Episode 10: Die perfekte Schule für ADHS | Der wohl längste Schulweg der Schweiz

Episode 10: Die perfekte Schule für ADHS | Der wohl längste Schulweg der Schweiz

27 Minuten

Beschreibung

vor 1 Monat

Simon und Nils widmen sich einer Hörerfrage von Dominic: Was
brauchen Menschen mit ADHS in der Schule und im Beruf?


Nils' Antithese zum gängigen Konzept: ADHS-Kinder brauchen nur
dann extrem viel Struktur, wenn sie extrinsische
Ziele erreichen sollen – also Ziele, die nicht ihre
eigenen sind. Sobald sie ihren eigenen Interessen nachgehen
können, entfalten sie einen unglaublichen Hyperfokus und sind
extrem lernfähig.


Das Problem: Unser Schulsystem zwingt Kinder in ein Raster, das
für viele neurodivergente Menschen schlicht nicht funktioniert.
Die Folge? Schlechte Noten, Hausaufgabenkonflikte,
Verhaltensauffälligkeiten und dramatische Familiensituationen.
Erst wenn der Leidensdruck unerträglich wird, suchen Eltern nach
Alternativen.


Am Lernhaus Sole sind etwa 50% der Kinder neurodivergent – und
das ist bewusst so gewollt. Denn echte Inklusion bedeutet nicht,
alle in ein System zu zwängen, sondern Vielfalt zu ermöglichen.
Ein Kind fährt sogar drei Stunden pro Weg von
Bern nach Glarus, weil es dort endlich lernen kann, was es
interessiert – etwa Schneeflocken unter dem Mikroskop
anzuschauen.


Nils' radikale Forderung: Förderklassen sollten zu
Pionierklassen werden – ohne Noten, ohne Fächer,
ohne klassischen Unterricht. Stattdessen: Makerspaces,
Bibliotheken und selbstbestimmtes Lernen.


Die beiden diskutieren auch, wie lange das Zertifikats- und
Notendenken in unserer Arbeitswelt noch funktionieren wird, warum
"einfach machen" wichtiger ist als perfekte Planung und wieso wir
alle zu Lebensgestaltern werden müssen statt nur
den einen perfekten Beruf zu suchen.


Kernthemen: ADHS, Neurodivergenz, Hyperfokus,
Schulsystem-Kritik, Diversität, Förderklassen, selbstbestimmtes
Lernen, Lebensgestaltung, Zertifikatsdenken

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