Superwahljahr: Wie stark ist die AfD?

Superwahljahr: Wie stark ist die AfD?

Die AfD gibt sich selbstbewusst, vor allem wegen ihrer hohen Umfragewerte in Sachsen-Anhalt. Doch jetzt häufen sich Vorwürfe über Vetternwirtschaft und im Landesverband tobt ein Machtkampf
1 Stunde 2 Minuten

Beschreibung

vor 1 Woche
Spätestens seit der letzten Bundestagswahl gehört zum Wahlabend der
beunruhigte Blick auf den Balken der AfD. 2026 stehen in fünf
Bundesländern Landtagswahlen an. Die AfD ist selbstbewusst ins
Wahljahr gestartet, vor allem mit Blick auf ihre hohen Umfragewerte
in Sachsen-Anhalt. Dort wähnt sie sich so nah an der Macht wie nie
zuvor, und möchte nach der Wahl im September am liebsten allein
regieren. Was die Partei plant, wenn sie regiert, kann man in ihrem
Entwurf für das Wahlprogramm in Sachsen-Anhalt sehen. Da spricht
sie von "Remigration", ein Euphemismus für Massenabschiebungen und
ein Kampfbegriff der Neuen Rechten. Regenbogenflaggen sollen im
Bundesland nicht mehr wehen, stattdessen soll an Schulen die
Deutschlandfahne gehisst werden. Angekündigt werden im AfD-Entwurf
auch tiefe Eingriffe ins Bildungssystem, mit weitreichenden Folgen
für Schüler:innen, Personal und Lehrpläne. Die staatliche Förderung
von Vereinen und Kultur soll von "patriotischer Gesinnung"
abhängen. Dieser Entwurf liest sich wie das Muster für einen
Staatsumbau, wie man ihn aus Ländern wie Ungarn unter Viktor Orbán
kennt. Doch jetzt tobt im AfD-Landesverband Sachsen-Anhalt, der vom
Verfassungsschutz als gesichert rechtsextrimistisch eingestuft
wird, ein Machtkampf. In den vergangen Tagen häuften sich Vorwürfe
über Vetternwirtschaft. Der Vater des AfD-Spitzenkandidaten
arbeitet für einen AfD-Bundestagsabgeordneten, immer mehr
sogenannte "Über-Kreuz-Anstellungen" werden bekannt, Geschwister,
Ehepartner und Kinder von AfD-Politiker:innen, die bei anderen
AfD-Politiker:innen angestellt sind. Rechtlich geht das, aber es
hat ein "Geschmäckle", wie selbst Bundesparteichef Tino Chrupalla
in einer Talkshow einräumte. Vetternwirtschaft? Ausgerechnet bei
der Partei, die anderen Parteien regelmäßig Filz vorwirft? Da
beschert eine Verwandtenaffäre in den eigenen Reihen ein
Glaubwürdigkeitproblem. Bislang hat noch keiner der zahlreichen
Partei-Skandale die Wahlerfolge der AfD gebremst. Haben nun die
Vetternwirtschaft-Vorwürfe das Potential, die Aussichten der AfD im
Wahljahr trüben? Stößt die Strategie der AfD, rechtsextreme
Programmatik hinter bürgerlicher Fassade, an ihre Grenzen? Darüber
diskutieren Gareth Joswig, Redakteur im taz-Parlamentsbüro und
zuständig für die AfD, David Muschenich, Korrespondent für die
ostdeutschen Bundesländer und Anne Fromm, die das Reportage- und
Rechercheressort leitet. Moderiert wird die Folge von [Martina
Mescher aus dem Politikteam der wochentaz.

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