Vom Fachkräftemangel zur KI-Transformation

Vom Fachkräftemangel zur KI-Transformation

Wir sprechen über...   Die größten Veränderungen, die unsere Arbeitswelt in den nächsten Jahren prägen werden. Welche Maßnahmen ergriffen werden können, um die demografischen Veränderungen aufzufangen? Ein Beispiel für eine Region,
28 Minuten
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Karriere und Erfolg im Berufsleben

Beschreibung

vor 3 Wochen
Wir sprechen über...   Die größten Veränderungen, die unsere
Arbeitswelt in den nächsten Jahren prägen werden. Welche Maßnahmen
ergriffen werden können, um die demografischen Veränderungen
aufzufangen? Ein Beispiel für eine Region, die das bereits gut
gemacht hat. Wie die Bildungspolitik darauf reagieren muss.
Interviewpartnerin: Dr. Christa Larsen, Leiterin des Instituts für
Wirtschaft, Arbeit und Kultur an der Goethe Universität, Frankfurt.
Im Interview: Dr. Christa Larsen Arbeitsmarkt im Wandel: Demografie
und KI als zentrale Treiber Im Gespräch mit Dr. Christa Larsen wird
deutlich: Der Arbeitsmarkt steht vor tiefgreifenden strukturellen
Veränderungen, die weit über kurzfristige Konjunkturzyklen
hinausgehen. Als Leiterin des Institut für Wirtschaft, Arbeit und
Kultur (IWAK) an der Goethe-Universität Frankfurt berät sie seit
Jahren Politik und Regionen zu Arbeitsmarkt- und
Transformationsfragen – mit einem klaren Blick auf Praxisnähe und
aktuelle Entwicklungen. Zentraler Taktgeber des Arbeitsmarktes ist
laut Larsen längst nicht mehr die Konjunktur, sondern die
Demografie. Seit 2017 prägt der altersbedingte Ausstieg der
Babyboomer den Markt – und diese Entwicklung wird noch Jahrzehnte
anhalten. Die Zahl der nachrückenden Erwerbspersonen reicht nicht
aus, um die Lücken zu schließen. Zuwanderung, die Aktivierung
vorhandener Potenziale sowie der Einsatz neuer Technologien sind
daher unverzichtbar. Gleichzeitig zeigen sich deutliche
Unterschiede zwischen Stadt und Land sowie zwischen Fachkräfte- und
Arbeitskräftemangel. Ein weiterer Beschleuniger des Wandels ist
Künstliche Intelligenz. Während klassische Digitalisierung vor
allem die industrielle Produktion verändert hat, trifft KI
insbesondere wissensintensive Tätigkeiten – und damit viele
akademisch Qualifizierte. Routineaufgaben in Bereichen wie
Beratung, HR oder Marketing lassen sich zunehmend automatisieren.
Das erschwert vor allem Berufseinsteige den Zugang zum
Arbeitsmarkt, während erfahrene Fachkräfte weniger betroffen sind.
Dr. Larsen betont, dass Bildungspolitik und Weiterbildung neu
gedacht werden müssen. Lebenslanges Lernen, Kompetenzentwicklung
und die Fähigkeit, mit Unsicherheit umzugehen, werden entscheidend.
Formale Abschlüsse allein reichen nicht mehr aus – gefragt sind
flexible Lernangebote, die unterschiedliche Generationen und
Lernstile berücksichtigen. Besonders wichtig ist aus ihrer Sicht
der regionale Ansatz. Jede Region hat eigene Branchenstrukturen und
demografische Herausforderungen. Ein Beispiel für erfolgreiche
Praxis ist der Main-Kinzig-Kreis, wo in einem Reallabor Akteure aus
Wirtschaft, Politik, Verwaltung und Zivilgesellschaft gemeinsam
Zukunftsszenarien entwickeln und Maßnahmen erproben. Solche
evidenzbasierten Ansätze stärken die Resilienz ganzer Regionen. Für
Studierende und Berufseinsteiger hat Dr. Larsen einen klaren Rat:
Ruhe bewahren, Praxiserfahrung sammeln, Netzwerke aufbauen und
Entwicklungen aufmerksam verfolgen. Trotz generellen
Arbeitskräftemangels bedeutet der technologische Wandel nicht
automatisch einen Arbeitnehmermarkt – gerade Einstiegsaufgaben
verändern sich rasant. Das Interview zeigt eindrücklich: Die
Arbeitswelt der Zukunft entsteht aus dem Zusammenspiel von
Demografie, Technologie und Qualifikation – und erfordert
vorausschauendes, regional differenziertes Handeln. Das Institut
Das Institut für Wirtschaft, Arbeit und Kultur (IWAK) ist ein
Forschungsinstitut an der Goethe-Universität Frankfurt am Main. Es
beschäftigt sich mit den Wechselwirkungen zwischen wirtschaftlichem
Wandel, Arbeitsmarktentwicklung und gesellschaftlichen
Veränderungen.Schwerpunkte der Forschung sind Digitalisierung und
Automatisierung, regionale Arbeitsmärkte, Fachkräfteentwicklung
sowie Qualifizierung und Bildung im Strukturwandel.Unter der
Leitung von Dr. Christa Larsen liefert das IWAK wissenschaftlich
fundierte Analysen und Handlungsempfehlungen für Politik,

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