US-Militäraktion in Venezuela - Ist das Völkerrecht am Ende?

US-Militäraktion in Venezuela - Ist das Völkerrecht am Ende?

Die USA bombardieren Venezuela und entführen den Präsidenten. Während Europa zögert, droht Trump bereits den Nächsten – diesmal in Richtung Grönland.
56 Minuten

Beschreibung

vor 4 Tagen
In der Nacht zum 3. Januar war es soweit: Nach wochenlanger
Eskalation bombardierte das US-Militär Ziele in Venezuelas
Hauptstadt Caracas, schließlich drangen Spezialkräfte in die Stadt
ein und entführten Venezuelas Präsidenten Nicolás Maduro, der
inzwischen in New York vor Gericht steht. In den USA und in vielen
Ländern Lateinamerikas feierten Exil-Venezolaner*innen den Schritt
- um dann allerdings wenig später zu merken, dass es den USA
offenbar gar nicht darum geht, in Venezuela der Demokratie oder der
Opposition zum Durchbruch zu verhelfen. Mit Ausnahme des
gekidnappten Staatschefs ist das System intakt, die neu als
Staatsoberhaupt vereidigte bisherige Vizepräsidentin Delcy
Rodriguez scheint in Sachen Ölvermarktung mit den USA kooperieren
zu wollen, und US-Präsident Trump selbst hat die Idee baldiger
Neuwahlen zunächst ausgeschlossen. Der gewaltsame Akt an sich
allerdings - nach übereinstimmender Ansicht nahezu aller
Expert*innen ein eklatanter Verstoß gegen das Völkerrecht - hat
Schockwellen um die Welt geschickt, nicht nur nach Lateinamerika.
Die Europäische Union, auch die Bundesrepublik, eiern in ihren
Reaktionen herum, während Trump längst die nächsten Drohungen
loslässt, jetzt wieder in Richtung Grönland. Was also hat all das
zu bedeuten? Sind wir schon mittendrin in einer neuen Weltordnung,
in der sich Russland, China und die USA die Welt in Einflusssphären
aufteilen und alle anderen nichts zu sagen haben? Sind Völkerrecht
und multilaterale Bündnisse tot? Und letztlich auch: Wie geht es in
Venezuela selbst weiter, und was bedeutet all das für Trump auch
innenpolitisch? Darüber spricht taz-Auslandsredakteur Bernd Pickert
mit der aus Kolumbien zugeschalteten Lateinamerika-Korrespondentin
Katharina Wojczenko, Wochentaz-Politikchefin und
Sicherheitspolitikexpertin Tanja Tricarico und Leon Holly, derzeit
in der Auslandsredaktion zuständig für die USA und Lateinamerika.

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