Anmeldung Registrierung
Auto Hell Dunkel
Erweiterte Suche
  1. Startseite
  2. Podcasts
  3. Slow German Podcast
  4. Die Römer in Deutschland – SG 309
Die Römer in Deutschland – SG 309

Die Römer in Deutschland – SG 309

Slow German vor 10 Monaten
Zu Sammlung hinzufügen

Du hast noch keine Sammlungen.

Herunterladen (rechte Maustaste) Teilen Fundstellen Kommentare
0:00
7:53
Als ich ein Kind war, haben wir mit der Schule einen Ausflug
gemacht. Ein Bus kam und wir stiegen alle ein. Das Ziel war ein
Römerkastell. Wir waren sehr aufgeregt. Was würden wir dort sehen?
Eine große Burg? Ein Schloss? Eine Arena? Über eine Stunde lang
waren wir unterwegs. Und als wir ankamen, war die Enttäuschung
groß: Wir sahen nur ein paar Mauern. Mehr war von dieser römischen
Siedlung nicht übrig geblieben. Warum ich Dir das erzähle? Weil ich
heute mal in die Geschichte blicken will. Lass uns sehen, wie die
Römer Deutschland geprägt haben. Denn vor fast zweitausend Jahren
war ein großer Teil des heutigen Deutschlands Teil des Römischen
Reiches oder stand zumindest unter seinem Einfluss. Das Römische
Reich dehnte sich im ersten Jahrhundert vor Christus immer weiter
aus. Die Römer eroberten große Teile Europas, Nordafrikas und des
Nahen Ostens. Auch die Gebiete nördlich der Alpen wurden
interessant für sie, denn dort gab es fruchtbare Böden, Holz,
Metalle und Handelswege. Die Römer nannten das Land der Germanen
„Germania“. Eine wichtige Grenze war der sogenannte Limes. Das war
eine Linie aus Wachtürmen, Gräben und Mauern, die das Römische
Reich von den Gebieten der Germanen trennte. Der Limes verlief quer
durch das heutige Deutschland, von Rheinland-Pfalz über Hessen und
Baden-Württemberg bis nach Bayern. Er war über 500 Kilometer lang.
Heute kann man an vielen Orten noch Reste davon sehen, zum Beispiel
in Aalen, Saalburg oder Regensburg. Der Limes ist sogar
UNESCO-Weltkulturerbe. Die Römer gründeten viele Städte, die heute
noch existieren. Trier, das damals „Augusta Treverorum“ hieß, war
eine der wichtigsten römischen Städte nördlich der Alpen. Sie war
sogar eine Zeit lang Hauptstadt des Weströmischen Reiches. In Trier
kann man heute noch römische Bauwerke bewundern: die Porta Nigra,
ein riesiges Stadttor, oder die Kaiserthermen, in denen sich die
Römer gebadet haben. Ich war leider noch nie dort. Auch Köln wurde
von den Römern gegründet – Mainz, Augsburg und Regensburg haben
ebenfalls römische Wurzeln. Die Römer brachten viele Dinge mit, die
für die Menschen in Germanien neu waren. Zum Beispiel Wein. Vor den
Römern trank man hier eher Bier oder Met. Aber die Römer pflanzten
Reben an – besonders entlang des Rheins und der Mosel. Noch heute
sind diese Regionen für ihren Wein bekannt. Auch Straßen und
Brücken, wie sie die Römer bauten, gab es vorher nicht. Viele
moderne Straßen in Süddeutschland verlaufen noch immer dort, wo
früher römische Heerstraßen waren. Die Römer bauten gerade, feste
Wege – perfekt für Handel und Reisen. Auch in der Sprache gibt es
römische Spuren. Das Lateinische, die Sprache der Römer,
beeinflusste viele europäische Sprachen, auch das Deutsche. Das
Wort „Fenster“ kommt zum Beispiel vom lateinischen Wort fenestra,
„Keller“ von cellarium oder „Mauer“ von murus. Die Römer brachten
auch ihre Kultur und ihre Lebensart mit. Sie badeten regelmäßig,
aßen gemeinsam in großen Speisesälen und liebten Theater und
Spiele. In manchen deutschen Städten kann man noch die Reste von
römischen Amphitheatern sehen, zum Beispiel in Trier oder Xanten.
Dort kämpften Gladiatoren zur Unterhaltung des Publikums. Auch die
römische Mode und Architektur beeinflussten die Menschen. Häuser
mit Steinmauern, Ziegeln und Fußbodenheizung waren in Germanien
vorher unbekannt. Viele dieser Techniken übernahmen später auch die
germanischen Stämme. Natürlich waren die Römer nicht überall
beliebt. Es gab immer wieder Kämpfe. Nach dem Untergang des
Römischen Reiches im 5. Jahrhundert blieben viele seiner Spuren
bestehen. Die Nachfolger der Römer, etwa die Franken, übernahmen
vieles aus der römischen Verwaltung und dem Rechtssystem. Auch das
Christentum, das im Römischen Reich verbreitet wurde, kam auf
diesem Weg nach Deutschland. Ohne Rom gäbe es hier wohl keine
Kirchen, Kathedralen und Klöster in der Form, wie wir sie heute
kennen. Ich kann mich erinnern, was mich bei meinem Ausflug zum
Römerkastell in Eining besonders faszinierte: Die Römer hatten eine
Fußbodenheizung. Wie schlau war das denn? Und die Lehrerin erzählte
uns, dass die Römer gerne gemeinsam auf die Toilette gingen - unter
den Sitzbänken gab es fließendes Wasser. Jetzt weißt du, was mich
als Kind an den Römern fasziniert hat. Und Du? Was weißt Du über
die Römer? Text der Episode als PDF:
https://slowgerman.com/folgen/sg309kurz.pdf
Episode melden

„Die Römer in Deutschland – SG 309“

Worum geht es? Danach fragen wir noch nach dem Grund.

Teilen

Mein Archiv

Deine Privatkopie der Folgen, die du nicht verlieren willst.

Podcast-Folgen verschwinden. Feeds werden auf die letzten Episoden gekürzt, Hoster räumen alte Dateien ab, Formate wechseln den Anbieter und lassen ihr Archiv zurück. Mit „Mein Archiv“ sichert podcast.de die Folgen deiner Podcasts für dich — angefangen bei den ältesten, denn die sind zuerst weg.

  • Deine gesicherten Folgen bleiben hörbar, auch wenn das Original offline geht.
  • Auch Folgen, die im heutigen Feed gar nicht mehr stehen — podcast.de kennt sie noch.
  • Herunterladen bleibt möglich, solange die Folge beim Podcaster liegt. Der zählt seine Abrufe wie bisher.
Startet bald

Sei beim Start von Mein Archiv dabei

Mein Archiv ist fast fertig. Trag dich ein, dann bekommst du eine E-Mail, sobald es losgeht – und bist von Anfang an dabei. Wir schreiben dir nur zum Start, keine Werbung, keine Weitergabe deiner Daten.

Du bekommst zuerst eine Bestätigungsmail. Abmelden geht jederzeit. Datenschutz