Die Symptome der Borderline Störung #1
4 Minuten
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Beschreibung
vor 5 Monaten
In dieser Folge unseres Podcasts widmen wir uns den
Symptomen der Borderline-Störung – und damit
einem der zentralen Themen, wenn es darum geht, das Erleben und
die Herausforderungen betroffener Menschen wirklich zu verstehen.
Ein Begriff zieht sich dabei wie ein roter Faden durch die
Schilderungen: Instabilität.
Borderline-Betroffene erleben diese Instabilität nahezu in allen
Lebensbereichen:
Identität: Wer bin ich? Was macht mich aus?
Was interessiert mich? – Diese Fragen lassen sich oft nicht
stabil beantworten. Vorlieben, Interessen und Selbstbilder
wechseln, ohne dass ein verlässlicher Kern entsteht.
Affekte und Emotionen: Gefühle schlagen
schnell um und sind extrem intensiv. Wut oder Angst werden
nicht als Teil des Erlebens empfunden, sondern nehmen den
ganzen Menschen ein – man ist die Wut, man ist die Angst.
Beziehungen: Kontakte und Partnerschaften
sind geprägt von Nähe-Distanz-Schwankungen. Die Angst,
verlassen zu werden, führt zu On-Off-Beziehungen, zu
klammerndem Verhalten oder vorsorglichem Rückzug – ein
Teufelskreis, der Beziehungen enorm belastet.
Alltag und Lebenswege: Viele Betroffene tun
sich schwer, einen stabilen Tagesrhythmus aufrechtzuerhalten
oder kontinuierlich Schule, Ausbildung oder Beruf zu
verfolgen. Auch Schlaf-Wach-Rhythmen sind oft gestört.
Hinzu kommt die Dysregulation der Impulse:
Starke Emotionen lassen sich schwer kontrollieren. Wut kann so
überwältigend sein, dass sie in Selbstverletzungen,
Suizidgedanken oder riskantem Verhalten mündet. Andere flüchten
aus Situationen, obwohl sie Nähe und Bindung gleichzeitig
verzweifelt suchen. Dieses ständige Schwanken zwischen
gegensätzlichen Bedürfnissen verstärkt das innere Chaos.
All das führt dazu, dass die Borderline-Störung fast alle
Lebensbereiche beeinträchtigt: private Beziehungen,
schulische und berufliche Entwicklung, soziale Kontakte und nicht
zuletzt das Verhältnis zu sich selbst. Für Betroffene fühlt es
sich häufig so an, als würde ihnen „der Boden unter den Füßen
weggezogen“.
In dieser Episode erklärt Dr. Murafi, wie sich diese
Symptomvielfalt zeigt, warum sie für Betroffene und ihr Umfeld so
belastend ist und weshalb es wichtig ist, genau hinzuschauen –
ohne vorschnelle Urteile oder Stigmatisierungen. Ziel ist es, ein
tieferes Verständnis zu schaffen und Wege aufzuzeigen, wie trotz
der Schwere der Erkrankung Lebensperspektiven und
Stabilität entstehen können.
Wenn ihr selbst betroffen seid, Angehörige kennt oder euch
fachlich für das Thema interessiert: Hört rein, teilt eure
Gedanken und Fragen und vergesst nicht – vor jedem
„Erzähl mal“ kommt ein „Ich hör mal“.
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