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Episoden
21.02.2026
29 Minuten
Diese Woche war Genf Schauplatz von Iran- und
Ukraine-Verhandlungen. Wie gross ist die Rolle der Schweiz
tatsächlich? Und: Biedern wir uns aus Angst ums Zollabkommen nicht
zu stark bei den USA an? Fragen an den obersten Schweizer
Diplomaten, Staatssekretär Alexandre Fasel. Lange schienen die
Guten Dienste der Schweiz weniger gefragt. Diese Woche aber haben
die USA in Genf mit dem Iran und mit Russland und der Ukraine
verhandelt. Ein Erfolg auch für den obersten Schweizer Diplomaten
Alexandre Fasel. Doch die Schweiz war lediglich Gastgeberin, mit am
Tisch sass sie nicht: Weshalb kann sich die Schweiz nicht als
Verhandlerin positionieren? Dass Russland aber überhaupt für
Verhandlungen in die Schweiz gekommen ist, ist nicht
selbstverständlich. Russland hat die Schweiz als "unfreundlichen"
Staat eingestuft. Hat die Schweizer Diplomatie ihren Zugang zu
Russland jetzt verbessern können. In der Samstagsrundschau nimmt
Staatssekretär Fasel Stellung. Die zweite Schlagzeile von dieser
Woche: Die Schweiz hat als Beobachterin am ersten Treffen des so
genannten Friedensrats von Donald Trump teilgenommen. Warum
distanziert sich die Schweiz nicht von diesem Gremium, das Donald
Trump ein Vetorecht und den Vorsitz auf Lebenszeit garantiert?
Rechtfertigt die Angst vor einer Retourkutsche bei den
Zollverhandlungen alles? Kritische Fragen an Alexandre Fasel. Er
ist Gast bei Dominik Meier.
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14.02.2026
28 Minuten
Am 14. Juni kommt die Initiative «Keine 10-Millionen-Schweiz!» der
SVP zur Abstimmung. Die SP spricht von einer «Chaos-Initiative».
Was aber hat sie Besseres zu bieten? Samira Marti, Co-Präsidentin
der SP-Fraktion, nimmt Stellung. Die SVP will in der
Bundesverfassung festschreiben, dass die Wohnbevölkerung der
Schweiz die Zahl von 10 Millionen Menschen vor dem Jahr 2050 nicht
überschreiten darf. Die SP lehnt das kategorisch ab und hat im
Parlament auch einen milderen Gegenvorschlag verhindert. Dies,
obschon die Zuwanderung gemäss Umfragen seit Jahren zu den grössten
Sorgen der Schweizer Bevölkerung gehört. Die Co-Präsidentin der
SP-Fraktion wird in der «Samstagsrundschau» mit der Frage
konfrontiert, ob ihre Partei diese Ängste nicht ernst nimmt. Zudem
verrät Samira Marti, wie ihre Partei mit der Situation umgeht, dass
der Bundesrat die Mehrwertsteuer nicht nur zur Finanzierung der 13.
AHV-Rente, sondern auch zur Aufstockung des Armeebudgets erhöhen
will. Die Co-Präsidentin der SP-Fraktion stellt sich den Fragen von
Philipp Burkhardt.
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07.02.2026
29 Minuten
Als einzige stellt sich die Mitte-Partei hinter den Vorschlag des
Bundesrates, die Mehrwertsteuer temporär zu erhöhen – zugunsten der
Sicherheit. Warum will gerade die Partei, die sich als
Familien-Partei sieht, die Kaufkraft der Bevölkerung schwächen?
Kritische Fragen an Präsident Philipp Bregy. Ab 2028 möchte der
Bundesrat die Mehrwertsteuer für zehn Jahre um 0.8 Prozentpunkte
erhöhen. So sollen in einem Fonds rund 31 Milliarden Franken
zusammen kommen für die Armee und für zivile Sicherheitsstellen.
Wie sozial ist es, ausgerechnet die Mehrwertsteuer zu erhöhen,
welche die ärmeren Bevölkerungsschichten und Familien besonders
trifft? Könnte das Parlament das gewünschte Geld nicht auch mit
Sparen beim stetig wachsenden Bundeshaushalt freispielen? Und
wieviel Sicherheit würde das Geld überhaupt bringen?
Parteipräsident Philipp Bregy nimmt Stellung – auch zu weiteren
steuertreibenden Forderungen seiner Partei. Die Schweiz kommt aber
nicht nur sicherheits- und finanzpolitisch unter Druck. Auch
wirtschaftspolitisch weht ein rauerer Wind. Wieviel Anpassen und
Schmeicheln ist nötig, wieviel Widerstand angezeigt, um die
Interessen der Schweiz gegenüber den USA und den EU-Ländern zu
vertreten? Der Mitte-Präsident stellt sich den Fragen von Nathalie
Christen in der Samstagsrundschau.
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31.01.2026
29 Minuten
Trotz Gesetzesanpassungen fürchtet Deutschland, dass die Schweiz
die Wiederausfuhr von Waffen behindern könnte. «Völlig falsch!»,
heisst es von der Schweizer Industrie. Warum? Und, wie sollen
Waffenkäufer wieder in die Schweiz vertrauen? Kritische Fragen an
Swissmem-Direktor, Stefan Brupbacher. Als Deutschland Schweizer
Munition für Panzer des Typs Gepard an die Ukraine weitergeben
wollte, untersagte dies der Bundesrat mit Verweis auf das Verbot
von Wiederausfuhren an Krieg führende Länder. In der Folge kündigte
Deutschland an, keine Rüstungsgüter mehr in der Schweiz zu
bestellen. Die Schweizer Rüstungsindustrie machte Druck. Das
Parlament lockerte Ende letzten Jahres das Kriegsmaterialgesetz.
Doch aus Sicht des deutschen Botschafters in der Schweiz bleibt
Unsicherheit, weil der Bundesrat Ausfuhren weiterhin verhindern
könnte. Der Branchenverband Swissmem hat sich für die
Rüstungsindustrie stark gemacht und die Gesetzgebung massgeblich
geprägt. Was sagt der Direktor zu den Zweifeln des deutschen
Botschafters? Was, wenn der Bundesrat tatsächlich wieder
Wiederausfuhren verhindern würde? Und wie steht’s um die Ukraine?
Dorthin dürfen Schweizer Waffen weiterhin nicht weitergegeben
werden – alles für nichts, also? Die Schweizer Maschinen-, Elektro-
und Metall-Industrie wartet diese Woche auch gespannt auf ein
Zeichen aus Italien. Passiert nichts, so treten ab Februar in
Italien neue Haushaltsregeln in Kraft, die es Unternehmen erlauben
Hyperabschreibungen zu machen auf Maschinen, die sie in der EU oder
im EWR kaufen, nicht aber auf solche aus der Schweiz. Aufträge an
Schweizer Firmen im Umfang von einer Milliarde Franken sind laut
Swissmem bedroht. Sind die neuen Regeln tatsächlich entscheidend?
Warum schlägt der Verband erst jetzt Alarm? Und, spricht diese
Situation nun für oder gegen den Abschluss neuer Bilateraler
Verträge mit der EU? Und, die exportorientierte Maschinen-,
Elektro- und Metall-Industrie scheint zu stagnieren. Sie klagt über
den starken Franken und fordert mehr Freihandel und weniger
Bürokratie. Macht es sich die Industrie da nicht zu einfach? Stefan
Brupbacher, der Direktor des Branchenverbands Swissmem nimmt
Stellung in der Samstagsrundschau bei Klaus Ammann.
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24.01.2026
29 Minuten
Am WEF in Davos hat US-Präsident Trump seinen Machtpoker um
Grönland fortgesetzt - und über die Schweiz gelästert. Der
Bundesrat blieb bei all dem ziemlich leise. Zu leise, findet die
frühere Aussenministerin Micheline Calmy-Rey. Doch wäre ein lauter
Protest tatsächlich im Interesse des Landes? Micheline Calmy-Rey
hält sich für gewöhnlich nicht zurück mit Kritik. Auch jetzt nicht.
"In dieser turbulenten Situation hätte ich erwartet, dass sich der
Bundesrat äussert und den Respekt des Völkerrechts fordert", sagt
die frühere SP-Bundesrätin und Aussenministerin. Auch sie weiss:
Ein entschiedeneres Auftreten wäre riskant gewesen in der Ära
Trump, in der jedes Wort negative Folgen haben kann. Denn noch ist
der Zolldeal zwischen Washington und Bern nicht unter Dach und
Fach. Ein Dilemma also: Einstehen fürs Völkerrecht, für Werte -
oder zurückstehen im Sinne der wirtschaftlichen Landesinteressen?
Klar ist Calmy-Rey beim sogenannten Friedensrat, zu dem Trump die
Schweiz eingeladen hat: Auf keinen Fall dürfe die Schweiz diese
Einladung annehmen, sagt sie. Es drohe eine Schwächung der UNO, des
internationalen Genfs und der Schweiz. Die neue Weltordnung, die
offen zur Schau getragene Abkehr der USA vom Völkerrecht und von
Europa, scheint den Bundesrat zurzeit etwas sprachlos zu machen. Wo
ist der Platz der Schweiz? Wie viel bringt eine engere Anbindung an
Europa, wenn dies die Souveränität schmälert? Kritische Fragen an
Micheline Calmy-Rey.
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Über diesen Podcast
Das kontroverse Interview mit dem Gast der Woche. Oder die Sendung,
die BundesrätInnen und ManagerInnen, Kulturschaffenden und
PolitikerInnen die Gelegenheit gibt, ihre Position in mehr als
einem kurzen Statement darzulegen.
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