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IHK-Prüfungen mit Dr. Ingo Strauch – Anwendungsentwickler-Podcast #112

IHK-Prüfungen mit Dr. Ingo Strauch – Anwendungsentwickler-Podcast #112

IT-Berufe-Podcast vor 9 Jahren
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Ein Interview zu den IHK-Prüfungen mit Dr. Ingo Strauch - Prüfer
für Anwendungsentwickler in Hamburg - gibt es in der
einhundertzwölften Episode des Anwendungsentwickler-Podcasts. TL;DR
Ich spreche mit Dr. Ingo Strauch, der seit 2010 angehende
Fachinformatiker:innen für Anwendungsentwicklung an der
Handelskammer Hamburg prüft. Für deine IHK-Prüfung helfen dir ein
verständlicher Projektantrag, eine sorgfältig geprüfte
Dokumentation und eine geübte Präsentation mit gesicherten Dateien.
Im Fachgespräch werden Fragen zu deinem Projekt gestellt, aus denen
sich Themen wie Objektorientierung oder IT-Sicherheit ergeben. Die
besprochenen Vorgaben zu Seitenumfang, Projektzeit und Zielgruppe
hängen von der jeweiligen Kammer ab; zum Berufsalltag gehören
außerdem verständliche Bugreports, Tests und die Zusammenarbeit mit
anderen Menschen. Kapitelmarken [00:00:00] Einführung ins Interview
über IHK-Prüfungen [00:01:13] Dr. Ingo Strauch und sein Arbeitgeber
[00:03:30] Von der Physik zur Softwareentwicklung [00:08:00]
Programmiersprachen in Forschung und Beruf [00:11:08] Einstieg als
ehrenamtlicher IHK-Prüfer [00:14:47] Prüfungstage und Zeit pro
IT-Azubi [00:16:33] Freistellung und Aufwand für
Projektdokumentationen [00:18:18] Dokumentationen lesen und
Ausschüsse organisieren [00:20:50] Ein Testmodul für
Drohnenabwehrsoftware [00:22:32] Einblicke in Unternehmen und
wiederkehrende Projekte [00:25:37] Seitenvorgaben und Umfang der
Abschlussprojekte [00:28:32] Prüfungen überarbeiten und mündliche
Prüfungszeiten [00:31:05] Fragen im Fachgespräch und IT-Sicherheit
[00:34:34] Fehlende Unterstützung und vermeidbare Fehler [00:38:43]
Projektzeit und Projektdokumentation [00:42:08] Einen
verständlichen Projektantrag schreiben [00:44:12] Eigenleistung und
Programmcode dokumentieren [00:46:42] Einheiten, Schreibfehler und
unvollständige Kapitel [00:50:01] Auftreten und technische
Vorbereitung [00:52:56] Antworten im Fachgespräch bewerten
[00:56:32] Wohlwollen gegenüber IT-Azubis [00:57:35] Die Zielgruppe
der Präsentation wählen [00:59:32] Was gute Prüfer:innen ausmacht
[01:01:41] Screencast und Live-Demo im Prüfungsraum [01:04:43]
Bücher für Softwareentwicklung und Teamarbeit [01:09:57]
Deployment, Bugreports und Kommunikation im Beruf [01:12:05]
Kontakt zu Ingo Strauch und Verabschiedung [01:13:11] Rückblick auf
das Interview und Shownotes Inhalt Über folgende Fragen haben wir
im Verlauf des Interviews gesprochen. Allgemeines zur Person Wie
ist dein Name und wo arbeitest du (falls gewünscht)? Ich heiße Ingo
Strauch und arbeite bei der Eurofins Information Systems GmbH in
Hamburg Wenn mir die schamlose Eigenwerbung erlaubt ist: wir sind
bei der Great Place To Work "Deutschlands beste Arbeitgeber 2017"
Mitarbeiterumfrage unter die ersten 100 von über 700 teilnehmenden
Firmen gekommen Wie bist du zur Informatik bzw. Softwareentwicklung
gekommen? Alles angefangen hat mit dem Commodore 128, wo ich neben
den ganzen Spielen irgendwann mit Basic und Assembler im
Selbststudium angefangen habe zu programmieren In der Schule hatte
ich seit der 9. Klasse Informatik Grundkurs, in dem wir dann Pascal
und Assembler programmiert haben (in der 13. Klasse nur noch zu
Dritt plus Lehrer) Nach einer Pause während des Physik-Studiums
wurde mein Interesse dann wieder geweckt, als ich über das
Uni-Rechenzentrum mit Unix/Linux in Berührung kam Welche Ausbildung
bzw. welches Studium hast du im Bereich der Informatik absolviert?
Gar keins, denn ich habe wie gesagt Physik studiert Aber bei der
Diplomarbeit war neben der Datenanalyse ein Schwerpunkt die
Software-Entwicklung. Damals sollte das Analyse-Framework für die
Kollegen neu geschrieben und ich war fast von Anfang an dabei und
durfte oder musste mein eigenes Erzeugnis dann auch für die eigene
Diplom- und später Doktorarbeit benutzen Mit welcher/n
Programmiersprache/n arbeitest du im Alltag? Das ist im Moment
hauptsächlich C# Was ist deine Lieblingsprogrammiersprache und
warum? Auch hier: C#. Man kann viel kompakteren Code schreiben als
z.B. mit C++ IHK-Prüfungen An welcher IHK prüfst du? Das ist die
Handelskammer in Hamburg Welchen Beruf prüfst du? Fachinformatiker
Anwendungsentwicklung Wie bist du Prüfer geworden? Das war 2010. In
der damaligen Firma sollte wieder ausgebildet werden. Dazu gab es
eine Info-Veranstaltung von der Personalabteilung Selbst ausbilden
wollte ich damals nicht. Der Personalchef hat aber im Auftrag der
Handelskammer für die Prüfertätigkeit geworben, weil der Bedarf
dort immer hoch ist Wenige Monate später saß ich dann als
vollwertiges Mitglied in meinem Prüfungsausschuss, weil dort jemand
ausgeschieden war Warum bist du Prüfer geworden? Es klang ganz
interessant. Ich war neugierig, womit sich andere Unternehmen so
herumschlagen. Und weil ich damals auch an Software für den
Bildungssektor gearbeitet habe, fand ich das ganz naheliegend.
Außerdem ist es eine schöne Tätigkeit, um etwas an die Gesellschaft
zurückzugeben. Was waren die Voraussetzungen, um Prüfer zu werden,
und wie lief das ab? Weil ich selbst gar nicht den Beruf gelernt
habe, den ich nun prüfen wollte, lief es darüber, dass ich das
Anderthalbfache der Ausbildungsdauer in dem Beruf gearbeitet habe,
also mindestens 4,5 Jahre. Ansonsten gab es so wenig Fomalitäten zu
erledigen, dass ich mich nicht mal mehr erinnere, wie das genau
lief. Jetzt gibt es halt alle 5 Jahre eine neue Berufungsurkunde
und zum 15. Jubiläum bekomme ich dann eine Alsterrundfahrt
spendiert. Wirst du für deine Prüfungstätigkeit auf der Arbeit
freigestellt? Ja, für die Prüfungstage werde ich von meinem
Arbeitgeber freigestellt Die Korrektur der vorab eingereichten
Projektdokumentationen mache ich in meiner Freizeit nach Feierabend
oder am Wochenende Was macht dir an der Prüfertätigkeit Spaß? Ich
finde es super interessant, dadurch mitzubekommen, wie vielfältig
die Software-Entwicklungs-Szene in Hamburg ist. Wie unterschiedlich
die Firmen sind und ihre Projekte/Branchen. Aber auch wie ähnlich.
Allein schon, wer alles schon programmiert hat, Task-Boards mit
Bugtrackern oder Zeiterfassungssystemen zu koppeln... Außerdem
finde ich es leichter, Dinge zu verstehen, wenn ich sie konkret vor
mir sehe, statt nur Artikel darüber zu lesen. Und im eigenen Job
kann man nun mal nicht alles selbst ausprobieren. Nicht zuletzt
macht der Austausch mit meinem Mitprüfern viel Spaß. Was nervt dich
an der Prüfertätigkeit? Wenn's die Azubis unnötigerweise
versemmeln. Aber noch mehr, wenn der Ausbildungs- oder
Umschulungs-Betrieb das zulässt. Leider kommt es immer wieder dazu,
dass wir als Prüfer den Eindruck haben, dass niemand anderes sich
ernsthaft die Projektdoku oder die Präsentation angeguckt hat Was
würdest du an den IHK-Prüfungen verändern, wenn du es könntest? Wir
prüfen sehr wenige Frauen, aber das lässt sich eher weniger über
die Prüfungsausgestaltung beeinflussen Was zeichnet deiner Meinung
nach einen guten Prüfer aus? Erst einmal die Bereitschaft, über den
Tellerrand zu gucken, da man die meiste Zeit mit
Projekten/Technologien konfrontiert wird, die man in der Form
selbst so noch gar nicht hatte Ein gewisses Wohlwollen den
Prüflingen gegenüber, damit man sie nicht noch nervöser macht, als
sie oft schon sind. Und damit man ggf. das Thema wechselt, wenn man
merkt, der Prüfling weiß darüber wirklich nichts mehr. Gibt es
häufige Fragen, die ihr immer wieder im Fachgespräch stellt? Neben
konkreten Fragen, die sich aus dem Projekt und der Präsentation
ergeben, gerne Grundsätzliches zur Objektorientierung (z.B.
Polymorphismus), Datenbanken (z.B. SQL Injections, Prepared
Statements), aber zu viel sollte ich wohl nicht verraten :-) Reine
Wissensfragen stellen wir eher wenig, mehr Detailfragen dazu, wie
und warum etwas im Abschlussprojekt gemacht wurde. Oder wir lassen
uns grob skizzieren, wie eine Erweiterung programmiert werden
würde, z.B. wie eine mobile App in die Architektur passen würde
Welche Tipps hast du für angehende Prüflinge (schriftlich, Antrag,
Doku, Fachgespräch)? Den Antrag bitte nicht zu knapp formulieren.
Und insbesondere drauf achten, dass jemand völlig Fremdes das lesen
und verstehen muss. Oft müssen wir die erste Fassung ablehnen, weil
das nur ein Firmeninterner verstehen kann. Im schlimmsten Fall
kennt keiner der Prüfer die verwendete Programmiersprache, die
Tools oder Bibliotheken! Bei der Doku lege ich schon einigen Wert
darauf, dass man erkennt, was der Azubi selbst gemacht hat. Daher
missfallen mir so Formulierungen wie "es wurde XY gemacht". Da weiß
ich im Zweifel nicht, ob das nicht auch jemand anderes war. Und
leider finde ich auch die Kapitel zur eigentlichen Durchführung in
nicht wenigen Fällen sehr allgemein, so dass ich mich frage, ob das
jetzt nur ein Fachkonzept war oder ob wirklich etwas programmiert
wurde. Von daher möchte ich eigentlich immer auch Code sehen, wo
"etwas passiert", d.h. keine reinen DTOs. Meine Mitprüfer sehen das
aber weniger streng. Und natürlich: Schreib- oder Rechenfehler in
Doku und Präsentation hinterlassen keinen guten Eindruck. Als
Physiker rollen sich mir auch gerne mal die Zehennägel hoch, wenn
bei Berechnungen die Einheiten nicht stimmen. Am Ende steht da dann
z.B. bei der Kostenrechnung die richtige Zahl plus Währungssymbol,
aber mathematisch korrekt geschrieben sind die Gleichungen nicht.
Was sind No-Gos für Prüflinge bei den Prüfungen? Schlechte
Vorbereitung. Es gab tatsächlich mal einen Prüfling, der hatte
seine Präsentation nur auf genau einem USB Stick und der ging just
vor der Prüfung kaputt. Wenn die Prüflinge niemanden über die Doku
oder Präsentation drüber schauen lassen und sie letztere offenbar
nie zur Probe gehalten haben. Wobei man da nicht ausschließen kann,
dass es an schlechter Betreuung lag und der Betrieb das zu
verantworten hat. Und sehr schwer wird es für die Prüfer, wenn sie
den Prüflingen alles sehr zäh aus der Nase ziehen müssen. Was waren
deine witzigsten/überraschendsten Prüfungssituationen? ...
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Worum geht es? Danach fragen wir noch nach dem Grund.

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