Es ist kaum zu glauben: Am Wochenende war es hier in München so
warm, dass die Menschen draußen in den Biergärten saßen. Das ist
für unsere Region hier sehr untypisch – normalerweise ist der
Dezember sehr kalt. Oft schneit es schon Anfang November, und erst
im April werden wir es wieder wärmer haben. Ein halbes Jahr Winter
– das ist normal in Deutschland. Aber wir haben uns an die vier
Jahreszeiten gewöhnt und genießen es – mal mehr und mal weniger.
Natürlich nervt es manchmal, dass es immer kalt ist. Aber es hat
auch seine schönen Seiten. Wenn der Herbst langsam zu Ende geht
müssen wir hier in Süddeutschland erstmal in die Autowerkstatt:
Reifen wechseln. Die Sommerreifen werden abmontiert, die
Winterreifen aufgezogen. Ich mache das nicht in der Werkstatt,
sondern mit meinem Papa zusammen. Das macht richtig Spaß, auch wenn
es sehr anstrengend ist. Was nervt ist, dass man sein Auto morgens
ausgraben muss, wenn über Nacht Schnee gefallen ist. Die Scheibe
muss freigekratzt werden, damit man wieder durchsehen kann. Das
dauert ganz schön lange! Im Winter werden die Kerzen aus dem Keller
geholt und wir zünden sie an. Vor Weihnachten stellen wir den
Adventskranz aus Tannenzweigen mit seinen vier großen Kerzen auf
den Tisch. Jede Woche zünden wir eine neue Kerze an – bis
Weihnachten ist. Am Ende brennen also alle vier Kerzen. Dann
trinken wir Tee, Kaffee und essen dazu selbstgebackene Plätzchen.
Plätzchen, so heißen die kleinen Gebäckstücke hier im Süden – im
Norden sagt man Kekse dazu. Es gibt viele Rezepte für Plätzchen –
Kokosmakronen, Vanillekipferl, Zimtsterne oder Spitzbuben zum
Beispiel. Und natürlich Lebkuchen. Süßes gehört zur
Vorweihnachtszeit dazu, genauso wie Gewürze wie Zimt, Vanille oder
Orangenduft. Ab nach draußen, wenn Schnee liegt! Am schönsten ist
es natürlich, wenn draußen Schnee liegt und trotzdem die Sonne
scheint. Dann können wir einen Spaziergang im Schnee machen. Wir
können einen Schneemann bauen oder eine Schneeballschlacht machen –
dazu bewerfen wir uns mit Kugeln aus Schnee. Wer selber ein Haus
hat, der muss früh morgens den Bürgersteig freiräumen – hier darf
kein Schnee mehr liegen, wenn die Leute zur Arbeit gehen. Das kann
ganz schön anstrengend sein! Natürlich können wir im Winter auch
Skifahren oder mit dem Schlitten die Hügel hinuntersausen. Für
Kinder ein großer Spaß – und für die Erwachsenen natürlich auch.
Viele gehen im Winter auch gerne Schlittschuhlaufen. Sie fahren mit
ihren Schlittschuhen auf der Eisfläche im Kreis. Wichtig ist im
Winter vor allem gute Kleidung. Männer tragen dann lange
Unterhosen, die sehen aus wie Leggings. Frauen und Kinder tragen
eher Strumpfhosen. Dann am Besten Zwiebel-Look: Also viele
verschiedene Lagen übereinander. Ein T-Shirt, darüber ein Hemd und
noch ein Wollpulli. So bleibt einem schön warm und man kann
trotzdem eine Schicht ausziehen, wenn man in ein Café geht. Und
dann natürlich Mütze, Schal und Handschuhe! Und ein dicker
Daunen-Anorak, also eine dicke Jacke, die mit Federn gefüllt ist.
Das hält warm. Vor Weihnachten gehen wir gerne auf den
Christkindlmarkt – er heißt im Norden Weihnachtsmarkt. Dort kann
man an kleinen Buden Geschenke kaufen und Christbaumschmuck, aber
auch und vor allem leckere Dinge essen und trinken. Hier trinken
wir Glühwein oder Kinderpunsch – das ist die Variante ohne Alkohol.
Das sind heiße Getränke mit vielen weihnachtlichen Gewürzen drin.
Wir stehen zusammen in der Kälte und unterhalten uns. Ist das
komisch für Euch? Wie sieht Euer Winter aus? Schreibt gerne in die
Kommentarfunktion! Text der Episode als PDF:
https://slowgerman.com/folgen/sg112kurz.pdf
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