Ein Jahrhundert der Sicherheit? Aufstieg und Krisen des Sozialstaats
vor 11 Jahren
Ringvorlesung: Das Jahrhundert vermessen. Signaturen, Umbrüche,
Kontinuitäten.
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Beschreibung
vor 11 Jahren
Soziale Sicherheit ist eines der großen Versprechen des 20.
Jahrhunderts. Seine Einlösung ist eng verbunden mit der Expansion
des Sozialstaats und der Verwandlung von einer eng umgrenzten
Risikoabsicherung für Wenige in ein umfassendes System staatlich
garantierter Daseinsvorsorge. Dass sich die liberale Demokratie im
säkularen Konflikt mit Faschismus und Kommunismus durchgesetzt hat,
lag nicht zuletzt an der Fähigkeit des Sozialstaats,
marktproduzierte Ungleichheiten mit dem demokratischen Prinzip
politischer Gleichheit zu vermitteln. Der Sozialstaat war
allerdings gerade im Kontext der Weltanschauungsdiktaturen auch ein
Instrument der Ideologieverwirklichung, das Gesellschaften nicht
nur integrierte, sondern Grenzlinien zog und Menschen ausschloss.
Dies verweist darauf, dass der Sozialstaat bei der Verteilung von
Lebenschancen Ungleichheiten eigener Art hervorbringt, weil er
verschiedene Risikolagen und Lebensentwürfe unterschiedlich gut
sichert. Der Vortrag richtete den Fokus auf solche Ambivalenzen,
indem er den Umgang mit sozialstaatlichen Herausforderungen in den
politischen Systemen des 20. Jahrhunderts und die
gesellschaftsgestaltende Wirkung sozialstaatlicher Institutionen
und Praktiken analysierte.
Vortrag von Priv.-Doz. Dr. Winfried Süß, Zentrum für
Zeithistorische Forschung Potsdam
Jahrhunderts. Seine Einlösung ist eng verbunden mit der Expansion
des Sozialstaats und der Verwandlung von einer eng umgrenzten
Risikoabsicherung für Wenige in ein umfassendes System staatlich
garantierter Daseinsvorsorge. Dass sich die liberale Demokratie im
säkularen Konflikt mit Faschismus und Kommunismus durchgesetzt hat,
lag nicht zuletzt an der Fähigkeit des Sozialstaats,
marktproduzierte Ungleichheiten mit dem demokratischen Prinzip
politischer Gleichheit zu vermitteln. Der Sozialstaat war
allerdings gerade im Kontext der Weltanschauungsdiktaturen auch ein
Instrument der Ideologieverwirklichung, das Gesellschaften nicht
nur integrierte, sondern Grenzlinien zog und Menschen ausschloss.
Dies verweist darauf, dass der Sozialstaat bei der Verteilung von
Lebenschancen Ungleichheiten eigener Art hervorbringt, weil er
verschiedene Risikolagen und Lebensentwürfe unterschiedlich gut
sichert. Der Vortrag richtete den Fokus auf solche Ambivalenzen,
indem er den Umgang mit sozialstaatlichen Herausforderungen in den
politischen Systemen des 20. Jahrhunderts und die
gesellschaftsgestaltende Wirkung sozialstaatlicher Institutionen
und Praktiken analysierte.
Vortrag von Priv.-Doz. Dr. Winfried Süß, Zentrum für
Zeithistorische Forschung Potsdam
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