Podcast
Podcaster
Beschreibung
vor 3 Jahren
Bernd Roth ist im thüringischen Unterwellenborn aufgewachsen. Die
Mutter war bei der Stasi, deshalb hatte er keine Berührungsängste
mit dem Geheimdienst. Er sollte über Mitschüler berichten und tat
das auch bereitwillig. Als Gegenleistung konnte er nach der Schule
eine Ingenieursausbildung beginnen. Später wurde Bernd Roth
hauptamtlicher Mitarbeiter beim MfS. Er überwachte große Thüringer
Betriebe, sollte Wirtschaftsspionage verhindern und Sabotage
aufdecken. Er war erfolgreich: durch seine Ermittlungen wurde ein
CIA-Spion enttarnt. Seine Karriere bei der Stasi geriet trotzdem
ins Stocken. Das lag vor allem daran, dass Roth in seiner Freizeit
in einem Singeclub aktiv war, was seinen Vorgesetzten nicht gefiel.
Er wurde in den Innendienst versetzt und verlor seine Illusionen.
Aus Überzeugung, sagt er, habe er den Job nicht mehr gemacht.
Spätestens in den 1980er Jahren habe jeder bei der Stasi gewusst,
dass die DDR wirtschaftlich bankrott gewesen sei. Trotz aller
Bedenken blieb Roth beim MfS. Vor allem das Geld war sein Antrieb.
Er verdiente 32.000 Ostmark im Jahr, kaufte sich hochwertige
Kleidung und leistete sich teure Urlaube. Statussymbole waren ihm
wichtig. Die Wende erlebte er in der Bezirksverwaltung Gera,
vernichtete Akten und hoffte, das es irgendwie weitergeht. Nach der
Entlassung orientierte er sich neu, wurde Immobilienmakler. Er sei
in kein Loch gefallen, sagt er und habe auch im Westen gutes Geld
verdient. Nur eine Sache ärgert ihn gehörig: Als ehemaliger
Stasi-Mitarbeiter habe er sich immer rechtfertigen müssen. Die
politisch Verantwortlichen sind in seinen Augen hingegen
unbeschadet davongekommen. Diese Episode ist die letzte in unserer
Reihe "Eliten in der DDR".
Mutter war bei der Stasi, deshalb hatte er keine Berührungsängste
mit dem Geheimdienst. Er sollte über Mitschüler berichten und tat
das auch bereitwillig. Als Gegenleistung konnte er nach der Schule
eine Ingenieursausbildung beginnen. Später wurde Bernd Roth
hauptamtlicher Mitarbeiter beim MfS. Er überwachte große Thüringer
Betriebe, sollte Wirtschaftsspionage verhindern und Sabotage
aufdecken. Er war erfolgreich: durch seine Ermittlungen wurde ein
CIA-Spion enttarnt. Seine Karriere bei der Stasi geriet trotzdem
ins Stocken. Das lag vor allem daran, dass Roth in seiner Freizeit
in einem Singeclub aktiv war, was seinen Vorgesetzten nicht gefiel.
Er wurde in den Innendienst versetzt und verlor seine Illusionen.
Aus Überzeugung, sagt er, habe er den Job nicht mehr gemacht.
Spätestens in den 1980er Jahren habe jeder bei der Stasi gewusst,
dass die DDR wirtschaftlich bankrott gewesen sei. Trotz aller
Bedenken blieb Roth beim MfS. Vor allem das Geld war sein Antrieb.
Er verdiente 32.000 Ostmark im Jahr, kaufte sich hochwertige
Kleidung und leistete sich teure Urlaube. Statussymbole waren ihm
wichtig. Die Wende erlebte er in der Bezirksverwaltung Gera,
vernichtete Akten und hoffte, das es irgendwie weitergeht. Nach der
Entlassung orientierte er sich neu, wurde Immobilienmakler. Er sei
in kein Loch gefallen, sagt er und habe auch im Westen gutes Geld
verdient. Nur eine Sache ärgert ihn gehörig: Als ehemaliger
Stasi-Mitarbeiter habe er sich immer rechtfertigen müssen. Die
politisch Verantwortlichen sind in seinen Augen hingegen
unbeschadet davongekommen. Diese Episode ist die letzte in unserer
Reihe "Eliten in der DDR".
Weitere Episoden
2 Minuten
vor 9 Monaten
23 Minuten
vor 3 Jahren
33 Minuten
vor 3 Jahren
43 Minuten
vor 4 Jahren
40 Minuten
vor 4 Jahren
Abonnenten
Pinneberg
Kommentare (0)
Melde Dich an, um einen Kommentar zu schreiben.