Instrumentalisierte Geschichte | Von Felix Feistel

Instrumentalisierte Geschichte | Von Felix Feistel

27 Minuten

Beschreibung

vor 11 Monaten

Ein Standpunkt von Felix Feistel.


Am 27. Januar wird traditionell der Befreiung des
Konzentrationslagers Auschwitz gedacht, und damit insgesamt der
Opfer des Holocausts. Denn der Name Auschwitz ist zum Synonym für
das dunkelste Kapitel der deutschen Geschichte geworden, dem wir
uns als eifrige Schüler unserer eigenen Schande mit Inbrunst
widmen. Es wird gedacht und gemahnt, wird behauptet, Lehren
gezogen zu haben, um eine Wiederholung dieser historischen
Ereignisse zu verhindern. So auch in diesem Jahr. Das ist im
Grunde nichts Neues, und doch wird mit jedem Jahr deutlicher,
dass diejenigen, die am lautesten von sich behaupten, aus der
Geschichte gelernt zu haben, tatsächlich diejenigen sind, die
nichts verstanden haben.


So wird insbesondere vor den diesjährigen Wahlen wieder besonders
deutlich der mahnende Zeigefinger erhoben. Man habe sich nicht
vorstellen können, so der Tenor, dass derartiges noch einmal
geschehen könne. Doch, so erzählt die Holocaust-Überlebende
Margot Friedländer (1), so wie heute habe es damals auch
angefangen. Was genau sie damit meint, kann sich jeder Betrachter
der Tagespolitik erschließen. Gemeint ist natürlich der Aufstieg
der AfD. Nahelegen soll eine solche Aussage, dass der
Antisemitismus wieder genau so grassiere, wie 1933, dass der
Rechtsruck ganz genau wie damals vonstatten ginge, und nun alle
Juden und Nichtdeutsche in Deutschland um ihr Leben fürchten
müssten. Schon sieht man vor dem geistigen Auge wieder
Parteiverbote, Gleichschaltung, marodierende Banden, die
Oppositionelle verfolgen und Synagogen anzünden, schließlich neue
Lager mit verdächtigen Öfen, und zu guter Letzt: Krieg.


Auch der Bundespräsident bläst in dasselbe Horn, indem er vor
„Demokratiefeinden“ warnt. (2) Wen genau er damit meint muss auch
er nicht ausführen. Natürlich richten sich diese Worte gegen die
AfD und ihre Wähler – wenn man den Umfragen trauen will immerhin
fast ein Viertel der Wahlberechtigten. Diese seien, so die
Auffassung, eine gegen die verfassungsmäßige Ordnung gerichtete
Partei und Bevölkerungsgruppe, welche die Demokratie abschaffen
und durch eine Diktatur ersetzen wollen. Das ist etwas, das wir
schon seit Jahren hören. Doch nun, im Kontext des
Holocaust-Gedenktages erlangen diese Worte noch einmal eine
vollkommen andere, tiefere Bedeutung.


Scrollt man durch die sozialen Netzwerke, etwa das vom bösen Nazi
Musk gekaufte X, so findet man auch hier zahlreiche Kommentare,
die in dieselbe Richtung gehen. Nie wieder sei genau jetzt, lässt
man uns hier wissen. Es habe immerhin nicht mit Lagern
angefangen, so weiß man. Und das ist natürlich vollkommen
richtig. Es begann mit einer mehr oder weniger demokratischen
Wahl in einer vom latenten Bürgerkrieg geplagten Weimarer
Republik, in welcher die NSDAP ein Wahlergebnis erzielte, von dem
heutige Parteien nur noch träumen können. In der Folge übergab
man der Partei und ihrem Vorsitzenden, Adolf Hitler die Macht,
wie es sich für eine Demokratie gehört. Dieser regierte bald
darauf mit Ausnahmezustand,Verordnungen, Gleichschaltung von
Medien und Wirtschaft, Parteienverboten, Zensur, Verfolgung von
Opposition, Diskriminierung und Ausschluss bestimmter
Bevölkerungsgruppen, Gewalt und Geheimdiensten....hier
weiterlesen:
https://apolut.net/instrumentalisierte-geschichte-von-felix-feistel/


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