Podcaster
Episoden
19.02.2026
1 Stunde 4 Minuten
Auf der Münchner Sicherheitskonferenz hielt Bundeskanzler Friedrich
Merz eine Rede, in der er präzise die Zerwürfnisse in den
transatlantischen Beziehungen und das Kippen der regelbasierten
Weltwordnung analysierte. Wie es um die Stimmungslage in der
Bundesrepublik und in der eigenen Partei aussieht, scheint er aber
weniger genau im Blick zu haben. Vor dem Bundesparteitag der CDU,
der am Freitag in Stuttgart beginnt, zeigt die Partei ein kakofones
Bild. Der Wirtschaftsflügel überschlägt sich mit einem Wirrwarr an
neoliberalen Vorschlägen zum Sozialabbau im Sound der 90er Jahre.
Die Junge Union will alles konzertierter und schneller und der
Arbeitnehmerflügel sorgt sich um das Dasein als Volkspartei,
angesichts der Dominanz der Wirtschaftsliberalen in der Partei. Vor
fast einem Jahr war die Bundestagswahl, jetzt steht mit der
Landtagswahl in Baden-Württemberg der Auftakt des Superwahljahres
2026 an. Die CDU unter Merz will den Sozialsstaat reformieren, aber
radikale Forderungen machen noch kein Konzept. Sie wünscht sich
Volksparteiergebnisse, aber verprellt die Arbeitnehmerinnen. Und
sie sieht sich als Wirtschaftspartei, aber was ist eigentlich ihr
Plan, um die Konjunktur zu beleben? Darüber sprechen Sabine am
Orde, innenpolitische Korrespondentin der taz, Anna Lehmann,
Leiterin des Parlamentsbüros und Jonas Waack aus dem
Wirtschaftsressort der taz, moderiert von Martina Mescher aus dem
wochentaz-Politikteam.
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12.02.2026
1 Stunde 2 Minuten
Spätestens seit der letzten Bundestagswahl gehört zum Wahlabend der
beunruhigte Blick auf den Balken der AfD. 2026 stehen in fünf
Bundesländern Landtagswahlen an. Die AfD ist selbstbewusst ins
Wahljahr gestartet, vor allem mit Blick auf ihre hohen Umfragewerte
in Sachsen-Anhalt. Dort wähnt sie sich so nah an der Macht wie nie
zuvor, und möchte nach der Wahl im September am liebsten allein
regieren. Was die Partei plant, wenn sie regiert, kann man in ihrem
Entwurf für das Wahlprogramm in Sachsen-Anhalt sehen. Da spricht
sie von "Remigration", ein Euphemismus für Massenabschiebungen und
ein Kampfbegriff der Neuen Rechten. Regenbogenflaggen sollen im
Bundesland nicht mehr wehen, stattdessen soll an Schulen die
Deutschlandfahne gehisst werden. Angekündigt werden im AfD-Entwurf
auch tiefe Eingriffe ins Bildungssystem, mit weitreichenden Folgen
für Schüler:innen, Personal und Lehrpläne. Die staatliche Förderung
von Vereinen und Kultur soll von "patriotischer Gesinnung"
abhängen. Dieser Entwurf liest sich wie das Muster für einen
Staatsumbau, wie man ihn aus Ländern wie Ungarn unter Viktor Orbán
kennt. Doch jetzt tobt im AfD-Landesverband Sachsen-Anhalt, der vom
Verfassungsschutz als gesichert rechtsextrimistisch eingestuft
wird, ein Machtkampf. In den vergangen Tagen häuften sich Vorwürfe
über Vetternwirtschaft. Der Vater des AfD-Spitzenkandidaten
arbeitet für einen AfD-Bundestagsabgeordneten, immer mehr
sogenannte "Über-Kreuz-Anstellungen" werden bekannt, Geschwister,
Ehepartner und Kinder von AfD-Politiker:innen, die bei anderen
AfD-Politiker:innen angestellt sind. Rechtlich geht das, aber es
hat ein "Geschmäckle", wie selbst Bundesparteichef Tino Chrupalla
in einer Talkshow einräumte. Vetternwirtschaft? Ausgerechnet bei
der Partei, die anderen Parteien regelmäßig Filz vorwirft? Da
beschert eine Verwandtenaffäre in den eigenen Reihen ein
Glaubwürdigkeitproblem. Bislang hat noch keiner der zahlreichen
Partei-Skandale die Wahlerfolge der AfD gebremst. Haben nun die
Vetternwirtschaft-Vorwürfe das Potential, die Aussichten der AfD im
Wahljahr trüben? Stößt die Strategie der AfD, rechtsextreme
Programmatik hinter bürgerlicher Fassade, an ihre Grenzen? Darüber
diskutieren Gareth Joswig, Redakteur im taz-Parlamentsbüro und
zuständig für die AfD, David Muschenich, Korrespondent für die
ostdeutschen Bundesländer und Anne Fromm, die das Reportage- und
Rechercheressort leitet. Moderiert wird die Folge von [Martina
Mescher aus dem Politikteam der wochentaz.
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05.02.2026
58 Minuten
Im Iran hat das Regime die Massenproteste Anfang Januar mit einer
unfassbarer Gewalt und Brutalität niedergeschlagen. Laut
Time-Magazine könnten bis zu 30.000 Menschen getötet worden sein,
das Magazin beruft sich dabei auf zwei ranghohe Beamte des
iranischen Gesundheitsministeriums. Das Menschenrechtsnetzwerk
HRANA meldet inzwischen, dass es Bestätigungen für fast 7.000 Tote
hat, mehr als 10.000 Fälle werden weiter untersucht. Die Proteste
sind abgebrochen, die Menschen im Iran verzweifelt. Viele hoffen,
dass Hilfe von außen kommt. US-Präsident Donald Trump hat dem
iranischen Regime zuletzt immer wieder mit einem militärischen
Angriff gedroht, den Demonstrierenden hatte er auf seiner Plattform
Truth Social mitgeteilt, Hilfe sei unterwegs. Seit Anfang Januar
hat das US-Militär seine Präsenz in der Region deutlich ausgebaut,
etwa mit dem Flugzeugträger „USS Abraham Lincoln“ und dessen
Begleitschiffen. Jetzt aber soll es Gespräche zwischen den USA und
Iran geben, bei denen es anscheinend vor allem um das iranische
Atomprogramm gehen soll. Wie geht es weiter im Iran? Darum geht es
in der neuen Folge des Bundestalks, des politischen Podcasts der
taz. Wir fragen: Was würde ein militärisches Eingreifen der USA
bedeuten? Wie angeschlagen ist das iranische Regime und gibt es
interne Risse? Wie kann sich die Opposition überhaupt organisieren?
Was will Trump, welche Interessen haben die Staaten in der Region?
Ist Europa ein Player oder nur Zuschauer? Und warum sind in
Deutschland so wenig Menschen auf der Straße, um die Iranerinnen
und Iraner in ihrem Kampf zu unterstützen? Darüber diskutieren
Gilda Sahebi, deutsch-iranische Journalistin und taz-Autorin,
Nahost-Redakteurin Lisa Schneider und Leon Holly, der in der
Auslandsredaktion für die USA zuständig ist. Moderiert wird die
Folge von Sabine am Orde, der innenpolitischen Korrespondentin der
taz.
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29.01.2026
50 Minuten
Bundeskanzler Friedrich Merz findet, 14,5 Krankentage sind zu viel,
Gitta Connemann, die Vorsitzende der Mittelstands- und
Wirtschaftsunion will kein Recht auf "Lifestyle-Teilzeit". Die
Botschaft: die Menschen in Deutschland arbeiten zu wenig, sind zu
oft krank und zu wenig leistungsbereit. CDU und CSU setzen auf
harsche Appelle für mehr Arbeitsmoral. Ihre Antworten auf die
Wirtschaftskrise lauten: länger Arbeiten und ein schlankerer
Sozialstaat. In der schwarz-roten Koaltion treiben sie die SPD vor
sich her. 2026 soll das Jahr der Reformen sein, haben Friedrich
Merz und CSU-Chef Markus Söder verkündet. Rhetorisch setzen sie auf
altbekannte Narrative, die Erinnerungen an die Zeiten der Agenda
2010 hervorrufen. Drohen jetzt Sozialabbau, Leistungskürzungen und
die Schleifung von Arbeitnehmerrechten? Welche Vorschläge hat die
Sozialsstaatskommission gemacht? Und was wären zeitgemäße sozial-
und wirtschaftspolitische Antworten auf den Fachkräftemangel und
die Krise der Automobil- und Chemieindustrie?
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23.01.2026
60 Minuten
Donald Trump will jetzt doch Grönland nicht mehr annektieren.
Zumindest im Moment nicht. Auch EU-Staaten, die es gewagt hatten
gegen diese Erpressung zu protestieren, sollen von Strafzöllen
verschont bleiben. Warum dieser halbe Rückzug? Offenbar hat die
Ankündigung von Gegenzöllen seitens der EU geholfen - und ebenso,
dass ein militärischer Angriff auf Europa auch im Maga-Lager wenig
Fans hat. In Deutschland, das immer der transatlantische
Musterschüler war, halten viele Trump noch immer für einen Irrtum
der Geschichte, der bald korrigiert wird. Aber das ist eine
Illusion. Das Sicherheitsversprechen der Nato ist nach dieser
Eskalation nicht mehr viel wert. Aber wie wird Europa strategisch
unabhängig von den USA?
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Über diesen Podcast
Einmal in der Woche blicken taz-Redakteur*innen auf die politische
Lage im In- und Ausland
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