SG #063: Kinderarzt
Heute werde ich über Kinder sprechen. Jack lebt in New York und ist
Kinderarzt. Ihn interessiert, wie es in Deutschland den kranken
Kindern geht. Fangen wir mit den ganz kleinen Kindern an. In der
Regel werden Kinder in Deutschland im Krankenhaus ge...
6 Minuten
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vor 14 Jahren
Heute werde ich über Kinder sprechen. Jack lebt in New York und
ist Kinderarzt. Ihn interessiert, wie es in Deutschland den
kranken Kindern geht.
Fangen wir mit den ganz kleinen Kindern an. In der Regel werden
Kinder in Deutschland im Krankenhaus geboren. Kaum sind sie
wenige Tage alt, bekommen sie auch schon ihre eigene
Versichertenkarte. Eine Versichertenkarte sieht aus wie eine
Kreditkarte. Sie ist klein und aus Plastik. Auf ihr sind viele
Informationen gespeichert. In diesem Fall geht es darum, dass das
Kind ab der Geburt krankenversichert ist. Wenn es also krank wird
oder sogar ins Krankenhaus muss, zeigt man diese Karte, und die
Ärzte wissen, wer die Untersuchungen bezahlt. Natürlich muss
nicht das Kind bezahlen, sondern die Eltern. Sie bezahlen jeden
Monat einen Geldbetrag an die Krankenkasse. Dafür sind viele
Untersuchungen und Operationen dann kostenlos.
Natürlich hoffen alle Eltern, dass ihre Kinder nie krank werden.
Wenn es aber doch passiert, oder sich das Kind verletzt, gibt es
spezielle Kinderärzte. Ihre Praxen sind meistens so eingerichtet,
dass Kinder sich dort wohl fühlen und keine Angst vor der fremden
Umgebung haben. Alles ist bunt und es gibt viel Spielzeug dort.
Auch die Ärzte haben meistens keinen weißen Kittel an, wie sonst,
sondern bunte Hemden.
Jedes Baby und jedes Kind muss regelmäßig zum Arzt. Denn es wird
dort bei den U-Untersuchungen kontrolliert. Die Ergebnisse dieser
Kontrollen werden in ein kleines Heft eingetragen. So sieht der
Arzt, ob sich das Kind gut entwickelt, ob es groß genug und
schwer genug ist und ob es gesund ist. Die Kinder werden beim
Arzt natürlich auch geimpft. Die Impfungen erfolgen in einem
vorgegebenen Zeitrahmen, also in bestimmten Abständen. In den
ersten Lebensmonaten wird das Kind sehr oft geimpft, später dann
weniger. So soll es geschützt sein vor vielen Krankheiten wie
Mumps, Masern oder Röteln.
Wer Kinderarzt werden möchte, muss zunächst Medizin studieren.
Das dauert meistens sechs Jahre, also zwölf Semester lang. Das
letzte Jahr ist allerdings ein Praktikum in einem Krankenhaus.
Hier arbeiten die jungen auszubildenden Ärzte also schon mit.
Nach dem Studium geht die Ausbildung weiter mit der
Facharztausbildung. Das bedeutet, dass sich die Studenten auf ein
Fachgebiet spezialisieren. Diese Ausbildung zum Kinderarzt zum
Beispiel dauert noch einmal fünf Jahre lang. In dieser Zeit
verdient man allerdings schon Geld und wird Assistenzarzt
genannt. Nach der Ausbildung hat man zwei Möglichkeiten: Man
arbeitet entweder weiter in einem Krankenhaus, oder man arbeitet
in einer Praxis. Eine Praxis ist sozusagen das Büro eines Arztes.
Wenn ein Kind sehr krank ist, muss es in eine Kinderklinik. Das
sind Krankenhäuser speziell für Kinder. Kinderkliniken gibt es
vor allem in größeren Städten. Meistens können die Eltern bei
ihren kranken Kindern bleiben – es gibt auch Stiftungen wie die
Ronald McDonald-Stiftung, die spezielle Häuser für die Eltern
gebaut haben, damit diese auch bei ihren Kindern bleiben können,
wenn diese schwer krank sind und lange im Krankenhaus bleiben
müssen.
Text der Episode als PDF:
https://slowgerman.com/folgen/sg63kurz.pdf
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