Wie sich die Rolle von ESG-Ratings verändert | Episode 107
Till Jung, ISS Stoxx, über das Streben nach Vergleichbarkeit und
bessere Daten
31 Minuten
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Beschreibung
vor 4 Tagen
Ab Mitte 2026 gelten neue Regeln im Markt für ESG-Ratings. Erstmals
übernimmt mit der ESMA eine Behörde die Aufsicht und Kontrolle über
Nachhaltigkeitsratingagenturen im europäischen Raum. Die
Regulierung soll für mehr Transparenz und Vergleichbarkeit der
Ratings sorgen, etwa durch Offenlegung der Methoden, Datenquellen
und Bewertungslogik. Vergleichbarkeit ist gewünscht –
Vereinheitlichung hingegen nicht, betont Till Jung, Managing
Director und Head of Sustainability Business bei dem
Datendienstleister ISS Stoxx, im Podcast „Nachhaltiges Investieren“
der Börsen-Zeitung. „Es gab ja auch Bestrebungen, durch diese
Regulierung die Methodik zu vereinheitlichen. Weil es immer Kritik
gibt, dass Ratings im Nachhaltigkeitsbereich stark
auseinandergehen, je nach Anbieter – wohingegen das doch so schön
ist im Kreditrating-Bereich, da sind sich alle einig“, sagt Jung.
„Aus meiner Sicht ist das eine etwas verkürzte Sichtweise, weil
natürlich im Bereich Nachhaltigkeit auch viel mehr verschiedene
Themen zu bewerten sind.“ Investoren müssten sich die
unterschiedlichen Methoden anschauen und dann entscheiden, welche
Gewichtung zu ihnen passt. Manchen sei beispielsweise die Bewertung
kurzfristiger finanzieller Risiken wichtig, anderen die
Auswirkungen der Unternehmenstätigkeit auf Gesellschaft und Umwelt.
„Es ist ganz wichtig, dass man einfach anerkennt, dass es
unterschiedliche Anforderungen und Nachfragen im Markt gibt“, sagt
Jung. In seiner Wahrnehmung hat sich die Rolle der
Nachhaltigkeitsratings verändert. „Früher hatten viele Fondsmanager
und Vermögensverwalter gar keine Expertenabteilungen zu dem Thema
nachhaltiges Investment“, erinnert er sich. Ratings sollten in
diesen Fällen die benötigten Daten liefern und Orientierung bieten.
Mittlerweile ist bei vielen Fondsmanagern allerdings eigenes
Expertenwissen vorhanden. Manche Vermögensverwalter haben eigene
Abteilungen mit Dutzenden Analysten aufgebaut. Diese Kunden seien
nicht an Basisinformationen interessiert, sondern benötigten
detaillierte Daten und Branchen-Einblicke, um diese mit dem eigenen
Research in Bezug zu setzen, erklärt Jung. Die Datenlage wird nach
Jungs Eindruck „von Jahr zu Jahr besser“. Nachholbedarf sieht er
beispielsweise noch bei der Erhebung von ESG-Daten entlang der
Lieferkette. Doch er ist optimistisch, dass die Anzahl der
berichteten Datenpunkte trotz Omnibus-Initiative zunehmen wird. „Es
ist nicht so, dass das alles perfekt ist“, sagt Jung. „Aber es ist
auch nicht so, dass man den Kopf in den Sand stecken muss.“
übernimmt mit der ESMA eine Behörde die Aufsicht und Kontrolle über
Nachhaltigkeitsratingagenturen im europäischen Raum. Die
Regulierung soll für mehr Transparenz und Vergleichbarkeit der
Ratings sorgen, etwa durch Offenlegung der Methoden, Datenquellen
und Bewertungslogik. Vergleichbarkeit ist gewünscht –
Vereinheitlichung hingegen nicht, betont Till Jung, Managing
Director und Head of Sustainability Business bei dem
Datendienstleister ISS Stoxx, im Podcast „Nachhaltiges Investieren“
der Börsen-Zeitung. „Es gab ja auch Bestrebungen, durch diese
Regulierung die Methodik zu vereinheitlichen. Weil es immer Kritik
gibt, dass Ratings im Nachhaltigkeitsbereich stark
auseinandergehen, je nach Anbieter – wohingegen das doch so schön
ist im Kreditrating-Bereich, da sind sich alle einig“, sagt Jung.
„Aus meiner Sicht ist das eine etwas verkürzte Sichtweise, weil
natürlich im Bereich Nachhaltigkeit auch viel mehr verschiedene
Themen zu bewerten sind.“ Investoren müssten sich die
unterschiedlichen Methoden anschauen und dann entscheiden, welche
Gewichtung zu ihnen passt. Manchen sei beispielsweise die Bewertung
kurzfristiger finanzieller Risiken wichtig, anderen die
Auswirkungen der Unternehmenstätigkeit auf Gesellschaft und Umwelt.
„Es ist ganz wichtig, dass man einfach anerkennt, dass es
unterschiedliche Anforderungen und Nachfragen im Markt gibt“, sagt
Jung. In seiner Wahrnehmung hat sich die Rolle der
Nachhaltigkeitsratings verändert. „Früher hatten viele Fondsmanager
und Vermögensverwalter gar keine Expertenabteilungen zu dem Thema
nachhaltiges Investment“, erinnert er sich. Ratings sollten in
diesen Fällen die benötigten Daten liefern und Orientierung bieten.
Mittlerweile ist bei vielen Fondsmanagern allerdings eigenes
Expertenwissen vorhanden. Manche Vermögensverwalter haben eigene
Abteilungen mit Dutzenden Analysten aufgebaut. Diese Kunden seien
nicht an Basisinformationen interessiert, sondern benötigten
detaillierte Daten und Branchen-Einblicke, um diese mit dem eigenen
Research in Bezug zu setzen, erklärt Jung. Die Datenlage wird nach
Jungs Eindruck „von Jahr zu Jahr besser“. Nachholbedarf sieht er
beispielsweise noch bei der Erhebung von ESG-Daten entlang der
Lieferkette. Doch er ist optimistisch, dass die Anzahl der
berichteten Datenpunkte trotz Omnibus-Initiative zunehmen wird. „Es
ist nicht so, dass das alles perfekt ist“, sagt Jung. „Aber es ist
auch nicht so, dass man den Kopf in den Sand stecken muss.“
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