Courtenay aus Tennessee möchte gerne etwas über einen Arztbesuch in
Deutschland erfahren. Ich habe Euch ja schon erzählt, dass man in
der Regel zunächst einen Termin beim Arzt vereinbart. Die
Koordination übernimmt die Sprechstundenhilfe. Das ist meistens
eine Frau, die in der Arztpraxis am Telefon die Termine annimmt und
einträgt. Sie hat noch weitere Aufgaben, die meisten davon sind
Bürotätigkeiten. Dann nimmt man im Wartezimmer Platz und wartet,
bis man an die Reihe kommt. Der Arzt oder eine Arzthelferin kommen
dann ins Wartezimmer und rufen entweder den Namen auf oder sagen
„Der Nächste, bitte“. Der Arzt hat eine Karteikarte, auf der die
Krankengeschichte des Patienten steht. Also zum Beispiel wie alt er
ist, wieviel er wiegt, wie groß er ist, welche Krankheiten er
bereits hatte, wann er zuletzt beim Arzt war oder welche
Medikamente ihm verschrieben wurden. Dann fragt der Arzt den
Patienten, was ihm fehlt. Der Patient kann dann beschreiben, dass
ihm zum Beispiel der Bauch weh tut. Oder dass er Halsschmerzen hat.
Er kann berichten, dass er seit ein paar Tagen Fieber hat, Husten
oder Schnupfen. Oder falls er sich verletzt hat kann er erklären,
wie alles passiert ist – wenn er zum Beispiel vom Fahrrad gestürzt
ist und sich dabei ein Bein gebrochen hat oder ähnliches. Der Arzt
stellt dabei weitere Fragen. Er fragt, wie lange die Schmerzen
schon anhalten. Er fragt, ob die Schmerzen nur manchmal existieren
oder immer da sind. Er fragt, ob es zum Beispiel in der Familie
ähnliche Probleme gibt, ob man eventuell eine Krankheit geerbt hat.
Und ob es Medikamente gibt, die man nicht verträgt oder gegen die
man allergisch ist. Er versucht, aus den Symptomen eine Diagnose zu
ziehen. Das bedeutet: Er setzt die verschiedenen Schmerzen zusammen
und versucht herauszufinden, was die Ursache ist. Der Arzt hat
verschiedene Möglichkeiten, den Patienten zu untersuchen. Zunächst
wird er oft den Patienten bitten, sich freizumachen. „Machen Sie
sich bitte frei!“ bedeutet in diesem Fall: Die Kleidung ausziehen.
Meistens aber nur an der Stelle, die Schmerzen bereitet, also zum
Beispiel das T-Shirt ausziehen, damit der Arzt die Lunge abhören
kann oder den Bauch abtasten. Oft wird er dann Maschinen benutzen,
um den Patienten weiter zu untersuchen. Er kann zum Beispiel mit
einem Ultraschallgerät arbeiten. Das passiert zum Beispiel bei
Schwangeren. Dabei trägt er erst ein kühles Gel auf die
entsprechende Stelle auf und fährt dann mit einem Ultraschallkopf
darüber. Auf einem Monitor sieht er dann in den Bauch. Wenn man
sich ein Bein gebrochen hat, dann muss man den Bruch röntgen, um
genau zu sehen, was gebrochen ist. Mit einem Röntgengerät kann man
Knochen abbilden. Wenn der Arzt die Symptome richtig erkannt hat,
kann er eine Diagnose stellen. Er kann dem Patienten dann sagen, an
welcher Krankheit er leidet oder welche Ursache die Schmerzen
haben. Normalerweise bekommt man dann ein Rezept vom Arzt. Auf
diesem Blatt Papier stehen Angaben für einen Apotheker. Dort
bekommt man die Medizin, die der Arzt verschrieben hat. Oft bekommt
man Antibiotika verschrieben, wenn man zum Beispiel eine
Lungenentzündung hat. Wer sich dagegen ein Bein gebrochen hat, der
bekommt wahrscheinlich einen Gips, damit wird der Bruch ruhig
gestellt, damit er wieder heilen kann. Manche Patienten werden auch
ins Krankenhaus eingewiesen, um dort weiterbehandelt oder operiert
zu werden, wenn sie schwer krank sind. Zum Arzt kann man aber auch
gehen, wenn man gar nicht krank ist. Ich werde demnächst dorthin
gehen, um meinen Impfschutz zu erneuern. Ich habe ein gelbes Heft,
das ich bei meiner Geburt bekommen habe. Darin stehen alle
Impfungen, die ich bis jetzt bekommen habe. Impfungen sind in der
Regel Injektionen. Man bekommt also zum Beispiel eine Spritze,
damit man in Zukunft keine Masern, Röteln oder Windpocken bekommen
kann. Man kann auch zu einem Check-Up gehen. Dann macht der Arzt
verschiedene Tests. Er lässt einen zum Beispiel auf einem
Hometrainer fahren. Ein Hometrainer ist bei uns ein Fahrrad, das in
der Wohnung steht und stabil befestigt ist. Man kann damit nicht
wirklich fahren, sondern nur in die Pedale treten. Während dieses
Tests ist man an eine Maschine angeschlossen, die zum Beispiel
misst, wie stark das Herz klopft. Der Arzt kann dann auch den
Blutdruck messen oder Blut abnehmen und es im Labor untersuchen. So
weiß man, ob man gesund ist. Heute passenderweise der Song
„Schmerzfrei“ von Max Passion. Text der Episode als PDF:
https://slowgerman.com/folgen/sg53kurz.pdf
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