„Kampf dem Klimawandel“

„Kampf dem Klimawandel“

Beschreibung

vor 8 Jahren

„Kampf dem Klimawandel“


Energiepolitik als Menschheitsrettung?


Wieder einmal fand eine UN-Klimakonferenz statt, diesmal in Bonn.
Wieder wurde die „Klimakatastrophe“ beschworen. Wieder wurde
gefeiert: Fast alle Staaten stellen sich seit Paris ihrer
Verantwortung für dieses „Menschheitsproblem“! Und wieder wurde
gleichzeitig bekanntgemacht: Ungeachtet aller
Katastrophenszenarien steigt die CO2-Emmission weltweit. Gerade
die „großen Industrienationen“ blasen munter weiter
„Treibhausgase“ in die Luft. Insbesondere auch der Gastgeber
Deutschland wird seine Emissionsziele verfehlen. Ein schreiender
Widerspruch, dass sich „ausgerechnet das Land, das die
Energiewende erfunden hat“, in der „internationalen
Schmuddelecke“ (Hamburger Abendblatt, 18.11.17) befindet? Ein
eklatantes Versagen aller Staatenlenker, die ihre „Verantwortung
für den blauen Planeten“ den „Lobby-Interessen“ der Wirtschaft
„opfern“ (Greenpeace), also die Rettung der Menschheit an die
Profitinteressen der Industrie verraten? Nein. Die Staatenlenker
lassen keinen Zweifel, dass sie nicht die Sorgen der Menschheit
verraten, wie diese Kritiker ihnen vorwerfen. Sie definieren das
Menschheitsproblem anders, wenn sie mit der Erderwärmung und
ihren Folgen kalkulieren: Da nehmen die einen Politiker Störungen
ins Visier, die entwurzelte und fliehende Menschen ihnen, ihren
geordneten Verhältnissen antun könnten; andere rechnen mit der
Chance des profitförderlichen Umbaus der Energieerzeugung für die
nationale Wirtschaft und damit, der „Menschheit“ neue Technik zu
verkaufen. Deutschland exemplarisch: „Dies alles geschieht in der
Überzeugung, dass die Transformation hin zu einer emissionsarmen
Wirtschaftsweise – richtig angelegt – große Wachstumschancen
bietet. Erneuerbare Energien, ressourcen- und kostensparende
Effizienztechnologien, klimaschonende Neuerungen im
Gebäudebereich und im Verkehr – das und anderes mehr wird auf den
Märkten weltweit an Bedeutung gewinnen.“ (Merkel) Ist das
„Menschheitsproblem Klima“ am Ende gar nicht das – ewig verratene
– Ziel, sondern ein ebenso wohlklingender wie passend
ausgreifender Zuständigkeitsanspruch für eine deutsche
Standortoffensive beim Geldverdienen weltweit? Ist der Kampf um
die internationale Verankerung von Klimazielen und für eine
emissionsarme Wirtschaftsweise ein Mittel für nationale
Wachstumsoffensiven, und ist der Dauer-Streit um diese Klimaziele
und ihre Umsetzung die Konkurrenz der Nationen darum? Dafür
spricht viel. Und mancher „schreiende Widerspruch“ ist dann gar
keiner. Deutschland z.B. besteht nicht nur auf seiner
internationalen Vorreiterrolle in der Klimafrage und darauf, dass
es für die anderen Staaten „kein Zurück“ geben darf hinter das
Pariser Klimaabkommen; Deutschland besteht auch darauf, dass
weiter rund 40% des Stroms aus der Braunkohle, dem „Klimakiller
Nummer 1″ (Hamburger Abendblatt) gewonnen wird: „Es geht es auf
der anderen Seite aber auch um soziale Fragen und Arbeitsplätze
zum Beispiel im Zusammenhang mit der Frage der Reduktion der
Kohle. Dabei geht es auch um Wirtschaftlichkeit; das heißt, um
die Bezahlbarkeit von Energie. Auch in einem reichen Land, wie
wir es sind, sind natürlich erhebliche Konflikte in der
Gesellschaft vorhanden, die wir vernünftig und verlässlich lösen
müssen.“ (Merkel) Ein interessantes Dilemma, das die Kanzlerin
allen Insassen ihres Landes da vorbuchstabiert: Lohn oder Schutz
vor den Klimafolgen. Und sie sagt ja gleich dazu, wofür das
einzig sprechen darf: für ihre Politik des deutschen Wachstums…

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