Guten Morgen, Nikolaus Pont!
Axel Brüggemann im Gespräch mit dem Manager des BRSO
26 Minuten
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Beschreibung
vor 10 Monaten
Nikolaus Pont, der Intendant des Symphonieorchesters des
Bayerischen Rundfunks (BRSO), hat sich besorgt über mögliche
Kürzungen in der Kulturberichterstattung der Süddeutschen Zeitung
(SZ) geäußert. In einem Brief an Veranstalter in und um München
habe er seine Befürchtungen zum Ausdruck gebracht und um
Sensibilisierung für dieses Thema gebeten. Pont bestätigte in einem
Gespräch mit dem Podcast von Backstage Classical einen
entsprechenden Informationsaustausch mit Kollegen im Münchner
Veranstalterkreis. Er sei überrascht gewesen von der Information,
dass Konzertrezensionen in der SZ deutlich reduziert werden sollen.
Dies habe ihn dazu bewogen, die betroffenen Personen zu
informieren, da er dies als einen »kompletten Richtungswechsel«
ansehe. Der BRSO-Intendant betonte, dass dieser Trend einer
Schwächung der Kulturkritik nicht nur ein lokales Problem Münchens
sei, sondern gesamtgesellschaftlich beobachtet werden könne. Er
sehe darin eine Parallele zu einem allgemeinen Wandel im
Medienkonsum und der Bewertung von Nachrichten. Gleichzeitig hob er
die »privilegierte« Situation Münchens hervor, die bisher von einer
vergleichsweise breiten Medienlandschaft mit regelmäßigen
Rezensionen klassischer Konzerte geprägt gewesen sei. Namen wie
Joachim Kaiser und Wolf-Eberhard von Lewinski seien eng mit der
Musikkritik der Süddeutschen Zeitung verbunden. Pont wies darauf
hin, dass die Bedeutung der klassischen Musik in der Gesellschaft
möglicherweise abnehme, was sich auch im Medieninteresse
widerspiegele. Er fragte, ob der Wert von Konzertrezensionen
tatsächlich deshalb geringer eingeschätzt werden könne, nur weil
sie weniger gelesen würden. Seiner Ansicht nach spiele eher eine
Rolle, wie Medien generell die Bedeutung von Inhalten bewerten, die
nicht zu den Top-Klickzahlen gehören. Es wäre »zu kurz gegriffen«
zu behaupten, früher hätten sich die Menschen massenhaft für
Konzertkritiken interessiert und heute niemanden mehr. Gleichzeitig
beobachtet Pont, dass Kulturinstitutionen zunehmend selbst zu
Medien werden, etwa durch Social-Media-Aktivitäten und die
Inszenierung von Diskursen, beispielsweise durch Kritikergespräche
nach Aufführungen. Er warnte jedoch vor einer reinen
»Selbstinszenierung«, bei der man primär versuche, sich selbst ins
Gespräch zu bringen, und dabei die Seriosität verlieren könne.
Trotz der veränderten Medienlandschaft hält Pont die »kritische und
zwar sehr kritische« Auseinandersetzung mit dem Kulturgeschehen für
essentiell, gerade für öffentlich finanzierte Institutionen wie das
BRSO. Es gehe darum, dass das, was in den Konzerten passiere, von
einer relevanten Anzahl von Menschen beachtet, beobachtet und eben
auch durch öffentliche Gelder mitfinanziert werde. Er kämpfe
weiterhin darum, dass Medien wie die Süddeutsche Zeitung die
Relevanz ihrer Arbeit so einschätzen, dass sie regelmäßig darüber
berichten. Dies habe nichts mit einem »krampfhaften Festhalten an
dem, was mal war« zu tun, aber dieser Aspekt dürfe nicht aus den
Augen verloren werden. Mit Blick in die Zukunft räumte Pont ein,
dass eine präzise Vorhersage schwerfalle. Klar sei jedoch, dass es
nicht so bleiben werde wie bisher. Kulturveranstalter müssten den
»richtigen Mittelweg finden zwischen dem direkten Weg zu unserem
Publikum und unserem auch potenziellen Publikum«. Eine verbesserte
Öffentlichkeitsarbeit und ein besseres Kennenlernen des Publikums,
etwa durch Customer-Relationship-Management-Systeme (CRM), seien
notwendig. Gleichzeitig müsse die Qualität des Kerngeschäfts, also
der Konzerte selbst, erhalten bleiben.
Bayerischen Rundfunks (BRSO), hat sich besorgt über mögliche
Kürzungen in der Kulturberichterstattung der Süddeutschen Zeitung
(SZ) geäußert. In einem Brief an Veranstalter in und um München
habe er seine Befürchtungen zum Ausdruck gebracht und um
Sensibilisierung für dieses Thema gebeten. Pont bestätigte in einem
Gespräch mit dem Podcast von Backstage Classical einen
entsprechenden Informationsaustausch mit Kollegen im Münchner
Veranstalterkreis. Er sei überrascht gewesen von der Information,
dass Konzertrezensionen in der SZ deutlich reduziert werden sollen.
Dies habe ihn dazu bewogen, die betroffenen Personen zu
informieren, da er dies als einen »kompletten Richtungswechsel«
ansehe. Der BRSO-Intendant betonte, dass dieser Trend einer
Schwächung der Kulturkritik nicht nur ein lokales Problem Münchens
sei, sondern gesamtgesellschaftlich beobachtet werden könne. Er
sehe darin eine Parallele zu einem allgemeinen Wandel im
Medienkonsum und der Bewertung von Nachrichten. Gleichzeitig hob er
die »privilegierte« Situation Münchens hervor, die bisher von einer
vergleichsweise breiten Medienlandschaft mit regelmäßigen
Rezensionen klassischer Konzerte geprägt gewesen sei. Namen wie
Joachim Kaiser und Wolf-Eberhard von Lewinski seien eng mit der
Musikkritik der Süddeutschen Zeitung verbunden. Pont wies darauf
hin, dass die Bedeutung der klassischen Musik in der Gesellschaft
möglicherweise abnehme, was sich auch im Medieninteresse
widerspiegele. Er fragte, ob der Wert von Konzertrezensionen
tatsächlich deshalb geringer eingeschätzt werden könne, nur weil
sie weniger gelesen würden. Seiner Ansicht nach spiele eher eine
Rolle, wie Medien generell die Bedeutung von Inhalten bewerten, die
nicht zu den Top-Klickzahlen gehören. Es wäre »zu kurz gegriffen«
zu behaupten, früher hätten sich die Menschen massenhaft für
Konzertkritiken interessiert und heute niemanden mehr. Gleichzeitig
beobachtet Pont, dass Kulturinstitutionen zunehmend selbst zu
Medien werden, etwa durch Social-Media-Aktivitäten und die
Inszenierung von Diskursen, beispielsweise durch Kritikergespräche
nach Aufführungen. Er warnte jedoch vor einer reinen
»Selbstinszenierung«, bei der man primär versuche, sich selbst ins
Gespräch zu bringen, und dabei die Seriosität verlieren könne.
Trotz der veränderten Medienlandschaft hält Pont die »kritische und
zwar sehr kritische« Auseinandersetzung mit dem Kulturgeschehen für
essentiell, gerade für öffentlich finanzierte Institutionen wie das
BRSO. Es gehe darum, dass das, was in den Konzerten passiere, von
einer relevanten Anzahl von Menschen beachtet, beobachtet und eben
auch durch öffentliche Gelder mitfinanziert werde. Er kämpfe
weiterhin darum, dass Medien wie die Süddeutsche Zeitung die
Relevanz ihrer Arbeit so einschätzen, dass sie regelmäßig darüber
berichten. Dies habe nichts mit einem »krampfhaften Festhalten an
dem, was mal war« zu tun, aber dieser Aspekt dürfe nicht aus den
Augen verloren werden. Mit Blick in die Zukunft räumte Pont ein,
dass eine präzise Vorhersage schwerfalle. Klar sei jedoch, dass es
nicht so bleiben werde wie bisher. Kulturveranstalter müssten den
»richtigen Mittelweg finden zwischen dem direkten Weg zu unserem
Publikum und unserem auch potenziellen Publikum«. Eine verbesserte
Öffentlichkeitsarbeit und ein besseres Kennenlernen des Publikums,
etwa durch Customer-Relationship-Management-Systeme (CRM), seien
notwendig. Gleichzeitig müsse die Qualität des Kerngeschäfts, also
der Konzerte selbst, erhalten bleiben.
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