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Episoden
08.01.2026
56 Minuten
In der Nacht zum 3. Januar war es soweit: Nach wochenlanger
Eskalation bombardierte das US-Militär Ziele in Venezuelas
Hauptstadt Caracas, schließlich drangen Spezialkräfte in die Stadt
ein und entführten Venezuelas Präsidenten Nicolás Maduro, der
inzwischen in New York vor Gericht steht. In den USA und in vielen
Ländern Lateinamerikas feierten Exil-Venezolaner*innen den Schritt
- um dann allerdings wenig später zu merken, dass es den USA
offenbar gar nicht darum geht, in Venezuela der Demokratie oder der
Opposition zum Durchbruch zu verhelfen. Mit Ausnahme des
gekidnappten Staatschefs ist das System intakt, die neu als
Staatsoberhaupt vereidigte bisherige Vizepräsidentin Delcy
Rodriguez scheint in Sachen Ölvermarktung mit den USA kooperieren
zu wollen, und US-Präsident Trump selbst hat die Idee baldiger
Neuwahlen zunächst ausgeschlossen. Der gewaltsame Akt an sich
allerdings - nach übereinstimmender Ansicht nahezu aller
Expert*innen ein eklatanter Verstoß gegen das Völkerrecht - hat
Schockwellen um die Welt geschickt, nicht nur nach Lateinamerika.
Die Europäische Union, auch die Bundesrepublik, eiern in ihren
Reaktionen herum, während Trump längst die nächsten Drohungen
loslässt, jetzt wieder in Richtung Grönland. Was also hat all das
zu bedeuten? Sind wir schon mittendrin in einer neuen Weltordnung,
in der sich Russland, China und die USA die Welt in Einflusssphären
aufteilen und alle anderen nichts zu sagen haben? Sind Völkerrecht
und multilaterale Bündnisse tot? Und letztlich auch: Wie geht es in
Venezuela selbst weiter, und was bedeutet all das für Trump auch
innenpolitisch? Darüber spricht taz-Auslandsredakteur Bernd Pickert
mit der aus Kolumbien zugeschalteten Lateinamerika-Korrespondentin
Katharina Wojczenko, Wochentaz-Politikchefin und
Sicherheitspolitikexpertin Tanja Tricarico und Leon Holly, derzeit
in der Auslandsredaktion zuständig für die USA und Lateinamerika.
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24.12.2025
2 Stunden 6 Minuten
Wie in jedem Jahr geht der Bundestalk mit einer Sonderfolge in die
Weihnachtspause. Fünf Personen diskutieren bei Stollen, Plätzchen
und Wein fünf Thesen zum vergangenen Jahr. Das ist intensiv,
manchmal erregt, manchmal auch lustig - und geht fast zweieinhalb
Stunden lang. Zur debatte hat sich das gesamte
Bundestalk-Moderationsteam in dem kleinen Podcast-Studio versammel.
- also: Auslandtagsredakteur Bernd Pickert, Martina Mescher vom
Politikteam der Wochentaz, Stefan Reinecke und Sabine am Orde aus
dem taz-Parlamentsbüro sowie als Special-Guest Wirtschaftsfachfrau
Ulrike Hermann. Die Thesen reichen thematisch vom
"Maga-Faschismus", dem Abstieg Europas und der chinesischen
Herausforderung für die deutsche Wirtschaft bis zu den Fragen, ob
die Kombi aus Sozialdemokratie der 1970er Jahre und Popkultur als
Erfolgsrezept für die Linke reicht und Merz als Außenkanzler
vielleicht gar nicht ist. Da allerdings war der Widerspruch groß.
Wir hatten Spaß, Ihr habt ihn hoffentlich auch. Schöne Feiertage!
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18.12.2025
59 Minuten
In Chile hat Jose Antonio Kast die Wahl gewonnen. Die Linke, vor
ein paar Jahren mit viel Hoffnungen gewählt, hat verloren. Denn
Angst vor Migranten und vor Kriminalität sind nicht nur in Chile
beherrschende Themen. Sie nutzen den Rechten. Zudem droht Trump
Ländern wie Mexiko und Venezuela offen militärische Interventionen
an. US-Militär hat fast 100 Menschen vor allem aus Venezuela auf
offener See ermordet, die sie als Drogenschmuggler verdächtigen.
Auf den Kopf von Nicolas Maduro, den autoritär regierende
Präsidenten von Venezuela, haben die USA ein Kopfgeld von 50
Millionen ausgesetzt. Kehren die USA unter Trump zu der alten
Hinterhof-Politik zurück? Ein finsteres Bild. Es gibt auch ein paar
Hoffnungszeichen. Mexikos linke Präsidentin Claudia Sheinbaum
zeigt, das es möglich ist, auf Trumps Drohungen rational zu
antworten.
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11.12.2025
57 Minuten
Donald Trump hat eine Nationale Sicherheitsstrategie vorgelegt –
und halb Europa ist alarmiert. Denn diese Strategie ist ein Angriff
auf die EU. Die Staaten Europas werden, so das Papier, von
Migranten überrollt, sie sind wirtschaftliche kaputt und werden von
der EU ruiniert. Das Ganze liest sich wie ein Wahlkampfrede von
Alice Weidel. Zu Russland kaum ein kritisches Wort. Ist nur die
übliche dampfende Trump-Rhetorik - oder wirklich die Drohung dass
mit US-Hilfe Rechtsradikale von Madrid bis Berlin nach der Macht
greifen sollen? Europa muss endlich begreifen, dass es einer neuen
Welt lebt - einer Ordnung nach dem Untergang des alten Westens.
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04.12.2025
1 Stunde 3 Minuten
Wer sind die Grünen und wo stehen sie? Beim ersten Parteitag nach
der Bundestagswahl ging es für die Grünen um Selbstfindung und
strategische Ausrichtung. Viel Zeit bleibt ihnen dafür nicht, 2026
stehen fünf Landtagswahlen an. Den Auftakt macht im März
Baden-Württemberg, wo Cem Özdemir Ministerpräsident werden will,
und mit hohen Umfragewerten für die CDU und der Krise der
Autoindustrie zu kämpfen hat. Klimaschutz muss sozial sein, darüber
waren sich die Grünen bei der Bundesdelegiertenkonferenz einig. Und
wollen dafür auch die die Reichen zur Kasse bitten. Rückkehr zum
9-Euro-Ticket, Steuern für Privatjets und keine Gasbohrungen vor
der Insel Borkum lauten die Beschlüsse. Gestritten wurde beim
Parteitag auch, zum Beispiel bei der Debatte über den Wehrdienst.
Am Ende stimmten die Grünen für eine Musterungspflicht, gegen den
Willen der Grünen Jugend. In den letzten Jahren prägten Annalena
Baerbock und Robert Habeck einen Mitte-Kurs der Partei. In Zeiten
des Rechtsrucks sei links für ihn kein Schimpfwort, sondern ein
Auftrag, sagte Co-Parteichef Felix Banaszak. Zumindest
klimapolitisch sind die Grünen bei diesem Parteitag nach links
gerückt.
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Über diesen Podcast
Einmal in der Woche blicken taz-Redakteur*innen auf die politische
Lage im In- und Ausland
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