Nachdem ein lieber Hörer uns ein paar Fragen eingesandt hat, machen
wir heute einen Abstecher ins Mietrecht. Dort gibt es nämlich
einige Mythen, die sich hartnäckig halten. „Wenn ich drei
Nachmieter bringe, muss der Vermieter mich auch früher aus dem
Mietvertrag entlassen“ Viele Vermieter freuen sich, wenn ein
scheidender Mieter neue Interessenten – also künftige Nachmieter –
bringt. Der Mieter hat dann womöglich die Möglichkeit, früher
auszuziehen und auch noch Geld zu sparen. Der Vermieter spart sich
die Mühe, seine Wohnung zu bewerben, womöglich einen Makler zu
bestellen etc. Klingt zunächst mal wie eine Win-Win-Situation. Doch
wie ist das? Muss ein Vermieter einen Mieter denn früher aus dem
Vertrag entlassen, wenn er ihm drei Nachmieter gestellt hat?
Natürlich nicht. Nicht nur gibt es da keinen Anspruch, auch das
Interesse eines Vermieters an Interessenten, die der ehemalige
Mieter bringt, ist ohnehin schon eingeschränkt. Schließlich will
kein Vermieter gern zu den gleichen Konditionen vermieten wie
zuvor. Außerdem kann der Vermieter nicht gezwungen werden, einen
der Nachmieter sympathisch zu finden. Schließlich wäre auch
denkbar, dass diese Interessenten gar kein richtiges Interesse oder
gar keine hinreichende Bonität haben. Sicherlich kann man sich
bisweilen mit dem Vermieter einig werden, aber irgendeinen
rechtlichen Anspruch darauf gibt es nicht. „Die letzte Miete zahle
ich nicht mehr. Die können wir dann ja mit der Kaution verrechnen“
Es gibt viele faire Vermieter. Deswegen sind aber nicht alle
Vermieter fair. So kann es während des Mietverhältnisses schon den
einen oder anderen Vorfall geben, der einen Mieter erahnen lässt,
dass die Erstattung der Kaution nicht reibungslos vonstattengehen
wird. Da ist der Gedanke verständlich, die letzte Miete gar nicht
mehr zu zahlen, um das finanzielle Risiko zu minimieren, falls sich
ein Vermieter über eine gesprungene Fliese oder ein Loch in der
Wand über Gebühr aufregt und sich die ganze Sache ärgerlich in die
Länge zieht, während man auf sein Geld wartet. Verstehbar? Ja. Aber
nicht legal. Das kann dann sogar richtig teuer werden, wenn der
Vermieter ernsthaft eine Zahlungsklage anstrengt. Die Kaution hat
damit nichts zu tun. Will Sie also ein Vermieter richtig
schikanieren, kann dieser Versuch böse nach hinten losgehen. „Die
Kaution bekomme ich, nachdem mein Vermieter die Wohnung abgenommen
hat!“ Keineswegs. Das ist im Grunde auch völlig logisch, denn oft
steht noch gar nicht fest, wer eigentlich wem noch Geld schuldet.
Es ist vor allem sehr unwahrscheinlich, dass bereits alle
Betriebskosten abgerechnet und ausgeglichen sind. Manchmal muss
noch die Heizkostenabrechnung abgewartet werden oder andere Kosten
stehen noch nicht fest. Deshalb hat ein Vermieter zwischen drei und
sechs Monaten Zeit, die Rückzahlung zurückzuhalten. Außerdem könnte
es auch sein, dass sich Schäden an der Wohnung erst später nach dem
Auszug zeigen oder bemerkt werden. Wer also bei einem Umzug die
Kaution schon für die Möbel der neuen Wohnung oder als neue Kaution
verplant, wird sich sehr wahrscheinlich verrechnen. Wer einen
fairen Vermieter hat, wird zumindest einen guten Teil der Kaution
zurückerhalten können, sofern sich abzeichnet, dass die
Betriebskostenabrechnung weitestgehend durch die
Nebenkostenvorschüsse abgedeckt ist. Aber auch hierauf hat man kein
Recht. „Einmal im Jahr darf ich eine Party veranstalten, bei der es
etwas lauter wird.“ Nein. Ruhestörender Lärm ist nach 22:00 Uhr
gesetzlich verboten. Dafür gibt es leider keine Ausnahmen, egal,
wie besonders Anlass oder Jubiläum auch sein mögen. Auch hier ist
man auf Fairness, Vernunft und Verständnis der Nachbarn angewiesen.
Ebenfalls noch nicht ausgestorben: „Schimmel ist immer ein Mangel
an der Wohnung, den der Vermieter beheben muss!“ Eigentlich stellt
sich beim genaueren Hinsehen in über 90 % aller Fälle heraus, dass
Schimmel eine Folge falsche
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