Mittels KI erzeugte Deepfakes: Was sagt die Rechtswissenschaft?
Mit Viktoria Kraetzig von der Goethe-Universität Frankfurt am Main
56 Minuten
Podcast
Podcaster
Beschreibung
vor 3 Wochen
Plötzlich das eigene Gesicht wie lebensecht auf Bildern zu sehen,
die fiktive Situationen zeigen, oder die eigenen Stimme Sätze sagen
zu hören, die man nie gesprochen hat: Diese Vorstellung ist
beunruhigend. Mit generativer KI können inzwischen spielend leicht
täuschend echte Medieninhalte erzeugt werden, die reale Personen in
erfundene Kontexte setzen. In der Öffentlichkeit haben vor allem
böswillige Deepfakes viel Aufmerksamkeit erregt, denn die Empörung
über den Missbrauch generativer KI ist groß: Der Ausdruck Deepfakes
wird verbunden mit Betrug, Manipulation der Öffentlichkeit, und
pornografischen oder intimen Darstellungen ohne Einverständnis der
abgebildeten Personen. Dieselbe Technologie kann freilich auch für
vergleichsweise harmlose Zwecke eingesetzt werden: In Kunst und
Kultur wird mit den neuen Möglichkeiten experimentiert, geschützt
von der Kunstfreiheit und mit Freude gerade an dem, was vom Realen,
Erwartbaren abweicht und nicht „Fake“ im Sinne von Täuschung sein
soll. Und in der schnellen, wirtschaftlich orientierten Produktion
von Bild- und Tonmaterialien für Werbung oder in der
Unterhaltungsindustrie führen KI-Technologien nicht nur zu
Zeitersparnis und neuen Workflows, sondern eröffnen auch einen
potentiellen Markt für Persönlichkeitsmerkmale, die als Grundlage
für KI-generierte Inhalte dienen – auch über den Tod der
Menschen hinaus, deren Erscheinung diese Inhalte nachempfinden.
Sind diese Fälle eine Herausforderung für Recht und Justiz?
Viktoria Kraetzig ist Privatdozentin für Bürgerliches Recht,
Wirtschaftsrecht und Informationsrecht an der Goethe-Universität
Frankfurt am Main und befasst sich als Juristin unter anderem
intensiv mit Fragen zu Urheber- und Medienrecht. Im Digitalgespräch
erklärt die Expertin, wie die Rechtswissenschaften das Phänomen
„Deepfakes“ fassen und ob die bestehenden Instrumente ausreichen,
um es in seiner Bedrohlichkeit einzuhegen. Sie beschreibt, welche
Rechtsgüter von der Diskussion um Deepfake-Technologien berührt
werden und welche Fragen unter Juristen strittig sind. Mit den
Gastgeberinnen Marlene Görger und Petra Gehring diskutiert
Kraetzig, worin sich die neuen KI-generierten Bilder von den
bisherigen Beispielen aus Werbung oder Satire unterscheiden, welche
Rolle Geschmack und persönliche Schmerzgrenzen spielen – und warum
die Rechtsdurchsetzung in digitalen Räumen an ihre Grenzen kommt.
Link zum Originalbeitrag:
https://zevedi.de/digitalgespraech-074-viktoria-kraetzig Zu einem
Bericht über das Urteil des Landgerichts Berlin über die
Nachbildung einer Synchronstimme mittels KI bei heise online:
https://www.heise.de/news/Persoenlichkeitsrecht-Synchronstimme-ist-vor-KI-Nachahmung-geschuetzt-10623565.html
Zu einem Bericht über das Hirschhausen-Urteil auf der Webseite des
WDR:
https://presse.wdr.de/plounge/wdr/unternehmen/2025/03/20250328_hirschhausen_urteil.html
Zu Viktoria Kraetzigs Profil auf der Webseite der
Goethe-Universität:
https://www.jura.uni-frankfurt.de/122384174/ContentPage_122384174
die fiktive Situationen zeigen, oder die eigenen Stimme Sätze sagen
zu hören, die man nie gesprochen hat: Diese Vorstellung ist
beunruhigend. Mit generativer KI können inzwischen spielend leicht
täuschend echte Medieninhalte erzeugt werden, die reale Personen in
erfundene Kontexte setzen. In der Öffentlichkeit haben vor allem
böswillige Deepfakes viel Aufmerksamkeit erregt, denn die Empörung
über den Missbrauch generativer KI ist groß: Der Ausdruck Deepfakes
wird verbunden mit Betrug, Manipulation der Öffentlichkeit, und
pornografischen oder intimen Darstellungen ohne Einverständnis der
abgebildeten Personen. Dieselbe Technologie kann freilich auch für
vergleichsweise harmlose Zwecke eingesetzt werden: In Kunst und
Kultur wird mit den neuen Möglichkeiten experimentiert, geschützt
von der Kunstfreiheit und mit Freude gerade an dem, was vom Realen,
Erwartbaren abweicht und nicht „Fake“ im Sinne von Täuschung sein
soll. Und in der schnellen, wirtschaftlich orientierten Produktion
von Bild- und Tonmaterialien für Werbung oder in der
Unterhaltungsindustrie führen KI-Technologien nicht nur zu
Zeitersparnis und neuen Workflows, sondern eröffnen auch einen
potentiellen Markt für Persönlichkeitsmerkmale, die als Grundlage
für KI-generierte Inhalte dienen – auch über den Tod der
Menschen hinaus, deren Erscheinung diese Inhalte nachempfinden.
Sind diese Fälle eine Herausforderung für Recht und Justiz?
Viktoria Kraetzig ist Privatdozentin für Bürgerliches Recht,
Wirtschaftsrecht und Informationsrecht an der Goethe-Universität
Frankfurt am Main und befasst sich als Juristin unter anderem
intensiv mit Fragen zu Urheber- und Medienrecht. Im Digitalgespräch
erklärt die Expertin, wie die Rechtswissenschaften das Phänomen
„Deepfakes“ fassen und ob die bestehenden Instrumente ausreichen,
um es in seiner Bedrohlichkeit einzuhegen. Sie beschreibt, welche
Rechtsgüter von der Diskussion um Deepfake-Technologien berührt
werden und welche Fragen unter Juristen strittig sind. Mit den
Gastgeberinnen Marlene Görger und Petra Gehring diskutiert
Kraetzig, worin sich die neuen KI-generierten Bilder von den
bisherigen Beispielen aus Werbung oder Satire unterscheiden, welche
Rolle Geschmack und persönliche Schmerzgrenzen spielen – und warum
die Rechtsdurchsetzung in digitalen Räumen an ihre Grenzen kommt.
Link zum Originalbeitrag:
https://zevedi.de/digitalgespraech-074-viktoria-kraetzig Zu einem
Bericht über das Urteil des Landgerichts Berlin über die
Nachbildung einer Synchronstimme mittels KI bei heise online:
https://www.heise.de/news/Persoenlichkeitsrecht-Synchronstimme-ist-vor-KI-Nachahmung-geschuetzt-10623565.html
Zu einem Bericht über das Hirschhausen-Urteil auf der Webseite des
WDR:
https://presse.wdr.de/plounge/wdr/unternehmen/2025/03/20250328_hirschhausen_urteil.html
Zu Viktoria Kraetzigs Profil auf der Webseite der
Goethe-Universität:
https://www.jura.uni-frankfurt.de/122384174/ContentPage_122384174
Weitere Episoden
46 Minuten
vor 6 Tagen
47 Minuten
vor 2 Monaten
44 Minuten
vor 3 Monaten
51 Minuten
vor 3 Monaten
40 Minuten
vor 4 Monaten
In Podcasts werben
Kommentare (0)