Beschreibung
vor 7 Jahren
Prof. Peter Ruge ist noch einmal bei uns zu Gast. Kein Wunder, hat
er doch in seiner letzten Folge viele Fragen aufgeworfen. Es geht
um sein absolutes Lieblingsthema: Nachhaltigkeit. Seien wir
ehrlich: Nachhaltigkeit, das ist ein etwas abgenutzter Begriff.
Nachhaltigkeit wäre irgendwie schön, es sind auch alle irgendwie
dafür, aber was genau ist das? Elektroautos, deren Batterien mit
mehr Aufwand hergestellt werden als Verbrennermotoren im ganzen
Leben verbrauchen sind es sicherlich nicht. Aber wozu unterrichtet
Peter Nachhaltigkeit als Fach an der Universität? Nachhaltigkeit
ist eine deutsche Erfindung und als solche zunächst einmal ein
Rechenmodell. Forstwirte haben sich die Frage gestellt: Wie viele
Bäume muss ich pflanzen, um kontinuierlich Holz entnehmen zu
können, ohne dass sich mein Bestand relevant verkleinert? Auf Autos
und Gebäude bezogen geht das natürlich nicht – ein immer warmes
Gebäude, ein immer fahrendes Auto wäre ja das perpetuum mobile.
Also ist Nachhaltigkeit hier eher ein ideal, dem man sich nähert.
Dabei gibt es die „drei Säulen der Nachhaltigkeit“: Ökölogie: Das
Haus soll am Ende keine oder fast keine Energie verbrauchen. Darum
mache ich bei der Erstellung des Gebäudes Kompromisse, um das Ziel
danach zu erreichen. Ökönomie: Nachhaltigkeit kann – wie fast alles
im Leben – nicht zu jedem Preis erreicht werden. Sozial: Für wen
ist das Gebäude gedacht? Wird das Gebäude denen gerecht, die es
nutzen sollen? Welche Ansprüche haben diese Menschen und warum? Am
Rande ein Beispiel aus unser aller Praxis ist die
Energieeinsparverordnung (EnEV) und der damit auch von Mirko Otto
immer wieder angeprangerte „Dämmwahn“: Er ist ökonomisch, sozial
und ökologisch – wie nun auch unser Professor erklärt und
bescheinigt – Unsinn. Nachhaltigkeit, so erklärt er weiter, liegt
ohnehin weniger im krampfhaften Energiesparen, sondern mindestens
gleichermaßen in der Hebung und Nutzung von Ressourcen eines
Gebäudes, Energie zu erzeugen. Seine bedeutendsten Erfahrungen mit
Passivhäusern hat Peter in einem ganz anderen Teil der Erde
gemacht: In China. Bei seiner Konzeption des ersten Passivhauses in
Südchina spielte Dämmung zwar in puncto Kühlung eine wichtige
Rolle, aber die Herausforderung als solche war kaum geringer –
weshalb wir ihn auch dazu ausführlich interviewen. Wir kehren
zurück nach Deutschland und lernen, ob und inwiefern heute
Nachhaltigkeit im Bau präsent ist. Hat sich hier viel getan? Ist
Deutschland Weltspitze oder eher so schlecht wie sein
Mobilfunknetz? An welchen Dingen erkennt man eigentlich, dass
jemand nachhaltig gedacht hat? Wir werden Peter auch fragen, wo man
in Berlin Nachhaltigkeit – oder die Abwesenheit davon – erkennt.
Außerdem hat Peter uns eines seiner Projekte mitgebracht, das ihm
besonders am Herzen liegt: Die G-Road. Die G-Road („Green Healthy
Road“) ist eine Sammlung von Inspirationen zur Nachhaltigkeit, die
versucht, Gesundheit, Umwelt, Technik und soziale Aspekte neu und
besser zu denken. Hier finden sich Ansätze zur Bewässerung in der
Wüste, grüne CO2-Speichertürme mitten in Berlin oder fahrbare
Arztpraxen. Ach: Warum und wie 5 Euro eine Rolle beim Verständnis
von Nachhaltigkeit spielen, erfahren Sie außerdem – diesmal bei
IMMO.FM!
er doch in seiner letzten Folge viele Fragen aufgeworfen. Es geht
um sein absolutes Lieblingsthema: Nachhaltigkeit. Seien wir
ehrlich: Nachhaltigkeit, das ist ein etwas abgenutzter Begriff.
Nachhaltigkeit wäre irgendwie schön, es sind auch alle irgendwie
dafür, aber was genau ist das? Elektroautos, deren Batterien mit
mehr Aufwand hergestellt werden als Verbrennermotoren im ganzen
Leben verbrauchen sind es sicherlich nicht. Aber wozu unterrichtet
Peter Nachhaltigkeit als Fach an der Universität? Nachhaltigkeit
ist eine deutsche Erfindung und als solche zunächst einmal ein
Rechenmodell. Forstwirte haben sich die Frage gestellt: Wie viele
Bäume muss ich pflanzen, um kontinuierlich Holz entnehmen zu
können, ohne dass sich mein Bestand relevant verkleinert? Auf Autos
und Gebäude bezogen geht das natürlich nicht – ein immer warmes
Gebäude, ein immer fahrendes Auto wäre ja das perpetuum mobile.
Also ist Nachhaltigkeit hier eher ein ideal, dem man sich nähert.
Dabei gibt es die „drei Säulen der Nachhaltigkeit“: Ökölogie: Das
Haus soll am Ende keine oder fast keine Energie verbrauchen. Darum
mache ich bei der Erstellung des Gebäudes Kompromisse, um das Ziel
danach zu erreichen. Ökönomie: Nachhaltigkeit kann – wie fast alles
im Leben – nicht zu jedem Preis erreicht werden. Sozial: Für wen
ist das Gebäude gedacht? Wird das Gebäude denen gerecht, die es
nutzen sollen? Welche Ansprüche haben diese Menschen und warum? Am
Rande ein Beispiel aus unser aller Praxis ist die
Energieeinsparverordnung (EnEV) und der damit auch von Mirko Otto
immer wieder angeprangerte „Dämmwahn“: Er ist ökonomisch, sozial
und ökologisch – wie nun auch unser Professor erklärt und
bescheinigt – Unsinn. Nachhaltigkeit, so erklärt er weiter, liegt
ohnehin weniger im krampfhaften Energiesparen, sondern mindestens
gleichermaßen in der Hebung und Nutzung von Ressourcen eines
Gebäudes, Energie zu erzeugen. Seine bedeutendsten Erfahrungen mit
Passivhäusern hat Peter in einem ganz anderen Teil der Erde
gemacht: In China. Bei seiner Konzeption des ersten Passivhauses in
Südchina spielte Dämmung zwar in puncto Kühlung eine wichtige
Rolle, aber die Herausforderung als solche war kaum geringer –
weshalb wir ihn auch dazu ausführlich interviewen. Wir kehren
zurück nach Deutschland und lernen, ob und inwiefern heute
Nachhaltigkeit im Bau präsent ist. Hat sich hier viel getan? Ist
Deutschland Weltspitze oder eher so schlecht wie sein
Mobilfunknetz? An welchen Dingen erkennt man eigentlich, dass
jemand nachhaltig gedacht hat? Wir werden Peter auch fragen, wo man
in Berlin Nachhaltigkeit – oder die Abwesenheit davon – erkennt.
Außerdem hat Peter uns eines seiner Projekte mitgebracht, das ihm
besonders am Herzen liegt: Die G-Road. Die G-Road („Green Healthy
Road“) ist eine Sammlung von Inspirationen zur Nachhaltigkeit, die
versucht, Gesundheit, Umwelt, Technik und soziale Aspekte neu und
besser zu denken. Hier finden sich Ansätze zur Bewässerung in der
Wüste, grüne CO2-Speichertürme mitten in Berlin oder fahrbare
Arztpraxen. Ach: Warum und wie 5 Euro eine Rolle beim Verständnis
von Nachhaltigkeit spielen, erfahren Sie außerdem – diesmal bei
IMMO.FM!
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