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Der Prozess: Teil I

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...die Erwartungen an das Urteil – ab 02:03 Minuten Die Erwartungen
an das Urteil für Stephan B. ist bei vielen Menschen ähnlich:
lebenslange Haft. Denn die Beweislage ist klar, nicht zuletzt dank
des selbst vom Attentäter gestreamten Videos von seiner Tat. Aber
Terror ist in Deutschland keine eigene Straftat. Stattdessen ist
der schwerste Tatvorwurf zweifacher Mord, gefolgt von einer ganzen
Liste weiterer Vorwürfe wie versuchter mehrfacher Mord und
versuchte räuberische Erpressung mit Todesfolge. Aber mehrere
Straftaten werden in Deutschland nicht addiert. In Deutschland gilt
das Asperationsprinzip. Das bedeutet, dass mehrere Strafen nicht
zusammengerechnet werden, sondern eine Gesamtstrafe gebildet wird,
wobei die höchste Einzelstrafe erhöht werden kann. Daher muss im
Fall von Stephan B. eine besondere Schwere der Schuld festgestellt
werden. Nur dann kann es zu einer lebenslangen Haft für den
Attentäter kommen. Aber es geht im Prozess um weit mehr als "nur"
die Bestrafung eines Mörders. Es geht auch um die Frage, auf
welchem gesellschaftlichen Nährboden seine rechtsextremen
Ideologien wachsen konnten. ...über die Bedeutung des Prozesses und
den Verhandlungsbeginn – ab 10:07 Minuten Es ist der größte
Strafprozess, der jemals in Sachsen-Anhalt geführt wurde. Aufgrund
der Bedeutung des Prozesses und der Vielzahl an Menschen, die
diesem beiwohnen, finden die Verhandlungen im größten Gerichtssaal
Sachsen-Anhalts, im Landgericht in Magdeburg statt. Obwohl das
Verfahren das Oberlandesgericht in Naumburg führt. Auch das mediale
Interesse an dem Prozess ist sehr groß. Unter anderem waren zum
Prozessbeginn auch Medien aus Israel oder den USA im Saal. Stephan
B. wird zu jedem Verhandlungstag aus der JVA Burg unter großer
Polizeibegleitung nach Magdeburg gebracht. Auch im Gerichtssaal
herrschen strikte Sicherheitsvorkehrungen. ...die Nebenklägerinnen
und Nebenkläger im Prozess – ab 17:58 Minuten Im Prozess gegen
Stephan B. gibt es 45 Nebenklägerinnen und Nebenkläger. Diese
schließen sich der Klage der Staatsanwaltschaft an und haben im
Prozess besondere Rechte, wie Einsicht in die Ermittlungsakten oder
Beweisanträge stellen und Gutachten einholen und können so den
Verlauf des Verfahrens beeinflussen. Als Nebenklägerin oder
Nebenkläger wird man zugelassen, wenn das Gericht eine
Betroffenheit der Person von der Tat feststellen kann. Die Gründe,
sich einer Nebenklage anzuschließen, können sehr vielfältig sein.
...Die Mahnwachen und Protestaktionen vor dem Gerichtssaal - ab
33:53 Minuten Verschiedene Initiativen wie "Solidarisches
Magdeburg", "Seebrücke Magdeburg" oder "9. Oktober Halle" haben am
ersten Prozessauftakt zu einer Mahnwache vor dem Gerichtssaal
aufgerufen. Damit sollten die Betroffenen in den Mittelpunkt
gestellt werden und die Möglichkeit bekommen, das zu sagen, was
ihnen wichtig war. An jedem bisherigen Verhandlungstag waren die
Initiativen vor Ort und haben Mahnwachen abgehalten, um sich
solidarisch mit den Betroffenen zu zeigen. ...Ist der Prozess eine
Bühne für den Angeklagten? - ab 36:20 Minuten Die Gefahr, dass
Stephan B. diesen Prozess als Bühne missbrauchen würde, bestand
bereits im Vorfeld. Aber mit der Erklärung des Pflichtverteidigers,
dass der Attentäter wünscht, unverpixelt gezeigt zu werden und beim
vollen Namen genannt zu werden, war das allen Beteiligten klar.

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