Bremst das Aus vom Verbrenner-Aus das Elektroauto aus?

Bremst das Aus vom Verbrenner-Aus das Elektroauto aus?

Sebastian Bock von T&E Deutschland über das "Auto-Paket" der EU
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Die Elektromobilität wächst – und wir schauen hinter die Kulissen, beleuchten Trends und Kontroversen.

Beschreibung

vor 22 Stunden

In dieser Episode von eMobility Insights spricht
electrive-Chefredakteur Peter Schwierz mit Sebastian
Bock, Geschäftsführer von Transport & Environment
(T&E) Deutschland, über das neue "Auto-Paket" der
EU-Kommission und seine Folgen für Elektromobilität, Industrie
und Klima.


Bock ordnet den kurz vor Weihnachten vorgestellten Vorschlag ein
und kommt zu einem kritischen Fazit: Die geplante
Flexibilisierung der CO₂-Regulierung schafft vor allem neue
Unsicherheit – für Autohersteller, aber auch für das gesamte
Ökosystem der Elektromobilität, von Ladeinfrastruktur über
Batteriezellfertigung bis hin zum Netzausbau.
Investitionssicherheit gehe verloren, während Mobilität für
Kunden eher teurer werde. Zudem warnt Bock vor einer realen
Klimaschutzlücke, da Einsparungen teilweise doppelt angerechnet
würden.


Zentral ist die geplante „10-Prozent-Flexibilität“ ab 2035: Statt
eines klaren Null-Emissionsziels dürfen Hersteller einen
Emissions-„Rucksack“ füllen – etwa mit
Plug-in-Hybriden, Range
Extendern oder sogar klassischen Verbrennern.
Problematisch ist dabei der große Unterschied zwischen
Prüfstands- und Realemissionen, insbesondere bei
Plug-in-Hybriden, die auf der Straße bis zu fünfmal mehr CO₂
ausstoßen als offiziell angegeben. Entscheidend wird daher die
Weiterentwicklung des sogenannten Utility
Factors, der reale Fahrdaten stärker berücksichtigen
soll – und politisch heftig umkämpft ist.


Anhand konkreter Szenarien diskutieren Bock und Schwierz ganz
konkret, wie Hersteller von BMW bis
Volkswagen die neuen Regeln strategisch nutzen
könnten. Bock warnt aber davor, den elektrischen Hochlauf zu
verlangsamen. Denn global – insbesondere in
China – sei Elektromobilität längst
industriepolitische Realität. Ohne klare Regulierung drohe Europa
weiter zurückzufallen.


Positive Impulse sieht Bock bei den geplanten Super Credits für
kleine, in Europa produzierte Elektroautos sowie bei
verbindlichen E-Auto-Quoten für große Unternehmensflotten ab
2030. Gerade der Dienstwagenmarkt könne ein starker Hebel für
Nachfrage, Gebrauchtwagenmarkt und heimische Produktion sein.


Sein Fazit: Elektromobilität wird sich langfristig durchsetzen –
die entscheidenden Fragen sind wie schnell und
wer davon profitiert. Die aktuelle Debatte um
Technologieoffenheit bremst vor allem den Fortschritt und kommt
zur Unzeit. Während Europa zögert, setzt China längst konsequent
auf die Technologie der Zukunft.

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