Flucht, Vertreibung, Deportation: Das Jahrhundert der Zwangsmigration

Flucht, Vertreibung, Deportation: Das Jahrhundert der Zwangsmigration

vor 11 Jahren
Ringvorlesung: Das Jahrhundert vermessen. Signaturen, Umbrüche, Kontinuitäten.
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Berlin

Beschreibung

vor 11 Jahren
Mit dem Ersten Weltkrieg setzte die Geschichte des Jahrhunderts der
Zwangsmigration ein. Zwangswanderungen waren meist Ergebnis von
Kriegen, Bürgerkriegen oder Maßnahmen autoritärer politischer
Systeme, vor allem die Weltkriege bildeten elementare Katalysatoren
in der Geschichte der Zwangsmigration im Europa des 20.
Jahrhunderts. Allein die Zahl der Flüchtlinge, Vertriebenen und
Deportierten im Zweiten Weltkrieg wird auf 50 bis 60 Millionen
Menschen geschätzt und damit auf nicht weniger als zehn Prozent der
Bevölkerung des Kontinents. Die Nachkriegszeit beider Weltkriege
war zudem durch millionenfache Folgewanderungen gekennzeichnet, die
weithin Zwangscharakter hatten. Schließlich führte der Kalte Krieg
zu neuen Flüchtlingsbewegungen, die ein zentrales Element der
europäischen und globalen Migrationssituation bildeten. Ziel des
Vortrags ist es, Hintergründe, Strukturmuster und Folgen des
europäischen Zwangsmigrationsgeschehens auszuleuchten und nach
ihrer Bedeutung für die Entwicklung der Gesellschaften Europas im
20. Jahrhundert zu fragen.
Vortrag von Prof. Dr. Jochen Oltmer, Universität Osnabrück.
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