SG #044: Essen

SG #044: Essen

Leah aus Kalifornien hat mich gebeten, über das Essen zu schreiben. Da bekomme ich ja sofort Hunger! Man sagt auch: Da läuft mir das Wasser im Munde zusammen. Also, legen wir los! Was essen wir hier in Deutschland? Kartoffeln und Sauerkraut?
5 Minuten

Beschreibung

vor 17 Jahren

Leah aus Kalifornien hat mich gebeten, über das
Essen zu schreiben. Da bekomme ich ja sofort Hunger! Man sagt
auch: Da läuft mir das Wasser im Munde zusammen. Also, legen wir
los!


Was essen wir hier in Deutschland? Kartoffeln und Sauerkraut? Das
sind die Vorurteile, die man in der Welt hat. Die Realität sieht
anders aus. Die Deutschen lieben gutes Essen, und sie lieben
internationales Essen. Ein scharfes Curry oder ein süß-saures
chinesisches Essen, ein süßer italienischer Nachtisch hinterher –
das ist wunderbar!


Essen ist Mode. Daher gibt es Trends, die sich verändern. Als ich
ein Kind war, ging man meistens zum Griechen zum Essen oder zum
Jugoslawen. Dort gab es dann meistens sehr viel Fleisch mit viel
Knoblauch zu essen. Heute isst man lieber italienisch oder
indisch. Nicht ganz so fettig, nicht ganz so viel Fleisch.


Ein typisches Modeessen für alle, die nicht dick werden wollen,
ist Salat mit Putenbruststreifen. Das gibt es wirklich in jedem
Lokal auf der Speisekarte. Dazu eine Apfelschorle, das
Modegetränk der Deutschen.


Wenn man zum Essen geht, muss man zunächst oft telefonisch einen
Tisch reservieren. Gerade bei beliebten Restaurants sind sonst
alle Tische besetzt. Hat man seinen Platz gefunden, bekommt man
eine Speisekarte und kann sich etwas aussuchen. Vielleicht
zunächst eine Vorspeise? Oder ein kleiner Salat zum Hauptgericht?
Und natürlich danach noch eine Nachspeise, ein Dessert. Und einen
Kaffee, einen Espresso oder Capucchino.


Wenn man möchte, kann man so lange man will am Tisch
sitzenbleiben. Anders als in Amerika. Dort wird man nach dem
Essen höflich aufgefordert, die Rechnung zu bezahlen und zu
gehen. In Deutschland passiert es oft, dass man nach dem Essen
noch sitzen bleibt, einen Kaffee trinkt oder eine Flasche Wein
bestellt, und lange einfach nur redet.


Irgendwann ist jedoch auch der schönste Restaurantbesuch zu Ende
und man bestellt beim Kellner oder der Bedienung die Rechnung.
Man gibt gute zehn Prozent Trinkgeld, bezahlt die Rechnung und
geht nach Hause.


Momentan ist in Deutschland allerdings das Kochfieber
ausgebrochen. Während es früher schick war, Essen zu gehen, isst
man heute in der eigenen Wohnung. Im Fernsehen gibt es zahllose
Kochshows, viele Köche sind zu Fernsehstars geworden. Was in
England Jamie Oliver ist, ist bei uns Tim Mälzer. Ich finde
diesen Trend super. Vor zwei Jahren habe ich selber angefangen zu
kochen. Aber ich koche nicht gerne allein. Am meisten Spaß macht
es, wenn zwei oder drei Freunde zusammen kochen. Dann ist es auch
nicht so schlimm, wenn etwas mal nicht schmeckt – denn dann sind
alle drei Köche schuld daran!


Text der Episode als PDF:
https://slowgerman.com/folgen/sg44kurz.pdf

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