"Über unsere Köpfe hinweg? Zum Narrativ der deutschen Einheit"

"Über unsere Köpfe hinweg? Zum Narrativ der deutschen Einheit"

vor 2 Jahren
2 Stunden 9 Minuten
Podcast
Podcaster
BstA

Kein Benutzerfoto
Berlin

Beschreibung

vor 2 Jahren
Wie vollzog sich 1990 politisch die deutsche Einheit? Über 30 Jahre
lang dominierten hier in Politik und Öffentlichkeit die Deutungen
des westdeutschen „Machens“ (Kohl) oder der „westdeutschen
Übernahme“ der DDR. Doch die DDR ging 1990 weder als Unrechtsstaat
noch als Diktatur in die deutsche Einheit über. Ihre 1990 nach der
Friedlichen Revolution frei und demokratisch gewählte
DDR-Regierung, ihre Minister und Staatssekretäre verhandelten mit
der Bundesregierung die deutsche Einheit, bilateral wie
international (Zwei-Plus-Vier-Vertrag). Dabei vertraten sie
zentrale Anliegen der damaligen DDR-Bürger. Dieser Prozess war
komplex, ist bis heute nicht erforscht und im öffentlichen
Bewusstsein nicht präsent. Was wurde erreicht? Wo setzten sich
westliche Interessen durch? Fest steht, dass die deutsche Einheit
am 3. Oktober 1990 das Ergebnis dieser Verhandlungen zweier
demokratisch legitimierter deutscher Staaten war.

Die Veranstaltung diskutiert und vertieft, wie es dazu kam, warum
das Narrativ einer „verhandelten Einheit“ nach wie vor keinen Platz
in der öffentlichen Gedenkkultur, in Gedenkveranstaltungen und
Schulbüchern findet. Darüber hinaus wird der Bogen gespannt zur
gegenwärtigen Rolle Ostdeutschlands in der deutschen Gesellschaft
und Demokratie.
15
15
Close