Virulenz und Resistenzspektrum von Staphylococcus epidermidis im experimentellen Modell der Endophthalmitis
Beschreibung
vor 23 Jahren
Die akute postoperative Endophthalmitis stellt eine seltene, aber
die Funktion und die Integrität des Auges bedrohende Komplikation
nach ophthalmochirurgischen Eingriffen, meist Katarakt-Operation,
dar. Häufig wird Staphylococcus epidermidis nachgewiesen. Für die
Visusprognose entscheidend sind eine prompte Diagnose und
schnellstmögliche Therapieeinleitung, um eine rasche Beseitigung
der Erreger und Suppression der Immunantwort zu erreichen. Für die
gezielte Therapie einer Staphylococcus epidermidis-assoziierten
Endophthalmitis ist die Identifikation des entsprechenden
Resistenzspektrums von besonderer Bedeutung, da in letzter Zeit
zunehmend Resistenzentwicklungen dieser Spezies beobachtet wurden.
Der genaue Zusammenhang zwischen Virulenz und
Antibiotikaresistenzmuster der koagulasenegativen Staphylokokken
ist bisher unklar. Unsere Hypothese, die auf dem klinischen
Eindruck bei der Versorgung von Endophthalmitis-Patienten in
unserer Klinik basiert, besagt, daß resistente Keime einen
schwereren Krankheitsverlauf der Endophthalmitis induzieren, und
dieser somit auf einer höheren Pathogenität dieser Erreger beruhen
könnte. Es liegen bisher keine Daten über das funktionelle und
histopathologische Erscheinungsbild einer experimentellen
Endophthalmitis in Abhängigkeit von den Resistenzcharakteristika
der jeweiligen Erreger vor. In der vorliegenden Arbeit wurden in
einem Tiermodell Unterschiede im klinischen und funktionellen
Verlauf sowie im histopathologischen Bild einer experimentellen
Endophthalmitis untersucht, die durch antibiotisch unterschiedlich
empfindliche Staphylococcus epidermidis-Stämme hervorgerufen
wurden. Die Beobachtung des klinischen Verlaufs der Endophthalmitis
ergab keine deutlichen Unterschiede im Schweregrad der Erkrankung
bezüglich des vorderen Augenabschnitts. Jedoch konnten in Hinblick
auf den Zeitpunkt der Funduseintrübung Differenzen zwischen den
einzelnen experimentellen Guppen aufgezeigt werden. Im Verlauf der
experimentell induzierten Endophthalmitis kam es bei den partiell-
und multiresistenten Staphylococcus epidermidis-Stämmen zu einem
früheren Zeitpunkt zu einer stärker ausgeprägten Entzündung und zu
einer früheren Eintrübung des Glaskörperraumes durch Infiltration
bis hin zum Verlust des roten Fundusreflexes als bei den
vollempfindlichen Staphylococcus epidermidis-Stämmen. 12 Stunden
nach Inokulation der Bakterien zeigte sich in den mit
partiellresistenten Staphylococcus epidermidis-Stämmen infizierten
Augen ein im Vergleich zur normalen Netzhautfunktion signifikant
erniedrigtes ERG. Die mit vollsensiblen und multiresistenten
Stämmen inokulierten Endophthalmitis-Augen waren dieser Gruppe
hinsichtlich des Erhalts der Netzhautfunktion signifikant
überlegen. 30 Stunden nach Infektion konnte lediglich in den mit
vollsensiblen Bakterien inokulierten Augen eine
elektroretinographische Antwort der Netzhaut registriert werden.
Die histopathologische Analyse trug zu der klinischen und
funktionellen Beobachtung bei, daß hinsichtlich des
Entzündungsgrades aller untersuchten Gewebe des Auges ein milderes
Bild der Endophthalmitis in den mit vollempfindlichen Keimen
infizierten Augen und eine deutlichere Desintegration der
anatomischen Strukturen in den mit resistenten Staphylococcus
epidermidis-Stämmen infizierten Augen resultierte. Aus dem
Vergleich der klinischen, histopathologischen und
elektrophysiologischen Daten ergibt sich der Eindruck, daß in einem
experimentellen Tiermodell einer nicht therapierten Endophthalmitis
Resistenzen bei Staphylococcus epidermidis mit einem schwereren
Krankheitsverlauf assoziiert sind. Die Studie zeigt, daß
antibiotisch vollempfindliche Keime einen milderen Verlauf der
Entzündung induzieren als partiell- und multiresistente Stämme von
Staphylococcus epidermidis. Somit scheint die Schlußfolgerung
gerechtfertigt, daß die spezifische Virulenz von Staphylococcus
epidermidis mit dem Antibiotikaresistenzspektrum der einzelnen
Stämme korreliert werden kann.
die Funktion und die Integrität des Auges bedrohende Komplikation
nach ophthalmochirurgischen Eingriffen, meist Katarakt-Operation,
dar. Häufig wird Staphylococcus epidermidis nachgewiesen. Für die
Visusprognose entscheidend sind eine prompte Diagnose und
schnellstmögliche Therapieeinleitung, um eine rasche Beseitigung
der Erreger und Suppression der Immunantwort zu erreichen. Für die
gezielte Therapie einer Staphylococcus epidermidis-assoziierten
Endophthalmitis ist die Identifikation des entsprechenden
Resistenzspektrums von besonderer Bedeutung, da in letzter Zeit
zunehmend Resistenzentwicklungen dieser Spezies beobachtet wurden.
Der genaue Zusammenhang zwischen Virulenz und
Antibiotikaresistenzmuster der koagulasenegativen Staphylokokken
ist bisher unklar. Unsere Hypothese, die auf dem klinischen
Eindruck bei der Versorgung von Endophthalmitis-Patienten in
unserer Klinik basiert, besagt, daß resistente Keime einen
schwereren Krankheitsverlauf der Endophthalmitis induzieren, und
dieser somit auf einer höheren Pathogenität dieser Erreger beruhen
könnte. Es liegen bisher keine Daten über das funktionelle und
histopathologische Erscheinungsbild einer experimentellen
Endophthalmitis in Abhängigkeit von den Resistenzcharakteristika
der jeweiligen Erreger vor. In der vorliegenden Arbeit wurden in
einem Tiermodell Unterschiede im klinischen und funktionellen
Verlauf sowie im histopathologischen Bild einer experimentellen
Endophthalmitis untersucht, die durch antibiotisch unterschiedlich
empfindliche Staphylococcus epidermidis-Stämme hervorgerufen
wurden. Die Beobachtung des klinischen Verlaufs der Endophthalmitis
ergab keine deutlichen Unterschiede im Schweregrad der Erkrankung
bezüglich des vorderen Augenabschnitts. Jedoch konnten in Hinblick
auf den Zeitpunkt der Funduseintrübung Differenzen zwischen den
einzelnen experimentellen Guppen aufgezeigt werden. Im Verlauf der
experimentell induzierten Endophthalmitis kam es bei den partiell-
und multiresistenten Staphylococcus epidermidis-Stämmen zu einem
früheren Zeitpunkt zu einer stärker ausgeprägten Entzündung und zu
einer früheren Eintrübung des Glaskörperraumes durch Infiltration
bis hin zum Verlust des roten Fundusreflexes als bei den
vollempfindlichen Staphylococcus epidermidis-Stämmen. 12 Stunden
nach Inokulation der Bakterien zeigte sich in den mit
partiellresistenten Staphylococcus epidermidis-Stämmen infizierten
Augen ein im Vergleich zur normalen Netzhautfunktion signifikant
erniedrigtes ERG. Die mit vollsensiblen und multiresistenten
Stämmen inokulierten Endophthalmitis-Augen waren dieser Gruppe
hinsichtlich des Erhalts der Netzhautfunktion signifikant
überlegen. 30 Stunden nach Infektion konnte lediglich in den mit
vollsensiblen Bakterien inokulierten Augen eine
elektroretinographische Antwort der Netzhaut registriert werden.
Die histopathologische Analyse trug zu der klinischen und
funktionellen Beobachtung bei, daß hinsichtlich des
Entzündungsgrades aller untersuchten Gewebe des Auges ein milderes
Bild der Endophthalmitis in den mit vollempfindlichen Keimen
infizierten Augen und eine deutlichere Desintegration der
anatomischen Strukturen in den mit resistenten Staphylococcus
epidermidis-Stämmen infizierten Augen resultierte. Aus dem
Vergleich der klinischen, histopathologischen und
elektrophysiologischen Daten ergibt sich der Eindruck, daß in einem
experimentellen Tiermodell einer nicht therapierten Endophthalmitis
Resistenzen bei Staphylococcus epidermidis mit einem schwereren
Krankheitsverlauf assoziiert sind. Die Studie zeigt, daß
antibiotisch vollempfindliche Keime einen milderen Verlauf der
Entzündung induzieren als partiell- und multiresistente Stämme von
Staphylococcus epidermidis. Somit scheint die Schlußfolgerung
gerechtfertigt, daß die spezifische Virulenz von Staphylococcus
epidermidis mit dem Antibiotikaresistenzspektrum der einzelnen
Stämme korreliert werden kann.
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