Beschreibung

vor 9 Jahren

Buchvorstellung


Das Finanzkapital


Was die krisenhafte Ausnahme über die Normalität der
„systemrelevanten“ Branche zu erkennen gibt


Was ist los, wenn Mario Draghi die Geldmärkte flutet und dabei in
Billionen rechnet? Das Geld, um das sich in dieser Gesellschaft
alles dreht, das alle Leute verdienen müssen und nie geschenkt
bekommen, kann die EZB offenbar nach Bedarf schöpfen. Worin
besteht dieser Bedarf – und was sagt es über dieses Geld, wenn
ein politisches Machtwort es erschaffen kann? Was ist in die
Zentralbanker gefahren, dass sie die Inflation, die sonst
unerwünschte bis gefährliche Geldentwertung auf einmal zum kaum
erreichbaren Wunschziel ihrer Geldpolitik erklären? 2% Inflation
soll unsere Welt wieder in Ordnung bringen! 0,2% Deflation, ein
nicht nur stabiles, sondern gegen die Waren aufwertendes Geld
soll ein Gift sein, das die Wirtschaft zerstört. Was ist die Lage
und was die Absicht, wenn die EZB eine „Nullzins-Politik“
betreibt, d.h. von den Banken keine Zinsen mehr verlangt, wenn
sie ihnen Geld zur Verfügung stellt. Und wenn die Banken
daraufhin selbst für Einlagen bei ihnen und Kredite an sie keine
Zinsen mehr zahlen? Dann lohnt sich das Geld nicht mehr! Es
„wirft keine Jungen“, wächst nicht von selbst wie ein lebendiger
Organismus. Das ist in diesem System keine Rückkehr zu Vernunft
und Normalität, sondern eine Katastrophe. Nichts ist in Ordnung,
wenn das natürlichste Grundgesetz des Kapitalismus, dass der
Besitz von Geld den Eigentümer immer reicher macht, nicht mehr
funktioniert. Was nun? Die Banken werden durch Anreize und
Strafzinsen geradezu gezwungen, mehr Kredite zu vergeben. Ihre
Kunden, vor allem die Staaten, aber auch andere Banken, sollen
aber nicht noch mehr Schulden machen; die waren ja der Grund der
Finanzkrise. Schulden sind schlecht und müssen zurückgeführt
werden, Kredite hingegen kann es nicht genug geben. Was ist der
Unterschied? Und wenn es schon keinen gibt: Warum ist er dann so
wichtig? Solche und andere Fragen werden behandelt. Unser Vortrag
bietet weder Anlageberatung noch Einblicke in die geheime Macht
und Machenschaften von Hedge-Fonds. Sondern: eine Einführung in
die politische Ökonomie des verliehenen Geldes.

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