SG #064: Ferienjob
Marie-Françoise ist Lehrerin aus Belgien. Sie hat mich gebeten,
über Ferienjobs zu sprechen. Also werde ich das heute machen. Viele
Schüler und Studenten arbeiten in ihren Ferien. So verdienen sie
Geld und machen neue Erfahrungen.
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vor 14 Jahren
Marie-Françoise ist Lehrerin aus Belgien. Sie hat mich gebeten,
über Ferienjobs zu sprechen. Also werde ich das heute machen.
Viele Schüler und Studenten arbeiten in ihren Ferien. So
verdienen sie Geld und machen neue Erfahrungen. Schüler unter 15
Jahren dürfen in Deutschland nicht wie ein Erwachsener arbeiten.
Es gibt ein Gesetz, das Kinderarbeit verbietet. Eine Ausnahme
gibt es aber: Wenn es die Eltern erlauben, dürfen Kinder schon ab
13 Jahren arbeiten. Aber nur zwei Stunden pro Tag und nur
tagsüber. Und natürlich nicht während der Schulzeit. Anders ist
es in den Ferien. Hier dürfen Schüler zwischen 15 und 18 Jahren
maximal vier Wochen im Jahr arbeiten, höchstens aber acht Stunden
pro Tag.
Beliebte Jobs für Schüler sind zum Beispiel Babysitten, Zeitungen
austragen oder Nachhilfe geben. Babysitten ist klar – da passt
der Schüler auf ein kleineres Kind auf und bekommt von dessen
Eltern Geld dafür. Zeitungen austragen bedeutet, dass Schüler mit
dem Fahrrad oder zu Fuß von Haus zu Haus gehen, und kostenlose
Blätter für einen Verlag ausliefern. Sie stecken also in jeden
Briefkasten ein Exemplar und werden dafür bezahlt. Wenn ein
Schüler Nachhilfe gibt bedeutet das, dass er einem anderen
Schüler hilft, der in einem Schulfach schlechter ist. Sie lernen
also zusammen, und die Eltern bezahlen den Nachhilfelehrer dafür.
In der Regel gibt ein älterer Schüler einem jüngeren Schüler
Nachhilfeunterricht in einem Fach, also zum Beispiel in
Mathematik oder Englisch.
Wer nur in den Ferien arbeitet, der macht meistens einfache
Saison-Arbeit. Zum Beispiel kann ein Schüler als Eisverkäufer
arbeiten. Dann verkauft er Eis an Kinder und Erwachsene. Er kann
auch als Pizzabote arbeiten. Dann liefert er Pizza an Menschen,
die diese per Telefon bestellt haben. Wer sportlich ist und gut
schwimmen kann, kann nach einer speziellen Ausbildung auch als
Rettungsschwimmer arbeiten. Dann sitzt er an einem See oder in
einem Schwimmbad und passt auf, damit niemand ertrinkt.
Studenten arbeiten im Sommer gerne als Animateur in einer
Hotelanlage. Das heißt, sie leben selber im Ausland, in Spanien
oder Italien zum Beispiel, und arbeiten im Hotel. Sie machen mit
den Gästen spezielle Programme, meistens ist das Sport. Sie
arbeiten oft aber auch in Restaurants oder Cafés als Kellner oder
Kellnerin. Sie bringen also Getränke und Essen zu den Gästen.
Warum Schüler und Studenten arbeiten? Natürlich denkt man bei
dieser Frage sofort an Geld. Und das ist bestimmt für viele die
Hauptmotivation. Mit etwas mehr Taschengeld kann sich ein Schüler
vielleicht die Computerspiele, Bücher oder Musik kaufen, die er
sich sonst nicht leisten könnte. Ein Student kann mit dem
zusätzlichen Geld vielleicht hin und wieder einen Cocktail
trinken gehen oder mit Freunden ins Kino. Es gibt aber noch einen
Grund, warum Ferienarbeit sehr gut ist: Schüler lernen dadurch,
was es bedeutet, zu arbeiten. Sie müssen pünktlich am
Arbeitsplatz sein, sie müssen eine Aufgabe erfüllen und viele
Stunden etwas tun, was ihnen wahrscheinlich nicht so viel Spaß
macht, wie mit den Freunden Zeit zu verbringen. Und bei manchen
Ferienjobs lernen die Schüler und vor allem Studenten schon etwas
für ihren späteren Beruf. Ich selber habe in den Ferien und nach
der Schule immer bei einem Radiosender gearbeitet und dort viel
gelernt. Vielleicht hätte ich ohne diesen Ferienjob nie
angefangen, zu podcasten!
Text der Episode als PDF:
https://slowgerman.com/folgen/sg64kurz.pdf
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