USA vs. Venezuela
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vor 6 Jahren
USA vs. Venezuela
Imperialistische Lektionen in Sachen Öl, Souveränität
und Geld
In Sachen Öl Die hiesige Öffentlichkeit ist sich einig: In
Venezuela hat eine grundfalsche Politik ein „eigentlich
reiches Land“ in den Ruin getrieben. Ausgerechnet der
chavistische Versuch, das Land aus der Rolle des
Öllieferanten für den amerikanisch dominierten Weltmarkt
zu befreien, soll also das Volk verarmt und dem Land die
„Zukunft“ geraubt haben. Dagegen beweist das Scheitern dieses
Versuchs, mit den Öleinnahmen Land und Volk aufzuhelfen,
wie wenig „reich“ das Land in Wahrheit ist: „Öl“ ist kein
Reichtum in seiner Hand, sondern wird allenfalls in den
kapitalistischen Metropolen zu einem solchen. Darum ist
nicht nur jeder Versuch einer Umwidmung in sich
widersprüchlich, sondern wird von der Vormacht des
Weltkapitalismus als Verbrechen definiert, das sie zum
Scheitern verurteilt. In Sachen Souveränität Die hiesige
Öffentlichkeit ist sich einig: In Venezuela herrscht eine
korrupte Mannschaft, die nicht von der Macht lassen will.
Deren Inhalt und Zweck soll deswegen gleich in gar nichts
anderem als Unterdrückung bestehen. Weswegen auch die
Anstrengungen, ihr diese Macht zu nehmen, im Prinzip in
Ordnung gehen. In Wahrheit ist es umgekehrt: Die USA sprechen
der chavistischen Regierung die Legitimität ab. Das
können sie, weil ihnen ihre Macht das Recht dazu gibt: Als
Vormacht, die über den anderen Herrschaften steht,
entscheidet sie darum auch über deren Recht und Unrecht. Die
absolut und allgemein gültige Messlatte dafür ist ihr
unbedingter Wille, eine eigenmächtige Zweckentfremdung
ihres Dollars und Weltmarkts und den Kampf um nationale
Eigenständigkeit gegen ihre Vormachtrolle nicht zu dulden.
Was für Lateinamerika heißt: Nationale Souveränität hat
zusammenzufallen mit deren Diensten an den USA. Ein
Widerspruch, eine Zumutung für solche Länder? Sicher! Eine
„unzulässige Einmischung“ der Weltmacht? Eher nicht,
sondern eine Lektion darüber, wessen Mittel Dollar und
kapitalistischer Weltmarkt sind, weswegen sie auch als
Waffe der USA dafür taugen, auf „regime change“ zu bestehen.
Damit erledigt sich aber auch die geschmäcklerische Frage, ob
und wie ernst es Trump meint mit der Wiederherstellung von
Demokratie und Legitimität. Die wirkliche Substanz der
hierzulande ausgiebig gepflegten Zweifel in dieser Sache
kommt ja auch gar nicht aus den Ansichten über die
venezolanischen (Un)Rechtsverhältnisse, sondern aus der
Zumutung, die Trumps Venezuela-Politik für den
imperialistischen Anspruch der europäischen Mächte
darstellt.
00:00 Vortrag
01:11:18 Diskussion
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