Beschreibung

vor 1 Woche

Der erste Schnee, die aufgeräumte Wohnung, das klärende Gewitter.
Sehnsüchte nach Reinheit durchziehen unsere Kulturgeschichte.
Auch die Religionen versuchen, mit der Reinheit Ordnung zu
schaffen. Ein Podcast über die Einteilung der Welt und das
Aushalten von Grauzonen.

Reinheit bedeutet Klarheit. Und wer sehnt sich nicht danach?
Chaos und Unordnung entstehen von alleine. Sexualität und
Ernährung sind Felder, auf denen Religionen gerne Regeln zur
Reinheit erlassen. Dabei geht es darum, dem Leben eine Ordnung zu
geben. Klar zu definieren, was gut und was schlecht ist. Das
Phänomen der «Purity Culture» steht dafür. Jenseits von
kultischer Reinheit gibt es auch die Vorstellung
sittlich-ethischer Reinheit. Diese Form der Reinheit ist
angesprochen, wenn es im Neuen Testament heisst: «Nicht was zum
Mund hineingeht, macht den Menschen unrein; sondern was aus dem
Mund herauskommt, das macht den Menschen unrein.» (Mk 15,11)
Dabei geht es um die Frage des guten Lebens, um die Entscheidung,
welchen Weg man gehen möchte – in einer Welt, die nicht nur aus
Schwarz- und Weiss-, sondern aus vielen Grautönen besteht. Das
ist eine Sicht, die in der heutigen Zeit verloren zu gehen
scheint. Zu stark ist der Wunsch nach Übersichtlichkeit, zu
verlockend das Versprechen einer vereinfachten, zweigeteilten
Welt. Auf welche Sehnsucht reagieren Reinheits-Rituale? Kann man
die Sehnsucht auch auf anderem Weg stillen? Welche Rolle spielt
dabei religiöse Praxis? Diese Fragen stellen wir heute. Komm und
setz Dich dazu!

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