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Beschreibung
vor 5 Jahren
Immer wieder Kärnten: ab 00:48 Minuten Die
ersten Urlaubserinnerungen führen Köhne nach Kärnten, seit 30
Jahren fährt seine Familie immer an den selben Ort in Österreich.
Das lässt Jonas doch ziemlich erstaunen. Denn nach dem Verständnis
der Menschen in der DDR fuhr "der Westdeutsche" klassischerweise
nach Mallorca oder mindestens so richtig in den Süden ans Meer.
Ganz so falsch lag sie damit dann doch nicht – einmal Ballermann,
das gehört auch zu den Urlaubserfahrungen von Köhne.
Auslands-Urlaub im Jugendherbergsstil: ab 06:17 Minuten In der DDR
waren Reisen ins Ausland nur schwer möglich. Ohnehin ging es nur in
die "sozialistischen Bruderländer", also nach Osteuropa. Und auch
das war sehr teuer. Bei Familie Jonas gab es kaum den klassischen
Urlaub, die Großmutter lebte mit im Haus und wurde dort gepflegt,
ein großer Teil des Verdienstes ging in den Umbau des Hauses. Doch
zur Jugendweihe wünschte sich Jonas einen richtigen Familienurlaub
– und zwar im Ausland. Und weil die meisten Urlaubsunterkünfte in
der DDR über die Betriebe oder den Gewerkschaftsbund betrieben
wurden, ging das über die Baufirma ihres Vaters. Viel Auswahl gab
es nicht – und so war das Ganze zwar recht aufregend (schon wegen
der langen Fahrt mit dem Trabi), hatte am Ende aber doch eher
Jugendherbergscharakter. Ausgelegene Doppelstockbetten – Urlaub
hatten sich ihre Eltern auch anders vorgestellt.
Zwischen Reisefreiheit und Pionierlager: ab 17:50 Minuten Die
Freiheit des Reisens, immer raus zu kommen. Die gab es in
Westdeutschland immer, ganz anders als in der DDR. Ist man sich
dessen eigentlich bewusst, will Jonas von ihrem Kollegen aus dem
Emsland wissen? Eigentlich nicht, sagt Köhne. Sehnsuchtsorte gab es
bei ihm auch, beide hatten sogar denselben – London. Nur mit dem
Unterschied, dass der für Jonas bis zum Fall der Mauer schlichtweg
unerreichbar war. Doch auch für sie gab es eine Flugreise schon zu
DDR-Zeiten: nach Kiew. Als Auszeichnung für den sehr guten
Abschluss der 10. Klasse. Ziel war das Asowsche Meer.
Weil das aber gerade "umgekippt" war, hieß die Alternative:
sowjetisches Pionierlager. Sehnsucht nach Osteuropa: ab
25:59 Minuten Trotz inzwischen etlicher Fernreisen gehört zu Köhnes
Sehnsuchtszielen Osteuropa. "Komischerweise gar nicht so sehr
Ostdeutschland", sagt er. Schon in der Schule war er in Krakau im
Schüleraustausch, Anfang der Nullerjahre doch sehr ungewöhnlich.
Schwärmend erinnert er sich an Reisen durch die Landschaft
Ostpreußens. "Da war ja vor 30 Jahren eine völlig andere Welt",
erklärt er den Reiz. Jonas zog es nach dem Fall der Mauer in die
andere Richtung - die erste große Rundreise durch den Westen der
USA. Und dann – immer wieder Italien. FKK und Körpergefühl:
ab 36:05 Minuten FKK – typisch Ostdeutsch? Für Köhne war das gar
nicht so. Schon beim jährlichen Österreich-Urlaub gab es am See
einen Abschnitt für Nacktbader. Für ihn und seine Familie – aus dem
streng konservativen Emsland - stand das ohnehin nie zur Debatte,
war gesellschaftlich auch nicht akzeptiert. Jonas selbst kann sich
als Kind nicht an eigene FKK-Erfahrungen erinnern. Am Weststrand
auf dem Darß ist die eine Hälfte nackig, die andere nicht. Jeder
so, wie er mag. Dass die Ostdeutschen per se freizügiger waren, das
will Jonas nicht so stehen lassen. "Es gab ein anderes
Körpergefühl", sagt sie, ein anderes Verständnis von
Intimität und nennt als Beispiel die Waschsituation in ihrem
Internat - mit einem Raum für alle Mädchen. Am Ende einigen sich
beide darauf, dass im Westen das Körpergefühl "verhaltener"
ist als das zu DDR-Zeiten.
ersten Urlaubserinnerungen führen Köhne nach Kärnten, seit 30
Jahren fährt seine Familie immer an den selben Ort in Österreich.
Das lässt Jonas doch ziemlich erstaunen. Denn nach dem Verständnis
der Menschen in der DDR fuhr "der Westdeutsche" klassischerweise
nach Mallorca oder mindestens so richtig in den Süden ans Meer.
Ganz so falsch lag sie damit dann doch nicht – einmal Ballermann,
das gehört auch zu den Urlaubserfahrungen von Köhne.
Auslands-Urlaub im Jugendherbergsstil: ab 06:17 Minuten In der DDR
waren Reisen ins Ausland nur schwer möglich. Ohnehin ging es nur in
die "sozialistischen Bruderländer", also nach Osteuropa. Und auch
das war sehr teuer. Bei Familie Jonas gab es kaum den klassischen
Urlaub, die Großmutter lebte mit im Haus und wurde dort gepflegt,
ein großer Teil des Verdienstes ging in den Umbau des Hauses. Doch
zur Jugendweihe wünschte sich Jonas einen richtigen Familienurlaub
– und zwar im Ausland. Und weil die meisten Urlaubsunterkünfte in
der DDR über die Betriebe oder den Gewerkschaftsbund betrieben
wurden, ging das über die Baufirma ihres Vaters. Viel Auswahl gab
es nicht – und so war das Ganze zwar recht aufregend (schon wegen
der langen Fahrt mit dem Trabi), hatte am Ende aber doch eher
Jugendherbergscharakter. Ausgelegene Doppelstockbetten – Urlaub
hatten sich ihre Eltern auch anders vorgestellt.
Zwischen Reisefreiheit und Pionierlager: ab 17:50 Minuten Die
Freiheit des Reisens, immer raus zu kommen. Die gab es in
Westdeutschland immer, ganz anders als in der DDR. Ist man sich
dessen eigentlich bewusst, will Jonas von ihrem Kollegen aus dem
Emsland wissen? Eigentlich nicht, sagt Köhne. Sehnsuchtsorte gab es
bei ihm auch, beide hatten sogar denselben – London. Nur mit dem
Unterschied, dass der für Jonas bis zum Fall der Mauer schlichtweg
unerreichbar war. Doch auch für sie gab es eine Flugreise schon zu
DDR-Zeiten: nach Kiew. Als Auszeichnung für den sehr guten
Abschluss der 10. Klasse. Ziel war das Asowsche Meer.
Weil das aber gerade "umgekippt" war, hieß die Alternative:
sowjetisches Pionierlager. Sehnsucht nach Osteuropa: ab
25:59 Minuten Trotz inzwischen etlicher Fernreisen gehört zu Köhnes
Sehnsuchtszielen Osteuropa. "Komischerweise gar nicht so sehr
Ostdeutschland", sagt er. Schon in der Schule war er in Krakau im
Schüleraustausch, Anfang der Nullerjahre doch sehr ungewöhnlich.
Schwärmend erinnert er sich an Reisen durch die Landschaft
Ostpreußens. "Da war ja vor 30 Jahren eine völlig andere Welt",
erklärt er den Reiz. Jonas zog es nach dem Fall der Mauer in die
andere Richtung - die erste große Rundreise durch den Westen der
USA. Und dann – immer wieder Italien. FKK und Körpergefühl:
ab 36:05 Minuten FKK – typisch Ostdeutsch? Für Köhne war das gar
nicht so. Schon beim jährlichen Österreich-Urlaub gab es am See
einen Abschnitt für Nacktbader. Für ihn und seine Familie – aus dem
streng konservativen Emsland - stand das ohnehin nie zur Debatte,
war gesellschaftlich auch nicht akzeptiert. Jonas selbst kann sich
als Kind nicht an eigene FKK-Erfahrungen erinnern. Am Weststrand
auf dem Darß ist die eine Hälfte nackig, die andere nicht. Jeder
so, wie er mag. Dass die Ostdeutschen per se freizügiger waren, das
will Jonas nicht so stehen lassen. "Es gab ein anderes
Körpergefühl", sagt sie, ein anderes Verständnis von
Intimität und nennt als Beispiel die Waschsituation in ihrem
Internat - mit einem Raum für alle Mädchen. Am Ende einigen sich
beide darauf, dass im Westen das Körpergefühl "verhaltener"
ist als das zu DDR-Zeiten.
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