Leah aus Kalifornien hat mich gebeten, über das Essen zu schreiben.
Da bekomme ich ja sofort Hunger! Man sagt auch: Da läuft mir das
Wasser im Munde zusammen. Also, legen wir los! Was essen wir hier
in Deutschland? Kartoffeln und Sauerkraut? Das sind die Vorurteile,
die man in der Welt hat. Die Realität sieht anders aus. Die
Deutschen lieben gutes Essen, und sie lieben internationales Essen.
Ein scharfes Curry oder ein süß-saures chinesisches Essen, ein
süßer italienischer Nachtisch hinterher – das ist wunderbar! Essen
ist Mode. Daher gibt es Trends, die sich verändern. Als ich ein
Kind war, ging man meistens zum Griechen zum Essen oder zum
Jugoslawen. Dort gab es dann meistens sehr viel Fleisch mit viel
Knoblauch zu essen. Heute isst man lieber italienisch oder indisch.
Nicht ganz so fettig, nicht ganz so viel Fleisch. Ein typisches
Modeessen für alle, die nicht dick werden wollen, ist Salat mit
Putenbruststreifen. Das gibt es wirklich in jedem Lokal auf der
Speisekarte. Dazu eine Apfelschorle, das Modegetränk der Deutschen.
Wenn man zum Essen geht, muss man zunächst oft telefonisch einen
Tisch reservieren. Gerade bei beliebten Restaurants sind sonst alle
Tische besetzt. Hat man seinen Platz gefunden, bekommt man eine
Speisekarte und kann sich etwas aussuchen. Vielleicht zunächst eine
Vorspeise? Oder ein kleiner Salat zum Hauptgericht? Und natürlich
danach noch eine Nachspeise, ein Dessert. Und einen Kaffee, einen
Espresso oder Capucchino. Wenn man möchte, kann man so lange man
will am Tisch sitzenbleiben. Anders als in Amerika. Dort wird man
nach dem Essen höflich aufgefordert, die Rechnung zu bezahlen und
zu gehen. In Deutschland passiert es oft, dass man nach dem Essen
noch sitzen bleibt, einen Kaffee trinkt oder eine Flasche Wein
bestellt, und lange einfach nur redet. Irgendwann ist jedoch auch
der schönste Restaurantbesuch zu Ende und man bestellt beim Kellner
oder der Bedienung die Rechnung. Man gibt gute zehn Prozent
Trinkgeld, bezahlt die Rechnung und geht nach Hause. Momentan ist
in Deutschland allerdings das Kochfieber ausgebrochen. Während es
früher schick war, Essen zu gehen, isst man heute in der eigenen
Wohnung. Im Fernsehen gibt es zahllose Kochshows, viele Köche sind
zu Fernsehstars geworden. Was in England Jamie Oliver ist, ist bei
uns Tim Mälzer. Ich finde diesen Trend super. Vor zwei Jahren habe
ich selber angefangen zu kochen. Aber ich koche nicht gerne allein.
Am meisten Spaß macht es, wenn zwei oder drei Freunde zusammen
kochen. Dann ist es auch nicht so schlimm, wenn etwas mal nicht
schmeckt – denn dann sind alle drei Köche schuld daran! Text der
Episode als PDF: https://slowgerman.com/folgen/sg44kurz.pdf
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