SG #037: Zeitungen

SG #037: Zeitungen

Einen schönen Gruss an Tessa - sie hat mich so geschimpft, dass ich keine neue Episode mehr gemacht habe, dass ich sofort eine aufgenommen habe! Anna lebt in Berlin und würde gerne eine Zeitung lesen. Sie hat mich gefragt,
7 Minuten

Beschreibung

vor 17 Jahren

Einen schönen Gruss an Tessa – sie hat mich so
geschimpft, dass ich keine neue Episode mehr gemacht habe, dass
ich sofort eine aufgenommen habe!


Anna lebt in Berlin und würde gerne eine Zeitung
lesen. Sie hat mich gefragt, welche deutschen Zeitungen es auf
dem Markt gibt. Natürlich kann ich Euch nicht alle Zeitungen
vorstellen, aber ich hoffe, dass ich die wichtigsten nennen kann
und ihre Unterschiede.


Zunächst einmal gibt es einen Unterschied in der deutschen
Sprache zwischen Zeitung und Zeitschrift. Eine Zeitschrift ist
ein Magazin, also ein kleines, buntes Heft. Meistens erscheint es
nur ein Mal pro Woche oder pro Monat. Eine Zeitung ist viel
größer und kann auch täglich erscheinen.


Ich spreche erst einmal über die Zeitungen. Da gibt es einen
Unterschied: Es gibt regionale und überregionale Zeitungen.
Regionale Zeitungen erscheinen in einem kleinen Gebiet, sie
berichten hauptsächlich über dieses Gebiet. Also zum Beispiel
gibt es das Göttinger Tageblatt oder die Berliner Morgenpost. In
diesen Zeitungen kann man viele Informationen lesen über
Göttingen oder Berlin. Das ist für Menschen, die dort leben, sehr
interessant. Für mich in München allerdings bringt das wenig.
Außerdem gibt es die meisten dieser Zeitungen nur in der
jeweiligen Region zu kaufen.


Mich interessieren überregionale Zeitungen, also Zeitungen, in
denen viele Nachrichten aus aller Welt stehen. Diese Zeitungen
gibt es in ganz Deutschland zu kaufen. Man kauft Zeitungen
entweder am Kiosk oder im Supermarkt, oder auch an Tankstellen.
Und es gibt stumme Verkäufer, also Zeitungsautomaten, wie ich in
Folge 13 erklärt habe.


Die wohl bekannteste überregionale Zeitung in Deutschland ist die
Bild-Zeitung. Sie ist eine Boulevardzeitung. Im englischen Raum
nennt man das Yellow Press. Sie kostet nicht viel, ist dünn und
schnell auf dem Weg zur Arbeit durchgeblättert. Die Bild-Zeitung
gibt es seit 1952 und sie ist die Zeitung mit der größten Auflage
in ganz Europa. 3,3 Millionen Exemplare werden von ihr jeden Tag
gedruckt. Oft geht es hier um Skandale von Prominenten oder
Ähnliches. Im gleichen Verlag, dem berühmten
Axel-Springer-Verlag, erscheint auch die Welt.


Mehr Niveau hat die Süddeutsche Zeitung. Sie wird in München
hergestellt und existiert seit 1945. Jede Zeitung ist in
verschiedene Ressorts unterteilt, so auch die SZ. Es gibt die
Nachrichten, den Sport-Teil, das Feuilleton, also die Kultur,
einen Serviceteil mit Hinweisen auf Kulturveranstaltungen und
ähnlichem und natürlich auch
den Wirtschaftsteil mit aktuellen Börsenkursen. Die Süddeutsche
Zeitung gilt als politisch linksliberal und kritisch.


Sehr bekannt ist auch die Frankfurter Allgemeine Zeitung, deren
Berichterstattung eher konservativ ist. Besonders ist dagegen die
taz aus Berlin. Die Abkürzung taz steht für „Tageszeitung“. Von
ihr werden nur rund 50.000 Exemplare gedruckt. Sie ist etwas
kleiner als andere Tageszeitungen und gilt als politisch
links-alternativ.


Was die Zeitschriften angeht, also die Magazine, so gibt es vor
allem drei, die in Deutschland eine Rolle spielen. Der Spiegel
erscheint jeden Montag. Er wurde 1947 gegründet. Seine
Journalisten sind sehr angesehen, und die Schwerpunkte Politik,
Wirtschaft und Wissenschaft sind fundiert recherchiert. Der Stern
ist etwas bunter, hier geht es oft auch um Fotostrecken oder
weniger brisante und intellektuelle Themen. Relativ neu
dazugekommen ist 1993 der Focus. Er sollte eine Konkurrenz zum
Spiegel sein und ist weitaus konservativer. Nach wie vor lesen
mehr Deutsche den Spiegel als den Focus.


So, das waren natürlich nicht alle deutschen Zeitungen. Es gibt
auch noch die Frankfurter Rundschau und die sehr gute, einmal in
der Woche am Donnerstag erscheinende „Zeit„, die ich sehr
empfehlen kann. Aber ich glaube, Ihr habt einen guten Überblick
bekommen. Übrigens gibt es in großen Städten nochmal eigene
Regionalzeitungen, wie vorher angedeutet. In München zum Beispiel
gibt es die tz, die Abendzeitung und den Münchner Merkur. Jede
Zeitung hat ihre eigene Ausrichtung, und daher kann man an den
Lesern jeweils ungefähr abschätzen, welche politische oder
gesellschaftliche Ausrichtung sie haben.


Text der Episode als PDF:
https://slowgerman.com/folgen/sg37kurz.pdf

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