In Deutschland gibt es viele Gasthäuser. Man nennt sie auch
Gasthof. Beide Wörter bedeuten aber das Gleiche: Ein Gasthaus ist
ein Gebäude, in dem Menschen schlafen können - gegen Geld. Es ist
also kein normales Wohnhaus, sondern so etwas wie ein Hotel. Früher
gab es die Unterscheidung beider Wörter: Der Gasthof war so etwas
wie ein Bauernhof, der Gäste aufnahm. Hier konnten auch
Kutschenpferde unterkommen. Das Gasthaus war ein normales Haus. Der
Unterschied zwischen Gasthaus und Hotel ist schnell erklärt:
Gasthäuser gibt es schon viel länger als Hotels. Sie entstanden zum
Beispiel entlang der Strecken, auf denen die Postkutsche unterwegs
war. Unterwegs konnte der Kutscher hier übernachten und die Pferde
austauschen oder pausieren lassen. In vielen kleinen Gemeinden auf
dem Land gibt es ein Gasthaus, es liegt meist an der Straße und
heißt dann zum Beispiel "Zur Post", weil die Gasthäuser eben aus
der Zeit der Postkutschen stammen. In Städten sind sie seltener zu
finden. Außerdem sind Gasthäuser lange nicht so luxuriös und
komfortabel wie manche Hotels. Gasthäuser sind im ursprünglichen
Sinn eher schlicht und bieten weniger Service. Aber natürlich
vermischt sich das in unserer Zeit alles sehr. Gasthäuser sind in
zwei Bereiche aufgeteilt. Es gibt einen Bereich, in dem gegessen
und getrunken wird, das ist die Gaststätte. Und dann gibt es noch
die Schlafzimmer für die Gäste. Oft steht an der Fassade dieser
Gasthäuser groß das Wort "Fremdenzimmer" - das ist etwas veraltet,
und es klingt nicht sehr einladend, oder? Gaststätten bieten nicht
nur ihren Übernachtungsgästen Essen und Getränke an, sondern auch
anderen Besuchern. Hier gibt es meist traditionelles Essen aus der
Region. Man wird also eher keine Pizza oder indisches Essen in
einer Gaststätte finden. Die Einrichtung ist meistens eher
rustikal. Aber natürlich gibt es auch modern eingerichtete
Gaststätten. In Bayern haben Gaststätten oft einen Kachelofen, also
einen großen Ofen, der mit Kacheln verkleidet ist. Außen am
Kachelofen ist eine Bank, auf die man sich setzen kann. Denn die
Kacheln speichern Wärme und im Winter ist es sehr angenehm, hier zu
sitzen. In kleineren Gemeinden sind die Gasthäuser oft auch
Treffpunkt für die Bevölkerung. Hier sitzen die älteren Herren am
Stammtisch - das ist ein Tisch, der extra für die Gäste reserviert
ist, die regelmäßig kommen. Und es gibt oft einen kleinen Nebenraum
oder einen Bereich, in dem sich zum Beispiel Vereine treffen
können, wenn sie Veranstaltungen abhalten. Wenn sie also zum
Beispiel einen neuen Vorstand wählen möchten. Die Gasthäuser sind
meist im Zentrum zu finden, also entweder an der wichtigsten Straße
des Ortes oder in der Nähe des Rathauses, in Bayern auch meistens
in der Nähe des Maibaums. Wo steht nun das älteste Gasthaus der
Welt? Darüber sind sich nicht alle einig. Manche sagen, es ist die
Gaststätte Röhrl bei Regensburg, denn sie steht im Guinness-Buch
der Rekorde als seit 1658 durchgehend geöffnet. Aber auch die
Gaststätte "Zum Riesen" in Miltenberg, "Zum roten Bären" in
Freiburg und die "Herberge zum Löwen" am Schönberg möchten das
älteste Gasthaus Deutschlands sein - und auch der Stiftskeller in
Salzburg. Letztlich ist es ja egal, welches Gasthaus das älteste
ist - wichtig ist, dass man sich dort als Besucher wohlfühlt, oder?
Das bekannteste Gasthaus der Welt ist wahrscheinlich das
Hofbräuhaus in München. Wart Ihr schon einmal in einem typisch
deutschen Gasthaus? Wie hat es Euch gefallen? Schreibt gerne in die
Kommentarfunktion! Text der Episode als PDF:
https://slowgerman.com/folgen/sg184kurz.pdf
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