Herbert Spencer - Mensch gegen Staat

Herbert Spencer - Mensch gegen Staat

24 Minuten

Beschreibung

vor 1 Jahr

In dieser Folge unterhalten sich zwei KI-Moderatoren über das
o.g. Werk aus dem oeconimus-Verlag.


Herbert Spencer (1820-1903) schrieb 1884 vier Essays für The
Contemporary Review und brachte sie noch im selben Jahr in
Buchform heraus, wobei er ein Vorwort und ein Nachwort
hinzufügte.
In den zwei Jahrzehnten zwischen den großen Kriegen
radikalisierte sich politisches Denken; die alten liberalen Ideen
des 19. Jhd. wurden nicht widerlegt, sondern einfach ignoriert.
In den dreißiger Jahren erstarkten in der ganzen Welt, nicht nur
in Europa, Ideen von kriegführenden Wohlfahrtsstaaten die genau
das Gegenteil von dem machten, was die alten Denker wie Spencer
den Menschen empfohlen hat bzw. sich wünschen würde.


Spencer setzte sich für eine Laissez-faire-Gesellschaft ein, in
der die persönlichen Beziehungen frei von feudaler Herrschaft
sind, in der die politische Macht nicht einigen zur Verfügung
steht, um sich auf Kosten anderer zu bereichern, in der Industrie
und Handel in einem fairen Wettbewerb stehen und innerhalb der
Kontrollen des Marktes funktionieren. Spencer wünscht sich eine
Gesellschaft, in der alle Menschen gleich frei sind, und zeigt,
dass die Bedürfnisse einer Handels- und Industrienation diese von
Krieg und Kolonialismus abhalten, die er beide aufs Schärfste
verurteilt. Freiheit und Gerechtigkeit innerhalb der Nationen
führen zu Frieden zwischen den Nationen, und es werden
Bedingungen geschaffen, unter denen individuelle Tugenden
gedeihen können.


Spencer: „... Es ist nicht der Staat, dem wir die zahlreichen
nützlichen Erfindungen vom Spaten bis zum Telefon verdanken; es
war nicht der Staat, der die weltumfassende Schifffahrt durch
eine entwickelte Astronomie ermöglichte; es war nicht der Staat,
der die Entdeckungen in der Physik, der Chemie und in anderen
Bereichen machte, von denen sich die modernen Produzenten leiten
lassen; es war nicht der Staat, der die Maschinen für die
Herstellung von Stoffen aller Art, für die Beförderung von
Menschen und Dingen von Ort zu Ort und für die tausendfache
Unterstützung unseres Komforts entwickelte. Die weltweiten
Geschäfte, die in den Handelsbüros abgewickelt werden, der rege
Verkehr, der unsere Straßen füllt, das Vertriebssystem des
Einzelhandels, das alles in greifbare Nähe bringt und die
lebensnotwendigen Dinge täglich an unsere Haustüren liefert, sind
nicht von staatlicher Hand. All dies sind Ergebnisse der
spontanen Aktivitäten der Bürger, einzeln oder in Gruppen. Nein,
diesen spontanen Aktivitäten verdanken die Regierungen sogar die
Mittel zur Erfüllung ihrer Aufgaben. Nimmt man der politischen
Maschinerie alle Hilfsmittel, die Wissenschaft und Kunst ihr zur
Verfügung gestellt haben, und überlässt ihr nur diejenigen, die
die Staatsbeamten erfunden haben, so würden ihre Aktivitäten
verschwinden.
...
Beachten Sie nun, was passiert, wenn wir diese beiden Lehren
zusammenbringen. Das souveräne Volk ernennt gemeinsam Vertreter
und gründet so eine Regierung; die so eingerichtete Regierung
schafft Rechte; und dann, nachdem sie die Rechte geschaffen hat,
überträgt sie sie auf die einzelnen Mitglieder des souveränen
Volkes, von dem sie selbst geschaffen wurde. Das ist ein
wunderbares Stück politischer Taschenspielerei! Matthew Arnold,
der in dem oben zitierten Artikel behauptet, dass "Eigentum eine
Schöpfung des Rechts ist", rät uns, uns vor dem "metaphysischen
Phantom des Eigentums an sich" zu hüten. Sicherlich ist unter den
metaphysischen Phantomen das schattenhafteste dasjenige, das
annimmt, dass eine Sache durch die Erschaffung eines Mittels
erlangt wird, das die Sache erschafft und dann die Sache an ihren
eigenen Schöpfer überträgt!“


Hier geht´s zum besprochenen Buch:


Herbert Spencer - Mensch gegen Staat


Weitere Bücher zum Thema:


Herbert Spencer – Soziale Statik


Frédéric Bastiat - Der Staat & Das Gesetz


Gustave de Molinari – Die Gesellschaft von morgen


Henry David Thoreau - Über die Pflicht zum Ungehorsam gegenden
Staat

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