Vom Wort zur Tat. Antisemitismus in der Weimarer Republik
vor 7 Jahren
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Beschreibung
vor 7 Jahren
Der Antisemitismus als politische Bewegung und soziale Haltung
erlebte nach dem Großen Krieg einen dramatischen Formwandel, der
sich zwar für viele europäische Länder nachzeichnen lässt, in den
Verliererstaaten jedoch von besonderer Virulenz war. Aus dem
kulturellen Code, der im deutschen Kaiserreich das liberale und
konservative Lager voneinander unterschieden, aber sich vor allem
im bürgerlichen Milieu manifestiert hatte, wurde in den Jahren der
Weimarer Republik ein Instrument zur politischen Mobilisierung auf
ganz unterschiedlichen Ebenen. Während sich die Zeitungsleser über
medial breit ausgeschlachtete Finanzskandale empören konnten,
mussten sich einzelne Wirtschaftszweige in der Provinz mit
hartnäckigen Boykottanstrengungen auseinandersetzen. Im Reichstag
camouflierten die offen xenophoben Debatten zur Zuwanderung aus
Osteuropa nur schwach ihre judenfeindliche Absicht, während sich
Kommunalpolitiker immer häufiger mit explizit antisemitischen
Anträgen und Initiativen konfrontiert sahen. All dies wurde
überschattet von politischen Morden und steigender Straßengewalt,
so dass zumindest aus Sicht jüdischer AktivistInnen von den guten
Jahren der Weimarer Republik kaum gesprochen werden kann, auch wenn
die Einschätzung der aktuellen Gefährdung sehr unterschiedlich
ausfiel.
erlebte nach dem Großen Krieg einen dramatischen Formwandel, der
sich zwar für viele europäische Länder nachzeichnen lässt, in den
Verliererstaaten jedoch von besonderer Virulenz war. Aus dem
kulturellen Code, der im deutschen Kaiserreich das liberale und
konservative Lager voneinander unterschieden, aber sich vor allem
im bürgerlichen Milieu manifestiert hatte, wurde in den Jahren der
Weimarer Republik ein Instrument zur politischen Mobilisierung auf
ganz unterschiedlichen Ebenen. Während sich die Zeitungsleser über
medial breit ausgeschlachtete Finanzskandale empören konnten,
mussten sich einzelne Wirtschaftszweige in der Provinz mit
hartnäckigen Boykottanstrengungen auseinandersetzen. Im Reichstag
camouflierten die offen xenophoben Debatten zur Zuwanderung aus
Osteuropa nur schwach ihre judenfeindliche Absicht, während sich
Kommunalpolitiker immer häufiger mit explizit antisemitischen
Anträgen und Initiativen konfrontiert sahen. All dies wurde
überschattet von politischen Morden und steigender Straßengewalt,
so dass zumindest aus Sicht jüdischer AktivistInnen von den guten
Jahren der Weimarer Republik kaum gesprochen werden kann, auch wenn
die Einschätzung der aktuellen Gefährdung sehr unterschiedlich
ausfiel.
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