Podcaster
Episoden
12.02.2026
54 Minuten
Diese Folge ist unser sehr persönlicher Lagebericht aus dem
Inneren des x3 Kollektivs: über Förderkrisen, überlastete
Strukturen und die Frage, wie ein postmigrantisches Projekt
zwischen Ehrenamt, Care-Arbeit und politischer Gegenwart
überhaupt weiterexistieren kann.
Migration, zivilgesellschaftliches Engagement und Podcast-Arbeit
bedeuten derzeit permanente Unsicherheit, un(ter)bezahlte
Expertisen und das ständige Aushandeln von Sichtbarkeit.
Ausbleibende Förderzusagen, gekürzte Kulturmittel und
institutionelle Hierarchien verschärfen den Druck – und machen
zugleich deutlich, wie sehr selbstorganisierte Räume gebraucht
werden.
Mit dieser Folge brechen wir bewusst mit der Social-Media-Kultur,
wo nur Erfolg performt. Stattdessen sprechen wir offen über
unsere Herausforderungen, Hoffnungen und Entschlossenheit, sie
gemeinsam zu meistern. Wir wissen auch, dass unsere Erfahrungen
nicht einzigartig sind und exemplarisch dafür stehen, wovon viele
Projekte betroffen sind. Deshalb appellieren wir an euch, auch
Krisen solidarisch zu denken, um sie gemeinsam durchzustehen.
Wie verändert Förderprekarität die Arbeit eines
postmigrantischen Kollektivs – inhaltlich, strukturell und
emotional?
Welche Lücken lassen staatliche Institutionen bewusst offen,
wenn sie Diskurse zu Osteuropa, Kaukasus und Zentralasien
weiter marginalisieren?
Und wie kann Solidarität praktisch aussehen – jenseits von
symbolischen Credits und reiner Sichtbarkeit?
️ Gemeinsam mit Anna Mikheeva sprechen Ani und Julia darüber, wie
x3 sich in den letzten Jahren von einem „klassischen“ Podcast hin
zu einem Kooperationshub und Forschungsprojekt entwickelt hat –
getragen von einem Kollektiv, das überwiegend prekär bzw.
ehrenamtlich arbeitet. Sie erzählen von geplatzten Förderräumen
(ein Jahr Warten auf eine Absage), der Erfahrung staatlich als
„nicht relevante Zielgruppe“ eingestuft zu werden, und von
Erschöpfung, Zorn und trotzigem Weitermachen.
Zugleich geht es um Visionen: die Gründung der gemeinnützigen
Post Ost Agency gUG, den Wunsch, Förderlogiken zu verändern,
Institutionen kritisch zu beraten und Synergien über PostOst
hinaus zu schaffen. Live-Formate, Residenzen und Kooperationen
zeigen, wieviel politische Energie in Begegnungsräumen entsteht –
jenseits toxischer Social-Media-Dynamiken und Performancedruck.
Klar wird: Diese Arbeit ist gelebte Wissensproduktion, Archiv und
solidarische Infrastruktur zugleich – und ohne materielle
Anerkennung auf Dauer nicht haltbar.
Unterstützt uns mit einer Spende: einmalig oder
regelmäßig, je nachdem, was ihr euch leisten könnt.
Bankverbindung
X3 PostOst Agency gUG (haftungsbeschränkt)
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Verwendungszweck:
Spende x3 Podcast
Die Aufnahme entsteht in Kooperation mit @n_ost_org, wo der
Podcast seit Jahren aufgezeichnet wird – eine der wenigen
stabilen Säulen in einem ansonsten extrem fragilen Förderumfeld.
Die Hosts: Julia Boxler @boxxler & Ani
Menua @ani_menua – künstlerische Forscherinnen, Aktivistinnen
und Teil eines wachsenden Kollektivs, das postmigrantische,
queer-feministische Perspektiven in Forschung, Medien und Praxis
miteinander verschränkt.
Anna Mikheeva ist Redakteurin der multilingualen
Plattform syg.ma, Feministin, interdisziplinär tätige Künstlerin
und Teil des x3 Kollektivs.
(Ich bin für die Social-Media-Kanäle von x3 verantwortlich.)
In der Folge moderiert sie das Gespräch, bringt eigene
Erfahrungen ein und beschreibt, wie sehr ihr in ihrem Kontext
dekoloniale Perspektiven und Räume wie x3 fehlen.
Mehr auf unserer Webseite
Folgt uns auf Instagram für mehr Updates & Diskussionen,
Einblicke in die Arbeit des Kollektivs und kommende
Live-Formate.
Weitere Podcast-Folgen zum Kontext PostOst, Migration &
Partizipation findet auf unserer Webseite – viele davon
werden inzwischen von Hochschulen, Einrichtungen und Projekten
als Vorbereitungsmaterial und Diskursarchiv genutzt.
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22.12.2025
1 Stunde 18 Minuten
Diese Folge ist der zweite Teil einer Podcast-Reihe zu
transgenerationalen Traumata, Aussiedler:innen,
Spätaussiedler:innen sowie hybriden und fluiden Identitäten im
Spiegel des PostOst-Diskurses.
Migration bedeutet hybride Identitäten und das ständige
Sich-Erklären-Müssen. Die Rückkehrdebatten, die Suche nach echten
Räumen, die prekäre Förderlogik und die Krisen heutiger Zeit
werfen Fragen auf:
Welche Narrative prägen die jüngere Generation von
Spätaussiedlern?
Wie funktioniert Empowerment, ohne transgenerationale Traumata zu
negieren?
Und wie schaffen wir Solidarität statt Konkurrenz zwischen neuen
und etablierten Strukturen?
️ Gemeinsam mit Eugenie Frank und Nikita Heidt sind wir in die
tiefen Schichten deutscher Migrationspolitik gegenüber
sogenannten Russlanddeutschen, Spätaussiessiedlern und
Vertrieben eingetaucht – von der Abwertung in der
Sowjetunion über rechtliche Brüche seit 1993 bis zur Frage, wie
wir heute solidarisch handeln können, ohne die Vorarbeit
vorheriger Generationen zu untergraben.
Klar ist: Wir brauchen differenzierte Positionierungen zwischen
Behördenbegriffen, wissenschaftlichen Kategorien und gelebten
Erfahrungen.
Die Aufnahme entsteht im Auftrag von Katarina Niewiedzial
@integrationsbeauftragteberlin, Beauftragte des
Senats von Berlin für Partizipation, Integration und Migration,
und Walter Gauks @waltergauks, Ansprechperson für
Deutsche aus Russland, Spätaussiedler und Vertriebene in
Berlin.
Herzlichen Dank an n-ost für die Studio-Kooperation
@n_ost_org
Die Gesprächspartner:innen:
Nikita Heidt wurde 1995 in Moskau geboren und kam
2019 als Spätaussiedler nach Deutschland. Er beschäftigt sich mit
dem Thema Russlanddeutsche, schrieb seine Masterarbeit als
Historiker über russlanddeutsche Gemeinschaften in Russland,
Deutschland und den USA. 2023 gründete er die Riwwel gUG sowie
weitere Initiativgruppen in Berlin, darunter „Warum бы и nicht“,
durch die die Integration von Spätaussiedlern und die weltweite
Vernetzung der russlanddeutschen Communitys gefördert werden.
Riwwel — (Organisation für Spätaussiedler:innen und
Russlanddeutsche 2. Generation)
Gemeinsam unterwegs — BAMF-Programm "Gemeinsam
unterwegs: Identität. Anerkennung. Begegnung" (§9 Abs.4 BVfG)
Warum бы и nicht Berlin — Club/Initiative im
Übergangswohnheim.
Eugi Frank verbindet in diesem Talk persönliche
Erfahrungen mit ihrer beruflichen Expertise in
diskriminierungskritischer Bildungsarbeit. Auslandsaufenthalte in
Tadschikistan und Kasachstan sowie ihr politisches Engagement
prägen ihren Blick auf Herkunft, Identität und Solidarität. In
ihrer Masterarbeit ((Un-)Sichtbare Migration?!
Identitätskonstruktionen russlanddeutscher
(Spät-)Aussiedler:innen in der zweiten Generation) beschäftigte
sie sich zudem wissenschaftlich mit den Identitätskonstruktionen
der zweiten Generation russlanddeutscher (Spät-)Aussiedler*innen.
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Diskussionen
Die Hosts:
Julia Boxler @boxxler
Ani Menua @ani_menua
Weitere Podcast-Folgen zum Thema:
Folge 40 Partizipation statt Integration: mit Katarina
Niewiedzial
Folge 26 Russlanddeutsch und BIPoC: Zu Gast Angelika
Kim
Folge 88 Talking PostOst Migration mit Emilia Smechowski,
Maria Alexopoulou, Nane Khachatryan & Julia
Boxler
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15.12.2025
1 Stunde 14 Minuten
️ Trauma ist keine Identität — Aussiedler, Spätaussiedler,
PostOst
Unsere neue Folge ist der Auftakt einer zweiteiligen
Podcast-Reihe zu transgenerationalen Traumata, Aussiedler:innen,
Spätaussiedler:innen sowie hybriden und fluiden Identitäten im
Spiegel des PostOst-Diskurses.
️ Gemeinsam mit Katharina Blumberg-Stankiewicz und Waldemar
Masson diskutieren wir, wie zivilgesellschaftliche Arbeit von
vorangegangenen Generationen aufgebaut wurde und wie wir heute
solidarisch handeln können, um neue Resonanzräume zu
schaffen.
Oft wird die Geschichte von Spätaussiedler:innen und sogenannten
Russlanddeutschen auf drei historische Marker verengt:
Auswanderung, Deportation, “Rückkehr”. Jenseits dieser
vereinfachenden Schlagworte beginnt die eigentliche Suche nach
Identität – das Ringen um das Verständnis komplexer
transgenerationaler Migrationserfahrungen und die Sehnsucht nach
echten Austauschräumen auf Augenhöhe. Im Gespräch bewegen wir uns
zwischen migrantischen Selbstverortungen, Mehrfachzugehörigkeiten
und gesellschaftlichen Uneindeutigkeiten, die die
Zivilgesellschaft zuweilen herausfordern.
Wie können wir uns jenseits von technischen und historisch
gewachsenen Kategorien solidarisieren?
Wie funktioniert Empowerment, wenn man sich weder als „Opfer“
noch als „Vorzeige-Migrant“ labeln lassen will? Und wie finden
wir neue Sprachen des Erinnerns, die über Trauerarbeit
hinausgehen?
Können wir Migration nicht nur als problembehaftet, sondern auch
als Ressource und Quelle für produktive Perspektivwechsel
verstehen?
Die Aufnahme entsteht im Auftrag von Katarina Niewiedzial
@integrationsbeauftragteberlin, Beauftragte des Senats von Berlin
für Partizipation, Integration und Migration, und Walter Gauks
@waltergauks, Ansprechperson für Deutsche aus Russland,
Spätaussiedler und Vertriebene in Berlin.
Herzlichen Dank an @n_ost_org für die Studio-Kooperation
Die Gesprächspartner:innen:
Katharina Blumberg-Stankiewicz wurde 1977 in Olsztyn geboren und
wuchs im Ruhrgebiet auf. Sie hat an der Europa-Universität
Viadrina Kulturwissenschaften studiert und promoviert zur
„Uneindeutigkeit nach der Migration“. Sie ist Mitbegründerin der
Initiative „Zwischen den Polen“, die sich für
multiperspektivische Sichtweisen auf Migration und Nachbarschaft
einsetzt. Aktuell kooperiert sie unter anderem mit der
Erinnerungsstätte Notaufnahmelager Marienfelde, um die
Geschichten polnischer Migrant:innen der 80er Jahre sichtbar zu
machen.
Zwischen den Polen — Initiative für transnationale Zusammenarbeit
und postmigrantische Perspektiven.
ZEIT Online: Polnisch-deutsche Identität – Ein Essay über
Zugehörigkeit, Migration und die Frage nach Nationalität jenseits
starrer Grenzen.
Ateliergespräch (Video) – Ein Einblick in den Austausch über
„Wagheiten“ und die Uneindeutigkeit der Migration. Mit Darja
Klingenberg, Miray Seramet und Julia Boxler.
Waldemar Masson ist Kunsthistoriker, Künstler, Pädagoge, Autor
und passionierter Ahnenforscher. Er setzt sich für eine lebendige
Erinnerungspraxis und moderne Vermittlung russlanddeutscher
Geschichte ein. Seine Ahnenforschung eröffnete ihm seine eigene
europäische Familiengeschichte, die von Frankreich bis Südtirol
reicht.
Zeitzeugengespräch – Waldemar Masson im Interview über
Exilerfahrungen, Familiengeschichte und Erinnerungskultur.
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Die Hosts: Julia Boxler @boxxler Ani Menua @ani_menua
Weitere Podcast-Folgen zum Thema:
Folge 74 Ju Bavyka: Migration und Queerness narrativieren
Folge 78 Transformative Identities mit Masha Beketova &
Marina Solnzewa
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20.11.2025
1 Stunde 11 Minuten
️Framings,
Namings,
Solidaritäten
Unsere Live-Podcast-Aufnahme in Leipzig hat gezeigt, wie
vielschichtig und herausfordernd es ist, über Erfahrungen mit
Imperialismus von Ost und West sowie komplexe Zugehörigkeiten
innerhalb der deutschen Gesellschaft zu sprechen.
️ Gemeinsam mit Elza Gubanova und Ana Tcheischvili sind wir in
die „blinden Flecken“ deutscher Erinnerungskultur eingetaucht –
von der fehlenden Auseinandersetzung mit anti-osteuropäischen
NS-Verbrechen über sowjetischen Imperialismus bis zur Erschöpfung
durch das ständige Sich-Erklären-Müssen.
Migration bedeutet hybride Identitäten und neue Lücken im eigenen
Alltag. Der Krieg, die Okkupation und Proteste in Ukraine, wie
auch Georgien und die Suche nach Zugehörigkeit werfen Fragen
auf:
Wo gehören unsere Stimmen innerhalb postmigrantischer und
postsozialistischer Realitäten hin?
Was bewirkt der PostOst-Diskurs – welche politischen
Perspektiven sind damit verbunden?
Und welche politische Bedeutung kann ein Begriff als poetischer
Suchraum entfalten?
Klar ist: Wir brauchen mehr Räume für differenziertere
Positionierungen.
Danke an alle, die dabei waren – Eure Geschichten und Fragen
machen den Diskurs lebendig und umfassend!
Der Abend und die gesamte Reihe LOKAL DEKOLONIAL sind eine
Kooperation zwischen der bpb und dem Referat Internationale
Zusammenarbeit der Stadt Leipzig. @bpb_de, @stadtleipzig. Im
Rahmen des Festivals @politikimfreientheater.
Die Teilnehmerinnen
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24.07.2025
41 Minuten
Herkunft, Humor und hybride Selbstbilder
Wie können hybride Identitäten zwischen geografischen und
kulturellen Räumen Kunst beeinflussen? Wie wirkt Humor auf
politischer Ebene? Und warum kann er ein produktives
künstlerisches Mittel sein, um über koloniale und postkoloniale
Erfahrungen zu sprechen?
️ In dieser Live-Folge sprechen wir mit der interdisziplinären
Künstlerin Faina Yunusova über ihren absurd-brillanten Film
"Achtung, vermisst" und die Kraft des Humors als künstlerisches
Werkzeug. Die Aufnahme entstand im Kunstraum hase 29 im Rahmen
der Gruppenausstellung PostOst Re:Vision.
Faina nimmt uns mit auf ihre Reise von Usbekistan über Moskau
nach Deutschland und erzählt, wie sie nach ihrer Exmatrikulation
aus der Moskauer Kunstakademie wegen kritischer Haltung ihren Weg
in die deutsche Kunstszene fand. Ihr Film — eine Mockumentary
über eine Reporterin auf der Suche nach einem vermissten
Croissant — zeigt, wie sie durch absurde Erzählstrukturen und
mehrschichtige Arbeiten komplexe Themen zugänglich macht, ohne zu
belehren oder anzuklagen.
Euch erwartet eine Folge über die Kunst, schwierige Themen mit
Leichtigkeit zu behandeln, ohne sie zu trivialisieren – und
über die Suche nach Identität in einer postkolonialen Welt.
PostOst RE:VISION läuft bis Ende August 2024 – eine Kooperation
zwischen Kunstraum hase 29 und X3
Über die Gästin:
Faina Yunusova setzt sich in ihrer Praxis mit kultureller
Identität, Erinnerung und gesellschaftlichen Narrativen im
digitalen Zeitalter auseinander. Durch Medien wie Malerei, Video,
KI und Performance reflektiert sie das postsowjetische Erbe und
die Fluidität von Zugehörigkeit zwischen geografischen, realen
und fiktiven Räumen.
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Shownotes:
PostOst Re:Vision Ausstellung im Kunstraum hase 29 (kuratiert von
Julia Boxler, Jasmina Janoschka, Jaqui Maschke und Ani Menua)
Faina Yunusova in Instagram
hase 29 in Instagram
Beyond the post-soviet (Btps)
Mehr
Über diesen Podcast
X3 ist der erste PostOst Podcast. Gehostet von Ani Menua, Elena
Barysheva, Julia Boxler, Saltanat Shoshanova
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