Das Sustainable Finance Cluster will wieder lauter werden | Episode 109

Das Sustainable Finance Cluster will wieder lauter werden | Episode 109

Matthias Hübner über die Neuausrichtung, die Charta für den Finanzplatz und Zukunftsthemen
29 Minuten

Beschreibung

vor 1 Monat
Es sind keine einfachen Zeiten für Sustainable Finance. „Das Thema
ESG-Backlash begegnet einem fast an jedem Tag, und ich glaube, man
kann das auch nicht negieren“, sagt Matthias Hübner, seit Oktober
2024 Geschäftsführer des Sustainable Finance Clusters Germany, im
Podcast „Nachhaltiges Investieren“ der Börsen-Zeitung. „Das
Momentum hat sich ein bisschen verändert, was auch dazu führt, dass
es teilweise schwieriger ist, Leute wirklich als Speaker für ein
Event zu gewinnen oder auf ein Panel zu holen, weil viele etwas
leiser geworden sind, wenn sie über Sustainable Finance sprechen.“
Zwar seien viele Unterstützer leiser geworden, eine Abkehr von
Sustainable-Finance-Themen sieht Hübner aber nicht. Er sieht eine
Diskrepanz „zwischen der öffentlichen Wahrnehmung und dem, was
tatsächlich in den Instituten passiert – nicht nur bei den
Finanzinstituten, sondern genauso auch auf der Corporate-Seite“.
Viele Initiativen liefen weiter. Das Cluster versteht er „als
Brückenbauer zwischen der Finanzwelt und den Unternehmen“. Dabei
gehe es nicht um Lobbyarbeit, sondern um den offenen Austausch. Für
den Finanzplatz Frankfurt kann Sustainable Finance eine Chance
sein, ist Hübner überzeugt. Das Thema ist daher auch einer der
Schwerpunkte in der Charta für den Finanzplatz Frankfurt, die im
Herbst verabschiedet wurde. „Das Thema stand von Anfang an auf der
Agenda“, betont Hübner. Es gebe die Überzeugung, dass es ein
entscheidender Faktor sei im internationalen Wettstreit der
Finanzplätze, um Talente, um Assets und um die Ansiedlung von
ausländischen Instituten. Hübner wünscht sich, dass die Mitstreiter
wieder etwas lauter werden, wenn es um Sustainable Finance geht.
Durch Regulierung oder durch intrinsische Motivation erreiche man
vielleicht 10% der Wirtschaftsakteure, schätzt er. Um die breite
Masse zu überzeugen, brauche es überzeugende Business Cases. „Wenn
wir wirklich einen Durchbruch erzielen möchten bei dem Thema
Sustainable Finance, dann muss sich das Ganze auch lohnen für alle
Beteiligten“, sagt Hübner. Das bedeute aber auch: „Es müssen auch
die Unternehmen und die Banken bereit sein, über ihre
Erfolgsbeispiele zu sprechen.“

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