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Neuordnungsverfahren der IT-Berufe – IT-Berufe-Podcast #163

Neuordnungsverfahren der IT-Berufe – IT-Berufe-Podcast #163

IT-Berufe-Podcast vor 5 Jahren
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Um das Neuordnungsverfahren der IT-Berufe geht es im Interview mit
Silvio Kennecke und Jörg Ferrando in der
einhundertdreiundsechzigsten Episode des IT-Berufe-Podcasts. TL;DR
In meinem Gespräch mit Silvio Kennecke und Jörg Farando erfährst
du, wie die IT-Berufe 2020 neu geordnet wurden und wie schriftliche
IHK-Prüfungen entstehen. Die Ausbildungsordnungen beschreiben
grundlegende Fähigkeiten, während die Umsetzungshilfen konkrete
Beispiele für deinen Berufsalltag liefern. Die Projektprüfung blieb
erhalten; mit der gestreckten Abschlussprüfung verteilen sich die
geprüften Inhalte auf zwei Zeitpunkte. Für deine Prüfung kannst du
passende Aufgaben aus älteren Prüfungen bearbeiten und dich an den
Umsetzungshilfen orientieren. Kapitelmarken [00:00:20] Thema und
Gäste des Interviews [00:01:47] Silvio Kennecke und Jörg Farando
stellen sich vor [00:02:49] Aufgaben von Sachverständigen und
Berufemacher:innen [00:06:21] Silvios Programmiersprachen und
Einstieg in die IT [00:09:32] Anlass und Vorgeschichte der neuen
Ausbildungsordnungen [00:13:19] DGB, KWB, Ministerium und BIBB im
Verfahren [00:16:20] Sachverständige auswählen und erste Sitzungen
[00:18:13] Beteiligte und Größe der Arbeitsgruppen [00:20:42]
Arbeitsweise, Eckwerte und Phasen des Verfahrens [00:25:04] Dauer
des Verfahrens und Erhalt der Projektprüfung [00:27:07]
Projektprüfung und betrieblicher Auftrag [00:29:31]
Ausbildungsinhalte und gemeinsame Programmiergrundlagen [00:32:23]
Bedarf an zusätzlichen Fachrichtungen [00:38:15] Langlebige Inhalte
und Umsetzungshilfen [00:42:15] Streitpunkte bei Prüfungsform und
Elektrotechnik [00:44:23] Ziele und Ausgestaltung der gestreckten
Abschlussprüfung [00:49:49] Handlungsorientierte Prüfungsaufgaben
erstellen [00:52:28] Alternative Lösungen und fachliches Bewerten
[00:54:40] Ausschüsse und Prüfung der Aufgaben [00:56:45] Eigene
schriftliche Prüfungen in Baden-Württemberg [00:57:48]
Rückmeldungen und erste Ausbildungszahlen [01:00:24] Vorbereitung
auf die neuen Prüfungen [01:03:18] Abgleich mit dem e-Competence
Framework [01:05:32] Rückgang der Ausbildungsverhältnisse
[01:07:03] Datenschutz und das IT-Weiterbildungssystem [01:08:36]
Weiterlernen und Buchtipp [01:11:02] Kontakt und Fragen an die
Gäste [01:12:38] Shownotes und Quellen Neuordnungsverfahren der
IT-Berufe im Jahr 2020 Wie sind eure Namen und wo arbeitet ihr?
Silvio Kennecke, 22 Jahre alt, Softwareentwickler für Webshops in
Bremen. Bundessachverständiger im Neuordnungsverfahren der
IT-Berufe. Jörg Ferrando, "Berufemacher" bei der IG Metall.
Gewerkschaftssekretär im Ressort für Bildungs- und
Qualifizierungs-Politik bei der IG Metall, hat das Verfahren als
Koordinator auf Arbeitnehmerseite von Anfang an begleitet. Er
organisiert den Prozess und führt die Verhandlungen mit den
Arbeitgebern. Er hat bereits verschiedene Berufe umgesetzt. Wie
wird man mit 22 Jahren Sachverständiger? Nicht die Berufsjahre
zählen, sondern der Weitblick im eigenen Beruf und den Branchen.
Über die Arbeit in der Gewerkschaft ist er zur Rolle gekommen. Jörg
hat Silvio "ausgesucht". Wie seid ihr zur Informatik bzw.
Softwareentwicklung gekommen? Silvio: Über die Eltern, die aus dem
IT-Umfeld kommen. An der Oberschule hat er Informatikunterricht
angeregt und sich selbst Übungsaufgaben ausgedacht. Dort ging es um
Websites mit HTML usw. Dann hat er sich in der Bibliothek ein Buch
über JavaScript ausgeliehen und einen ersten Einstieg in die
Programmierung gefunden. Danach hat er dann PHP programmiert und
auch Cross-Platform-Entwicklung gemacht. Welche Ausbildung bzw.
welches Studium habt ihr im Bereich der Informatik absolviert?
Silvio: Ausbildung zum Fachinformatiker Anwendungsentwicklung Jörg:
Hat mal PHP programmiert und kann ein bisschen SQL, aber er hat
keine IT-Ausbildung. Was ist deine Lieblingsprogrammiersprache und
warum? Silvio: PHP, Swift (aber er macht aktuel lzu wenig damit)
Wie kam es zur Neuordnung der IT-Berufe? Wer hat den Prozess
"angestoßen" und warum? Es ging schon 2012 los. Jörg hat mit der
Bitkom gesprochen aufgrund des "20. Geburtstages" der IT-Berufe.
Zunächst waren es zähe Gespräche. Die Arbeitgeber wollten nicht
zustimmen. Dafür gab es rückblickend gute Gründe. Die IG Metall
ging auf die Arbeitgeber zu. Das hat dann bis 2018 gedauert. Wer
sind "die" Arbeitgeber? Es gibt mehrere Arbeitgeberverbände mit
einem Dachverband. Die DGB ist der Dachverband für die
Gewerkschaften. Wer hat bei dem Verfahren den Hut auf? Die
Spitzenorganisation KWB (Kuratorium der Deutschen Wirtschaft für
Berufsbildung) und der DGB haben einen Antrag beim
Wirtschaftsministerium gestellt mit Auftaktgespräch. Das
Wirtschaftsministerium hat dann eine Weisung an das BIBB
herausgegeben und die Neuordnung gestartet. Dann hat das BIBB
Briefe mit der Bitte um Benennung von Sachverständigen verschickt.
Die "Berufemacher" haben dann Sachverständige ausgesucht. Das BIBB
moderiert das Neuordnungsverfahren, letztlich verantwortlich ist
aber das Ministerium. Wer hat an der Neuordnung der IT-Berufe
mitgewirkt und wie wurden diese Personen ausgesucht? Die
Berufemacher suchen die Sachverständigen aus. Dazu sind natürlich
gute Kontakte in die betriebliche Praxis wichtig. Wie war eure
Rolle bei der Neuordnung und wie seid ihr dazu gekommen? Jörg hat
Silvio angesprochen. Das BIBB hat zur ersten Sitzung eingeladen.
Dort wurden alle ins Thema und den Prozess eingeführt. Wer hat
welche Aufgaben? Welche Ziele werden verfolgt? Wie ist das genaue
Vorgehen? Wie viele Menschen waren beteiligt? Es gab sehr viele
Stakeholder (Verbände etc.) und Sachverständige, insb. weil es eben
mehrere IT-Berufe gibt. In Summe über Arbeitgeber, Arbeitnehmer und
sonstige Beteiligte ungefähr 30-35 Personen. Normalerweise (für
Monoberufe) sind 3 Arbeitnehmer, 3 Arbeitgeber und ihre
Stellvertreter beteiligt. Für die IT-Berufe: je Fachrichtung 2
Arbeitgeber, 2 Arbeitnehmer und Stellvertreter. Wie lief der
Prozess der Neuordnung ab? Wer hat wann was entschieden?
Grundfragen wurden gemeinsam geklärt, danach wurden Arbeitsgruppen
gebildet, die auch gar nicht unbedingt nach Berufen aufgeteilt
wurden. Welche Inhalte sind noch aktuell laut Ausbildungsplan?
Welche sind nicht mehr zeitgemäß? "Gruppenarbeiten" sind aus der
Schule bekannt. Wichtig ist es, einen Konsens zu schaffen. Bereits
vor dem Anfangsgespräch werden Eckwerte festgelegt wie Berufenamen
und Prüfungsform. Das Vorverfahren hat Entscheidungsgrundlage für
Eckwerte geliefert und auch der Datenschutz wurde geklärt. Das hat
1,5 Jahre gedauert. Die Berufsordnung ist quasi ein
Gesetzgebungsverfahren, an dem viele Personen und Stellen beteiligt
sind. Normalerweise dauert das nur ein halbes Jahr, aber die
IT-Berufe sind eine Ausnahme wegen extrem vieler Beteiligter.
Schnelligkeit basiert auf Vertrauen und das hat länger gedauert
wegen vieler Beteiligter. Die Arbeitgeber haben zunächst nicht
gesagt, warum eher nicht neugeordnet werden soll. Ihre Angst war,
dass die Prüfungsform des Praxisprojekts vielleicht abgeschafft
werden soll. Der "betriebliche Auftrag" war nicht gewünscht von den
Arbeitgebern, sie haben gekämpft für die Projektprüfung. Die
Formulierung des Auftrags ist Teil des Projekts. Beim betrieblichen
Auftrag wird das Thema vom Ausschuss vorgegeben bzw. der Auftrag
muss "fertig" sein. Das Projekt muss komplett durchgeführt werden
aktuell inkl. Wirtschaftlichkeit, beim betrieblichen Auftrag ist
eher nur die Umsetzungsphase Inhalt. Wie wurden die Inhalte der
neuen Verordnung und insb. des Ausbildungsrahmenplans festgelegt?
Wer hat die Themen bestimmt? Das ging immer zwei Schritte nach
vorne, dann wieder einen zurück. Das Einspielen im Team hat
zunächst gedauert. Was ist elementar wichtig für den Beruf? Was
erwarten wir von FIAE, FISI usw? Dann wurde der alte
Ausbildungsplan durchgeschaut und in berufsspezifischen
Arbeitsgruppen gearbeitet. Die berufsübergreifenden Themen haben
lange gedauert, weil diskutiert wurde, wie intensiv man was können
sollte. Beispielsweise sollte jeder ITler mal ein Programm
geschrieben haben. Dieses "Grundverständnis" gehört dazu für alle
ITler. Wieso brauchen wir vier verschiedene Fachrichtungen des
Fachinformatikers? Die Weisung aus dem Antragsgespräch hat das
vorgegeben. Der Auftrag war die Evaluierung der Bedarfe aus der
Industrie. Das war zwar schon gegeben, aber ergebnisoffen. Es
sollte nochmal evaluiert werden. Bei Audi gab es eine Sitzung, um
im Betrieb mit Azubis zu sprechen usw. Da gab es dann auch
Einblicke in die Industrie mit ihren ganz eigenen Anforderungen an
die Ausbildung. Silvio vertritt eher KMU. Es war schwierig dort
einen Konsens zu finden. Man darf bei der Bewertung der IT-Berufe
nicht nur in seiner eigenen Blase denken. Die Wirtschaft ist
vielfältig. Ziel war nicht, vier Fachrichtungen zu schaffen,
sondern den Bedarf aus der Praxis zu decken. Ungefähr 2016 ging es
los mit der Angst vor einem "Apple/Google-Auto" in Deutschland. Die
Industrie brauchte jemanden für das "deutsche Apple-Car". Das
sollte dann zunächst der "MATSE" (Mathematisch-technischer
Softwareentwickler) sein, der auch in Hessen umgesetzt wurde.
IT-Berufe waren für viele Betriebe immer noch als "Telekom-Berufe"
im Kopf und sie hatten keinen guten Ruf. Daher wurden neue Berufe
bzw. Fachrichtungen geschaffen. Wie stellt ihr sicher, dass die
Themen des Ausbildungsrahmenplans eine lange Lebensdauer haben? Das
ist schwer zu sagen. Es gibt eine Umfrage unter Betrieben mit
Zielen/Ausrichtung/Bedarf für die Zukunft. Der Abschlussbericht der
Voruntersuchung zur Neuordnung enthält diese Informationen.
Zusätzlich haben wir uns an der eigenen betrieblichen Praxis
orientiert. Und dann wird nicht "NoSQL" oder "Big Data"
aufgeschrieben, sondern das grundlegende Handwerkszeug. Nicht
"Java", sondern "Objektorientierung". Im Verfahren gibt es auch
Personen, die aufpassen, dass die Inhalte nicht zu spezifisch
werden. Wie wurden die Umsetzungshilfen erstellt und wer hat daran
mitgewirkt? ...
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„Neuordnungsverfahren der IT-Berufe – IT-Berufe-Podcast #163“

Worum geht es? Danach fragen wir noch nach dem Grund.

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