Von Grenzsoldaten und frittiertem Essen

Von Grenzsoldaten und frittiertem Essen

vor 5 Jahren
Zum Start des neuen Podcasts zieht es Doreen Jonas und Mario Köhne an die ehemalige innerdeutsche Grenze, nach Oebisfelde. Ein Gepräch übers Aufwachsen an Grenzen und auch, was für sie eigentlich "drüben" bedeutet.
35 Minuten
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Beschreibung

vor 5 Jahren
In der ersten Folge des neuen MDR SACHSEN-ANHALT-Podcasts "Von
drüben und drüben" treffen sich Doreen Jonas und Mario Köhne am
Bahnhof in Oebisfelde. Heute ist es ein Durchgangsbahnhof. Als
Jonas aufgewachsen ist, war für Ostdeutsche hier in der Regel
Endstation. Es sei denn, sie durften in die Bundesrepublik
einreisen. Oebisfelde war ein Grenzbahnhof. Leben in
Sichtweite der Mauer: ab 02:59 Minuten "Ich glaube, dass
dieser Bahnhof etwas Besonderes ist. Ein Bahnhof bedeutet ja immer
ein Stückchen Freiheit. Aber dieser Bahnhof ist noch mehr
Begrenzung für mich", erinnert sich Jonas an ihre Jugend in der
Kleinstadt direkt an der Grenze. Für sie ging es vom Bahnhof nur in
eine Richtung: nach Osten. Aus ihrer Sicht war Oebisfelde sehr für
sich, die Stadt lag im Sperrgebiet. Dabei handelte es sich um den
fünf Kilometer breiten Abschnitt auf dem gesamten Gebiet der DDR
vor der innerdeutschen Grenze. Hinein durften nur Menschen, die
dort wohnten oder arbeitete, ansonsten nur enge Angehöre mit einem
Passierschein. Den allerdings bekam längst nicht jeder. In Lingen
war die Grenze zwar da, allerdings nicht spürbar. Einschränkungen,
so Köhne, gab es dort nicht. Frittiertes Essen in den
Niederlanden: ab 10:29 Minuten Mario Köhnes Erfahrungen
mit der nahen Grenze zu den Niederlanden sind andere: Als er Kind
war, gab es zwar noch Kontrollen – harmlos, aber durchaus mit
Spannung verbunden. Später aber war die Grenze offen. Wie viele
Deutsche ist auch Köhnes Familie oft in die Niederlande gefahren,
um einzukaufen. Kaffee ist dort günstiger, Benzin war es. Und: Die
Niederlande sind bekannt für ihr kalorienreiches und frittiertes –
durchaus leckeres - Essen. Uniformen überall: ab 25:45
Minuten Ihre Heimatstadt Oebisfelde hat Doreen Jonas auch
als Stadt der Uniformen in Erinnerung behalten. Neben den
Grenztruppen war die Transportpolizei immer präsent, genauso wie
die Mitarbeiter von Pass und Zoll. Um zu verhindern, dass Menschen
die DDR bei Oebisfelde die innerdeutsche Grenze überqueren, waren
die Kontrollen im Grenzgebiet entsprechend streng. Jonas erinnert
sich an eine Radtour mit ihrem Freund, bei der sie "ein Dutzend
mal" überprüft wurde. Wenn sie ihren Ausweis nicht dabei gehabt
hätte, wäre sie vermutlich mitgenommen worden. Ganz anders bei
Mario Köhne: Er kann sich dagegen an keine Polizeikontrolle in
seiner Kindheit und Jugend erinnern. Dass man schon ab 14 immer den
Ausweis dabei haben muss, für ihn in der Bundesrepublik war das
überhaupt kein Thema. 
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