357. Jahresrückblick: Wieso Politiker lügen und die Presse ihren Job nicht mehr macht (Commitment-Problem) - Prof Rieck
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vor 2 Tagen
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WEITERE INFORMATIONEN VON TEAM RIECK:
In der spieltheoretischen Analyse von Kommunikation – sogenannten
Signaling Games – ist ein Signal nur dann
informativ, wenn es für den Sender Kosten verursacht, die
untrennbar mit Qualität oder Wahrheitsgehalt verbunden sind
(Costly Signaling). Genau dieser Mechanismus ist
in der heutigen Medienlandschaft weitgehend kollabiert und wurde
durch einen Dauerzustand von Cheap Talk ersetzt.
Das Scheitern des Separating-Gleichgewichts
In funktionierenden Informationsmärkten entsteht ein
Separating-Gleichgewicht: Seriöse Akteure setzen ihre Reputation
als Einsatz ein und skandalisieren nur dann, wenn reale
Missstände vorliegen. Falschmeldungen wären für sie langfristig
zu teuer.
Die moderne Aufmerksamkeitsökonomie hat diese Logik jedoch
umgedreht. Die Grenzkosten für Empörung sind nahezu null, während
Klick-Erträge sofort realisiert werden. Unter diesen Bedingungen
ist es rational, jedes Ereignis maximal aufzublasen. Wird
Empörung billig, verliert sie ihren Informationswert.
Signalinflation und Babbling Equilibrium
Die Folge ist eine klassische Signalinflation.
Wenn ein banaler Versprecher medial gleich behandelt wird wie ein
systemischer Skandal, kollabiert der Signal-Rausch-Abstand.
Spieltheoretisch resultiert dies in einem Babbling
Equilibrium: Signale werden zwar permanent gesendet,
tragen aber keine Information mehr über die Realität. Der
Empfänger erkennt das Muster und hört auf zuzuhören. Das mediale
Dauergeschrei wird zur Hintergrundstrahlung.
Strategische Konsequenzen
Das gesellschaftliche Paradoxon: Diese permanente Skandalisierung
schützt jene Akteure, die eigentlich kontrolliert werden sollen.
In einer Welt, in der alles Skandal ist, existiert kein wirksamer
Skandal mehr. Relevante Fehlentwicklungen verschwinden im
Rauschen der nächsten Empörungswelle.
Für politische Entscheider sinken damit die Kosten von
Fehlverhalten – sie können darauf vertrauen, dass es im
Informationslärm untergeht.
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