Beschreibung
vor 22 Jahren
Als wichtige Mediatoren der akuten und chronischen
Entzündungsreaktion gelten Bradykinin und seine Derivate. Als
Rezeptoren dieser Kinine sind der Kinin B2- und B1-Rezeptor
bekannt. Ziel dieser Arbeit war der Beweis einer Kinin
B1-Rezeptorhochregulation im Rahmen der inflammatorischen Antwort
bei Schweinen, die unter natürlichen Bedingungen eine das
Immunsystem alternierende Infektion erworben hatten. Eine erhöhte
Stimulierbarkeit des Kinin B1-Rezeptors unter Ausgangsbedingungen
(Gruppe 1) wiesen 88% der nach standardisierter klinischer
Untersuchung als krank diagnostizierten Schweine auf, die
Druckantwortkurven auf Stimulation mit BK und ACh waren
unverändert. Im Gegensatz hierzu zeigten nur 15% der als klinisch
gesund eingestuften Tiere eine vermehrte Stimulierbarkeit des Kinin
B1-Rezeptors zu Versuchsbeginn (p=0,00004). Das Antwortverhalten
konnte in jeder Gruppe durch Infusion der selektiven Kinin B2- und
B1-Rezeptorantagonisten (HOE 140, Lys0-Leu8-desArg9-BK) als
rezeptorspezifisch nachgewiesen werden. Die Infusion
physiologischer Kochsalzlösung über acht Stunden bei Tieren mit
niedriger Stimulierbarkeit des Kinin B1-Rezeptors unter
Ausgangsbedingungen führte zu keinerlei Änderung der Druckantwort,
sodass hier die Konstanz des Kinin B1-Rezeptors gezeigt wurde. Bei
Tieren mit erhöhter Stimulierbarkeit des B1-Rezeptors unter
Ausgangsbedingungen kam es unter Dauerinfusion des Kinin
B1-Rezeptorantagonisten CP-0298 (Lys0-Leu8-desArg9-BK) zu einem
Verlust der kardiovaskulären Antwort. Die Infusion des Kinin
B2-Rezpetorantagonisten HOE 140 beeinflusste die Druckantwort auf
steigende Dosen von desArg9-BK nicht, sodass die Spezifität der
sepsisinduzierten B1-Hochregulation bewiesen werden konnte. Somit
wurde in der hier vorliegenden Studie zum ersten Mal nachgewiesen,
dass der im gesunden Tier nicht oder nur in sehr geringer Anzahl
vorhandene Kinin B1-Rezeptor nachgewiesen und funktionell
hochreguliert wird, sobald sich die Schweine mit einer Infektion im
Aufzuchtberieb auseinander gesetzt hatten. Die tierexperimentell
induzierte Sepsis nach LPS-Injektion mit Hochregulation des Kinin
B1-Rezeptors konnte hiermit als valides Modell der systemischen,
durch bakterielle Lipopolysaccharide induzierte Entzündungsreaktion
bestätigt werden.
Entzündungsreaktion gelten Bradykinin und seine Derivate. Als
Rezeptoren dieser Kinine sind der Kinin B2- und B1-Rezeptor
bekannt. Ziel dieser Arbeit war der Beweis einer Kinin
B1-Rezeptorhochregulation im Rahmen der inflammatorischen Antwort
bei Schweinen, die unter natürlichen Bedingungen eine das
Immunsystem alternierende Infektion erworben hatten. Eine erhöhte
Stimulierbarkeit des Kinin B1-Rezeptors unter Ausgangsbedingungen
(Gruppe 1) wiesen 88% der nach standardisierter klinischer
Untersuchung als krank diagnostizierten Schweine auf, die
Druckantwortkurven auf Stimulation mit BK und ACh waren
unverändert. Im Gegensatz hierzu zeigten nur 15% der als klinisch
gesund eingestuften Tiere eine vermehrte Stimulierbarkeit des Kinin
B1-Rezeptors zu Versuchsbeginn (p=0,00004). Das Antwortverhalten
konnte in jeder Gruppe durch Infusion der selektiven Kinin B2- und
B1-Rezeptorantagonisten (HOE 140, Lys0-Leu8-desArg9-BK) als
rezeptorspezifisch nachgewiesen werden. Die Infusion
physiologischer Kochsalzlösung über acht Stunden bei Tieren mit
niedriger Stimulierbarkeit des Kinin B1-Rezeptors unter
Ausgangsbedingungen führte zu keinerlei Änderung der Druckantwort,
sodass hier die Konstanz des Kinin B1-Rezeptors gezeigt wurde. Bei
Tieren mit erhöhter Stimulierbarkeit des B1-Rezeptors unter
Ausgangsbedingungen kam es unter Dauerinfusion des Kinin
B1-Rezeptorantagonisten CP-0298 (Lys0-Leu8-desArg9-BK) zu einem
Verlust der kardiovaskulären Antwort. Die Infusion des Kinin
B2-Rezpetorantagonisten HOE 140 beeinflusste die Druckantwort auf
steigende Dosen von desArg9-BK nicht, sodass die Spezifität der
sepsisinduzierten B1-Hochregulation bewiesen werden konnte. Somit
wurde in der hier vorliegenden Studie zum ersten Mal nachgewiesen,
dass der im gesunden Tier nicht oder nur in sehr geringer Anzahl
vorhandene Kinin B1-Rezeptor nachgewiesen und funktionell
hochreguliert wird, sobald sich die Schweine mit einer Infektion im
Aufzuchtberieb auseinander gesetzt hatten. Die tierexperimentell
induzierte Sepsis nach LPS-Injektion mit Hochregulation des Kinin
B1-Rezeptors konnte hiermit als valides Modell der systemischen,
durch bakterielle Lipopolysaccharide induzierte Entzündungsreaktion
bestätigt werden.
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