren gestürzten
Schah ist für viele Iraner ein Hoffnungsträger. Auf den
Demonstrationen wird die Parole „Javid Shah“(Es lebe der König)
gerufen. Der von den Monarchisten als „Kronprinz“ bezeichnete Reza
Schah hatte bald nach Ausbruch der Proteste, aus seinem Exil in den
USA, den Sturz des Regimes gefordert und seine geplante Rückkehr in
die Heimat angekündigt. Die iranischen Milizen gingen in den
letzten vier Wochen mit äußerster Brutalität gegen die
Demonstranten vor. Inzwischen werden bis zu 30.000 Getötete und
Hunderttausende Verletzte und Schwerverletzte befürchtet.
Zehntausenden Verhafteten droht die Todesstrafe. Die extreme Gewalt
der Sicherheitskräfte und die vollständige Abschaltung von Internet
und Telefonie haben die Proteste stark eingedämmt. Bis heute ist
das Internet nur eingeschränkt nutzbar, und Telefonate ins Ausland
sind kaum möglich. Viele der etwa 400.000 Deutschiraner haben sich
mit den Protestierenden solidarisiert und am 24. Januar in
Düsseldorf zu Zehntausenden für Freiheit und Menschenrechte in Iran
demonstriert. Eine europaweite Demonstration ist für den 14.
Februar in München angekündigt. Organisiert wird sie von The Munich
Circle. The Munich Circle ist ein im Jahr 2022 von Deutsch-Iranern
in München gegründeter gemeinnütziger Verein. Er setzt sich für
iranische Flüchtlinge ein, die bei den
Frau-Leben-Freiheit-Protesten 2022 verletzt wurden und vor
politischer Verfolgung nach Deutschland geflohen sind. Mit dem
Unternehmer und 1. Vorsitzenden von The Munich Circle, Farhid
Habibi, sprechen wir über die Hoffnungen und den Kampf der Menschen
in Iran und in der deutschen Diaspora für einen freien und
demokratischen Iran.

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