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Philosoph! Der andere Versicherungspodcast Archiv

79 Episoden
46 Minuten
mit Florian Karle, Geschäftsführender Gesellschafter bei SÜDVERS

Wir bewegen uns in einem fragilen System Gemeinsam philosophieren die Drei über aktuelle Ereignisse und deren gesellschaftliche Auswirkungen. Gegenwärtig herrschen 35 kriegerische Auseinandersetzungen weltweit. Darüber hinaus stellen auch die zunehmenden Naturkatastrophen unser Leben vor extreme Herausforderungen. Florian ist überzeugt davon, dass die Gesellschaft nur durch aufrichtigen Zusammenhalt funktionieren kann und wichtigen Themen mehr Aufmerksamkeit geschenkt werden sollte.

Ich finde manche Diskussionen völlig aus der Zeit gefallen. Beispielsweise wenn wir in Landeskategorien denken, denn wir sind alle auf diesem Planeten unterwegs. Und dafür gibt es keinen Makroansatz, zumindest empfinde ich ihn nicht. Wir sprechen über eine westliche, östliche oder asiatische Welt. Aber das ist unsere Welt, wir sind alle auf einem Planeten unterwegs und müssen irgendwie zusammen klarkommen.

Neugierig geworden? In Folge #19 gibt es viele weitere spannende Fragen, über die wir gemeinsam philosophieren. Hört und abonniert „Philosoph“ bei eurem Lieblings-Streaming-Service oder spielt ihn einfach direkt hier im Web-Player ab. „Philosoph“ erscheint zweiwöchig am Dienstag. Folgt Sapiens Germany auf Social Media für mehr Updates!

„Philosoph – der andere Versicherungspodcast“ ist eine hauseigene Produktion von Sapiens Germany.
48 Minuten
Mit Dr. Rainer Sommer / Vorstand Provinzial Holding

Warum Technologie? Warum nicht IT?

Nachdem er lange Jahre bei großen internationalen Unternehmen tätig war und sich stets im technologischen Bereich bewegt hat, verbindet Rainer heute die Themen Vertragsservice, Komposit(?), Schaden und Technologie bei einem der erfolgreichsten deutschen Versicherungsunternehmen: Der Provinzial. Ziel dieses übergreifenden Ressorts ist es, ein kundenorientiertes Geschäfts- und Betriebsmodell zu etablieren - aber was heißt das genau?

„Natürlich habe ich eine Vorstellung, wo es hingehen soll. Ich komme aus einem Konzern, der Digitalisierung und Automatisierung sehr weit vorangetrieben und in der Kundenzentrierung wirklich schon viele Themen umgesetzt hat. Aber ich hätte es für falsch gehalten, mit einem Ansatz zu kommen.“

Groß geschriebene Menschlichkeit

Anders als eine Aktiengesellschaft, die Investoren und Shareholdern verpflichtet ist, stellt die Provinzial als öffentlicher Versicherer vor allem die Regionalität und die Zufriedenheit der Kunden in den Vordergrund.

Bereits nach den ersten 100 Tagen wird klar, dass viele Prozesse zwar anders laufen, dafür aber ganz hervorragend. Um am Ende erfolgreich zu sein, ist eines entscheidend: Kein externer Störfaktor zu sein, sondern Impulsgeber.

Neugierig geworden?

In Folge #18 gibt es viele weitere spannende Fragen, über die wir gemeinsam philosophieren. Hört und abonniert „Philosoph“ bei eurem Lieblings-Streaming-Service oder spielt ihn einfach direkt hier im Web-Player ab. „Philosoph“ erscheint zweiwöchig am Dienstag. Folgt Sapiens Germany auf Social Media für mehr Updates!

„Philosoph – der andere Versicherungspodcast“ ist eine hauseigene Produktion von Sapiens Germany.
43 Minuten
mit Stefan Lohmeier, Vorstand bei Volksbank Raiffeisenbank eG Itzehoe

Gemeinschaftlich und wirtschaftsgetrieben: Ein Widerspruch? Der große Unterschied, die Besonderheit der Raiffeisenbanken, so erklärt es Stefan Lohmeier, ist, dass das Ziel der Bank nicht das Streben nach Gewinnmaximierung ist, sondern, dass die Geschäfte nachhaltig leistungsfähig am Markt sind. Demnach liegt dem Geschäftsmodel kein Widerspruch zu Grunde. Gut für die Gemeinschaft muss schließlich nicht bedeuten, dass dadurch keine Gewinne erzielt werden.

Der Kern der Unternehmensphilosophie beruht auf den drei Grundsätzen: Selbsthilfe, Selbstverantwortung, Selbstverwaltung. Dabei werden zwar gemeinschaftliche Entscheidungen getroffen, jedoch bedeutet dies nicht, dass Mitglieder über alles gemeinschaftlich entscheiden. Bezogen auf das Bankgeschäft, stellt das Vorstandsmitglied fest:

„Unsere Mitglieder haben sich zusammengefunden, wenn wir noch mal in die Vergangenheit gucken, um gemeinsam Bankgeschäfte in unserem Geschäftsgebiet damals zu initiieren, weil es ein Mangel war. Und das gründete auf dem Thema Hilfe zur Selbsthilfe. Mit diesem Mindset haben wir weiter das Bankgeschäft betrieben, mit der Nähe zu unseren Kunden, mit unserem dezentralen Unternehmertum und mit allen Dingen, die wir aus dieser Stärke unserer gesamten Organisation lokal anbieten können. Und insofern ist das schon was Besonderes, was resilient war und auch nach vorne resilient sein wird.“
49 Minuten
mit Jörg Bienert - President, KI Bundesverband

Philosoph # 16 – Live from MCC – Insurance Today & Tomorrow

Eine neue Folge Philosoph ist online! Das Besondere: Diesmal nicht nur mit Ton, sondern auch mit Bild! Wir haben Folge #16 live beim MCC Kongress – Insurance Today & Tomorrow in Düsseldorf aufgenommen und direkt gestreamt. Unser Gast war der Präsident vom Bundesverband KI, Jörg Bienert. Wer nicht nur den Podcast hören, sondern auch die Aufzeichnung anschauen möchte, wird hier fündig: https://www.linkedin.com/events/philosoph-livefrommcc-itat-mitj7106977803912245248/theater/

Ist das Thema KI in den Vorstandsetagen angekommen? Dass das Thema KI spätestens seit ChatGPT in aller Munde ist, wird vermutlich für kaum jemanden etwas Neues sein. Auch wenn die „großen Tanker“ der Versicherungsbranche oft den Ruf haben, etwas träge und wenig innovativ zu sein, scheint jedoch auch dieses Thema seinen Platz in den Führungsetagen gefunden zu haben. Jörg Bienert sieht daher nicht bei den großen Versicherern die Notwendigkeit für Pionierarbeit. Stattdessen erkennt er die Probleme eher beim Mittelstand, da dort nicht genügend finanzielle oder andere attraktive Benefits vorhanden sind, um beispielsweise qualifizierte Data Scientists zu halten.

Langfristig müsste das bedeuten, dass ein gemeinschaftlicher Ansatz geschaffen werden muss. Der Bundesverband KI bietet bereits die Plattform für die beratenen Unternehmen, um sich gegenseitig auszutauschen und gegebenenfalls zu unterstützen.

Sind sich Unternehmen der bereits vorhandenen Datenqualität bewusst? Eins ist klar: An einer KI-Strategie kommt kein Unternehmen mehr vorbei, wenn es nachhaltig Teil des Marktes bleiben will. Jedoch ist KI auch nicht die Lösung dafür, dass in den letzten Jahrzehnten zu wenig in gute IT investiert worden ist.

„Der KI-Hype wird als Hebel genutzt, um die technischen Schulden der letzten 15-20 Jahre aufzuräumen“.

Dadurch, dass die KI-Thematik in der Presse rauf und runter diskutiert wird, werden auch die CEOs immer mehr darauf aufmerksam. Sie fragen also ihre IT, wie sie als Unternehmen in diesem Bereich aufgestellt sind. Viele Daten gibt es zwar schon, doch die Qualität dieser Daten ist wahrscheinlich weniger im Bewusstsein. Die intelligente und effiziente Nutzung der bereits vorhanden Daten ist eine Challenge, bei der es nicht reicht, „wenn man einen KI-Sticker auf ein Faxgerät klebt“.

Besonders bei Startups sieht Bienert Potential. Dort ist es leichter, eine Strategie auf der grünen Wiese zu erarbeiten, als neue, automatisierte Prozesse mit einem komplexen Altsystem umzusetzen.

„Wenn man ein Unternehmen auf der grünen Wiese aufbaut, das sich dann ebenso auf der grünen Wiese Datenmodelle, Strukturen, Prozesse ausdenken kann, um sicherzustellen, dass all das, was an Informationen angesammelt wird auch durch die Systeme zur Verfügung steht ‒ja dann hat man ganz andere Möglichkeiten. Da redet man am Ende des Tages von einem ganz anderen Unternehmen, wo man die Prozesse sehr, sehr viel effizienter gestalten kann.“

Was ist die Zukunftsvision? Grundsätzlich werden in Zukunft Unternehmen und Organisationen Zugriff auf einen riesigen Datenbestand haben. Dadurch können Entscheidungsprozesse fokussierter verlaufen oder vereinfacht werden. Bisher, so beobachtet es Bienert, basieren die Diskussionen meist auf unterschiedlichen Interpretationen der Ist-Situation. Mit KI können verschiedene Szenarien durchgespielt und bessere Entscheidungen getroffen werden.

Aber was bedeutet überhaupt Zukunftsvision? Auf der grünen Wiese, so behauptet Bienert, ließe sich rein aus technischer Sicht bereits jetzt auf diese Art und Weise arbeiten. Daher ist es vor allem eine Frage der Zeit, bis Versicherungsunternehmen grundlegend neu aufgestellt werden. Bedeutet das, dass die große Disruption kommt? Das wird die Zukunft zeigen.

Neugierig geworden? In Folge #16 gibt es viele weitere spannende Fragen, über die wir gemeinsam philosophieren. Hört und abonniert „Philosoph“ bei eurem Lieblings-Streaming-Service oder spielt ihn einfach direkt hier im Web-Player ab. „Philosoph“ erscheint zweiwöchig am Dienstag. Folgt Sapiens Germany auf Social Media für mehr Updates! „Philosoph – der andere Versicherungspodcast“ ist eine hauseigene Produktion von Sapiens Germany.
43 Minuten
mit Manuela Moog von Baloise DE

Wie sieht Veränderung für traditionsreiche Unternehmen aus? Als Manuela vor etwa drei Jahren zu Baloise kam, war ihr klar, dass sie auf eine traditionsreiche Firma stößt. Dazu gehörte, dass es in der IT viele Themen gab, die Erneuerungsbedarf haben. In den gut 150 Jahren, in welchen die Baloise am Markt ist, war Digitalisierung sicherlich nicht immer Programm. Jedoch ist es das, was Manuela motiviert: Die IT auf die Zukunft ausrichten. In dieser Hinsicht kann sie auf einige Jahre Branchenerfahrung zurückschauen und hat in dieser Zeit einige Veränderungen mitbekommen.

„Als ich meine Berufslaufbahn begann, da war Digitalisierung noch weit weg. Da haben wir beim Mainframe über Bestands-System geredet. Da haben wir noch nicht mal über SAP geredet. Die Welt verändert sich radikal.“

Unschwer lässt sich erkennen, wie wichtig es ist am Zahn der Zeit zu sein, um nicht abgehängt zu werden. Alles drastisch zu ändern, scheint jedoch auch nicht der richtige Ansatz zu sein. Stattdessen solle man sich als traditionsreiches Unternehmen, so Manuela, auch auf das besinnen, was gut ist und auf das aufgebaut werden kann. Hier kann nicht zwangsläufig eine Startup-Strategie zum Erfolg führen, sondern eher maßgeschneiderte Lösungen für das Unternehmen mit seiner Geschichte. Ganz nach dem Motto: Evolution statt Revolution. Doch wo fängt man an?

Kulturwerte und Mindset Manuelas persönliche Leidenschaft liegt stark im People & Culture Bereich verankert, was für sie ein wichtiger Teil der Unternehmenstransformation ist. Ganz allein trägt sie diesen Aspekt nicht in die Baloise hinein – übergreifende Kommunikationsformate und Transformationsteams sorgen dafür, dass neue Prozesse ihren Weg in die verschiedenen Bereiche des Unternehmens finden.

Mit gutem Beispiel vorangehend, ist Manuela bestens im Unternehmen vernetzt und sieht einen Teil des Mindset-Wechsels in der Verantwortung des Vorstands. Das bedeutet, eine offene Fehlerkultur zu leben, offen zu sein für kritisches Feedback, regelmäßige Retros. Die kleinere Unternehmensgröße ist dabei oft zum Vorteil, um Veränderung voranzutreiben.

„Dass ich nach 28 Jahren in einem Konzern wirklich spüre, welche Vorteile ich in einem kleineren Unternehmen nutzen kann. Und ich erinnere mich gut an mein Kennenlernen mit meinem heutigen CEO, der gesagt hat: Manuela, wenn du zu uns kommst, vergiss alles, was du bisher gemacht hast. Wir sind Mittelstand, wir ticken ein Stück anders.“

Neugierig geworden? In Folge #15 gibt es viele weitere spannende Fragen, über die wir gemeinsam philosophieren. Hört und abonniert „Philosoph“ bei eurem Lieblings-Streaming-Service oder spielt ihn einfach direkt hier im Web-Player ab.

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38 Minuten
mit Bettina Dietsche von Allianz SE

Unser Podcast „Philosoph“ ist zurück aus der Sommerpause! Und direkt geht es weiter wie gewohnt: mit hochkarätigen Gästen aus der Versicherungsbranche. Für Episode #14 haben wir Bettina Dietsche eingeladen, Chief People & Culture Officer bei Allianz SE. Mit ihr haben wir über das Thema Transformation bei einem der wirklich „großen Tanker“ der Branche philosophiert.

Mehr als nur Ressourcen Bettina ist tief im Versicherungs-Business verwurzelt, denn schon seit 25 Jahren ist sie im Bereich Technologie-Transformation und IT Operations tätig. Daraus ergibt sich für sie eine besondere Haltung gegenüber dem Begriff „Human Resources“, denn Ressource ist für Bettina eher ein Begrifflichkeit, die sie für Hardware oder Software verwendet hat, und nicht für Menschen.

„Es sind nicht so sehr die Ressourcen, sondern vielmehr der Mensch und das Persönliche und das, wie jeder gerne gesehen werden möchte, wie er sich entwickeln möchte und wie die Technologie natürlich am Ende hier den Schwerpunkt setzt.“

„People & Culture“ trifft es also deutlich besser. Und wie wichtig nicht nur die Begrifflichkeit, sondern auch die Thematik rund um die kulturelle Transformation für sie ist, das wird in unserer Podcast-Folge definitiv deutlich!

Wann war der persönliche Wendepunkt? Der Wendepunkt für Bettina liegt noch nicht lange zurück. Vor fünf Jahren, so Bettina, hätte sie die Frage, wie Veränderung vorangetrieben wird, vermutlich noch technischer beantwortet: Es brauche nur die richtigen Tools und die richtige Digitalisierung. Turbulente Zeiten haben aber gezeigt, dass das nicht ausreichend ist. Turbulente Zeiten habe ihr jedoch gezeigt, dass die Kultur und das Mindset den Wandel ausmachen. Denn daraus ergeben sich eine erhöhte Geschwindigkeit, eine erfolgreiche Umsetzung und eine bessere Reflektion durch eine gesunde Fehlerkultur.

Der Wandel kommt jedoch nicht von alleine, und für ein Unternehmen von der Größe einer Allianz braucht es die richtige Strategie. Für Bettina fängt es schon damit an, wie man darüber spricht. Außerdem muss die Führungsebene die Kultur vorleben - nicht nur vorspielen, sondern es ernst meinen. Das macht es authentisch. Dazu gehört auch, dass Fehler zugegeben werden und offen kommuniziert wird, dass nicht alles einfach ist. Im Endeffekt betrifft dies jedoch alle Personen im Unternehmen.

„Ich bin ein großer Verfechter davon, dass Kultur keine Sache ist, die du als Kampagne von oben runterfährst, sondern Kultur ist jeder von uns. Mein ganz simpler Spruch für Kultur heißt: Ich verhalte mich so, wie wenn keiner mich beobachtet. Das ist Kultur, weil ich meine Werte habe, meinen Glauben habe, meine Überzeugungen habe.“

Eine neue Kultur leben – das ist Arbeit, das bedeutet zu lernen. Hier sieht Bettina einen verbindenden Aspekt, der auch international von Bedeutung ist. So muss das Lernen Teil der DNA werden und neue Themen müsen klar vermittelt werden, wie z.B. das Aufkommen von generative AI wie ChatGPT, was keine Angst erzeugen soll. Stattdessen sollten wir gemeinsam lernen, diese Tools für eine effektivere Arbeit zu verwenden.

Nicht nur gut auf LinkedIn dastehen 28.000 neue Mitarbeiter:innen hat die Allianz allein im letzten Jahr eingestellt. Das ist eine gute Quote, jedoch, so betont Bettina, ist die große Challenge nicht die Menschen einzustellen, sondern sie zu halten. Die Märkte haben sich geändert. Besonders in UK und in den USA lässt sich beobachten, dass Unternehmen sich eher bei den Fachkräften bewerben müssen und nicht andersherum. Das heißt, dass es immer wichtiger wird, nicht nur nach außen gut zu wirken, sondern tatsächlich eine positive, offene Kultur zu leben, für die Menschen auch beim Unternehmen bleiben wollen.

Neugierig geworden? In Folge #14 gibt es viele weitere spannenden Fragen, über die wir gemeinsam philosophieren.

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15 Minuten
mit Michael Carl und Mathias Harrassowitz

Folge #13 ist die letzte Folge bevor wir uns kurzzeitig in die Sommerpause verabschieden und die Zeit in der Sonne genießen, um neue Energie für philosophische Gedankengänge zu tanken. Diesmal wollen wir zurückblicken. Zurück auf 13 spannende Folgen mit herausragenden Gästen. Zurück auf spannende Diskussionen und neue Erkenntnisse. Außerdem sprechen Mathias und Michael über die Entwicklungen bei Sapiens und Change-Management.

An dieser Stelle möchten wir uns auch bei euch bedanken, die immer zuhören und am Diskurs teilnehmen. Wir freuen uns immer über euer Feedback zu den Folgen und über eure Ideen und Anmerkungen. Kommentiert bei Social Media, nehmt an unseren Spotify Umfragen teil oder schreibt uns eine Nachricht (mailto:sc-kommunikation@sapiens.com).

Die nächsten Folgen sind bereits geplant, also bleibt gespannt auf das, was noch kommt!
46 Minuten
mit Valentina Brebenaru von nexible

Immer einen Mehrwert für den Kunden bieten Nexible ist ein Unternehmen, das 100 % auf digital setzt. Doch das, was „digital“ kann, ändert sich stetig. Kommen die Kunden da noch hinterher? Einer der vier Grundsätze für nexible besteht darin, dass es immer einen Mehrwert für die Kunden geben muss. Anonyme Testings mit definierten Zielgruppen bringen immer wieder Überraschungen, so Valentina. Aber ist es sinnvoll, immer nur das zu bedienen, was die Kunden glauben zu wollen? Weiß der Kunde immer, was er braucht? Die digitale Landschaft hat sich kürzlich durch die Einführung von KI-Services verändert. Hier stellt sich die Frage, ob dies eher ein Fluch oder ein Segen ist.

„Als Insurtech kannst du nur froh sein, wenn solch ein neuer Schritt bei den Technologien gegangen wird. Denn so lernen auch die Kunden, so etwas zu benutzen.“

Gerade bei der Funktionalität von Chatbots haben sich viele Menschen lange Zeit schwergetan und haben diese als „nicht ausreichend“ abgestempelt, während sich jetzt zeigt, dass Chatbots von der breiten Masse durchaus im Alltag genutzt werden.

Bleiben die großen Tanker in der Versicherungsbranche bestehen? Technologie ermöglicht es auch kleineren Playern, mit den großen mitzuhalten. Bedeutet dies das Aus für die großen Tanker? Valentina ist sich in dieser Hinsicht nicht so sicher und sieht diese Entwicklung in den nächsten fünf Jahren eher nicht.

Für viele Versicherungsformen bietet es sich an, um in der Metaphorik zu bleiben, sich ein Schnellboot dazu zu holen, um schnell manövrieren zu können. Mit nur einem Schnellboot eine Lebensversicherung aufbauen, das geht hingegen nicht.

Mathias vergleicht die derzeitige KI-Welle mit dem entscheidenden iPhone-Moment, der die Industrie in eine neue Richtung weist und ein neues Zeitalter einläutet. Dem widerspricht Valentina nicht grundsätzlich, jedoch glaubt sie, dass es noch gut 10-15 Jahre dauern wird, bis die Technologie flächendeckend in der Versicherungsbranche angekommen ist. Das liege derzeit aber auch daran, dass Investitionen in den Sparten noch zu hoch sind und es an Mut fehle, diese zu tätigen. Dafür brauche es den Push von hinten, von den großen Tankern, die die kleinen nach vorne schieben.

Eins ist aber klar: Früher oder später ist die Veränderung das kleinere Risiko, als am Status Quo festhalten zu wollen.

Neugierig geworden? In Folge #12 gibt es viele weitere spannenden Fragen, über die gemeinsam philosophiert wird. Hört und abonniert „Philosoph“ bei eurem Lieblings-Streaming-Service oder hört ihn einfach direkt hier im Web-Player. „Philosoph“ erscheint zweiwöchig am Dienstag. Folgt Sapiens Germany auf Social Media für mehr Updates! „Philosoph – der andere Versicherungspodcast“ ist eine hauseigene Produktion von Sapiens.
50 Minuten
mit Christoph Biallas & Daniel Chennaoui von AllyWell

Geht Therapie auch digital? Die Anzahl der nach psychologischer Hilfe suchenden steigt: 1,5 Millionen Kinder in Deutschland benötigen psychologische Hilfe und bekommen keine. Genügend Therapeut*innen gibt es, jedoch zu wenig Kassensitze, um diese abzurechnen. Die steigenden Zahlen sind laut Christoph nicht nur folgenden der Coronapandemie. Die Diagnose verfahren sind besser geworden und die junge Generation ist wacher, was ihre mentale Gesundheit angeht. So gibt es zwar immer noch viele Stigmata, aber der Austausch und die Umgang mit der psychologischen Gesundheit ist offener und führt dazu, dass das erlernte Vokabular psychische Probleme erkennbar machen.

Eine frühe Diagnose, bzw. präventives handeln, bevor es zum akuten Krankheitsbild kommt, ist besonders wichtig, denn über die Hälfte der psychischen Erkrankungen manifestieren sich vor dem 19. Lebensjahr.

Aber was macht man mit dem Elefanten im Raum? Die Zahlen belegen, dass es ein höheres Angebot geben muss. Ist es also nur eine Frage der Kosten? Wie bereits in unserm Podcast mit Walter Capellmann festgestellt worden ist, haben wir in Deutschland Krankenkassen und keine Gesundheitskassen, was zur Folge hat, dass es eine Hürde gibt Hilfe zu beanspruchen und erst gezahlt wird, wenn bereits akute Probleme vorliegen. Christoph und Daniel wollen weiter vorne Ansetzen: Nicht, indem sie die Psychotherapie ersetzen, sondern indem hilfesuchende Kinder und Jugendliche mit persönlichen, professionellen Coaches Resilienz aufbauen.

Geht Therapie auch digital?

Es gibt zwar Maßnahmen und Übungen, die für die mentale Gesundheit hilfreich sind, aber ohne einen Therapeuten der diese Begleitet, können diese nicht immer effektiv genug sein. Eine App, mit der man automatisch glücklich wird, kann man nicht anbieten und das persönliche Gespräch kann nicht ersetzt werden.

„Wir sollten doch damit rechnen, dass der Goldstandard, das persönliche Gespräch, nicht ohne Grund der Goldstandard ist. Wir haben uns nur die Frage gestellt, wie wir das vertrauensvolle, das persönliche Gespräch einfach verfügbarer machen, zugänglicher machen können. Platt heißt das: die App ist eigentlich zwischen den Gesprächen da (…) und sie sorgt dafür, dass diese persönlichen Gespräche nicht immer nur in einem physischen Raum stattfinden müssen, sondern auch mal in einem digitalen Raum.“

Das Medium Chat, bietet dafür eine solide Grundlage, da es für die meisten jugendlichen der häufigste genutzte Kommunikationskanal ist. Außerdem ist Therapie nicht linear. Asynchrone Kommunikation kann sowohl für die Patienten, sowie auch für die Therapeuten hilfreich sein: für die Patienten, indem sie ihr Anliegen zu jeder Zeit festhalten können und für die Therapeuten, indem sie sich konkret auf das Anliegen vorbereiten können.

„Als wirtschaftlich getriebenes Unternehmen dürfen keine Psychotherapie anbieten, wir wollen es auch nicht und wir können es auch nicht. Das ist nicht unser Anspruch! Was wir aber gemerkt haben ist, dass die Art und Weise wie Prävention und Therapie funktionieren, nicht aus Prinzip unterschiedlich sein müssen. Im Gegenteil: Resilienz aufbauen Selbstsicherheit gewinnen, mit Angst umgehen lernen. Das sind die gleichen Themen erstmal. Und die kann man sehr ähnlich behandeln.“
44 Minuten
mit Clemens Reidel, CIO von Movinx

Folge #10 unseres anderen Versicherungspodcasts ist online! Statt auf die letzten zehn Folgen von Philosoph zurückzuschauen, schauen wir lieber in die Zukunft. Unsere Moderatoren, Zukunftsforscher Michael Carl und Mathias Harassowitz, haben dafür Clemens Reidel, CIO bei Movinx eingeladen um über embedded Insurance und Mobilität zu diskutieren.

Mobilität verbindet Menschen. Ist das Auto die Zukunft? Movinx hat sich darauf spezialisiert embedded Insurance in der individuelle Mobilität anzubieten. Das bedeutet, Versicherung soll beim Kauf, mieten oder Abo von persönlichen Fahrzeugen unsichtbar gemacht werden. Die Einstellung zum Auto Besitz hat sich in den letzten Jahren ziemlich verändert. Einst ein Status-Symbol und positiv besetztes Besitztum, zeichnet sich vor allem bei der jüngeren Generation ein schlechtes Bild ab. Ein genauen Fahrplan wohin die Reise geht hat Clemens nicht, aber klar ist, dass Commitment zur Elektrifizierung und die Tendenz zu Abo- und Sharing-Modellen.

Die beste Customer Experience, ist keine Customer Experience. Movinx soll es möglich machen: Autokauf, ohne über Versicherung nachzudenken. Aber geht das Überhaupt und ist man nicht dadurch ersetzbar? Denn wenn man es wirklich gut macht, dann merkt es niemand. Und was niemand merkt, das ist auch leicht austauschbar. Das ist für Clemens aber keine größere Sorge, stattdessen hält er ein Umdenken in der Branche für nötig. So argumentiert er, das es ja auch nicht normal ist, dass Beispielsweise die Namen der Zulieferer von Autoteilen auf dem fertigen Auto stehen – weshalb sollte das bei den Versicherungen anders sein?

Was machen beim Schaden? Bei Embedded Insurance steht nicht der Versicherungskauf, sondern der Autokauf im Vordergrund, aber wie kann der Käufer dann seinen Schaden melden und wie können Versicherungstarife überhaupt berechnet werden? Abhilfe sollen hier Daten liefern. Unteranderem die, die bereits beim Autokauf übermittelt werden, aber es wird auch retrospektiv auf Telematik Daten gesetzt.

„Das Problem mit den bestehenden Telematik-Tarifen ist, dass die von vornherein als Discountmethode verkauft worden sind. Wir müssen aus der Gedankenecke raus, dass Telematik eine Möglichkeit für schlechte und junge Fahrer ist um noch eine halbwegs erträgliche Versicherungsprämie zubekommen, sondern dass Telematik eine Möglichkeit ist Verbrauchsabhängig und Verhaltensabhängig tarifiert zu werden. Das ist im vornherein in fast allen Märkten falsch eingetütet worden“

Gibt es in Zukunft die All-in-one Lösung? Spinnt man den Gedanken weiter unsichtbar Mobilität zu versichern, dann stellt sich die Frage, warum sie die Versicherung nur auf einen Bereich ausrichtet. Wäre es nicht denkbar, dass es ein Versicherungsprodukt für jede Form von Mobilität gibt? Ganz so einfach ist es derzeit leider nicht. Das liegt zum einen an den strengen Regulatorien, aber auch daran, dass auch die Käufer dazu bereits sein müssten zu zahlen. Außerdem kann auch der Fall auftreten, dass der Kunde überversichert ist, so Clemens. Embedded Insurance wird also mit großer Wahrscheinlichkeit immer wichtiger und häufiger werden. In Zehn Jahren wird es jedoch wahrscheinlich nicht so sein, dass man Versicherungen nur noch embedded abschließt.
49 Minuten
mit Mark Klein, CDO ERGO

Wir freuen uns darüber in Folge #09 niemand anderes als Mark Klein, CDO von ERGO als Gesprächspartner bei „Philosoph – dem anderen Versicherungspodcast“ zu haben. Seine Begeisterung für Virtual Reality und Metaverse hat bereits neue Wege der Kommunikation bei der ERGO ermöglicht und heute stellt er sich den Fragen unserer wissenshungrigen Moderatoren, Mathias Harrassowitz und Michael Carl. Wir wollen wissen, was treibt die Entwicklungen voran, wo ist der Mehrwert zu bisherigen Modellen, wie verschieben sich die Realitätsgrenzen und wie können Versicherer das Metaverse nutzen?

Treffen im Metaverse, statt Videomeeting? Auch wenn die Technik noch ausbaufähig ist und die VR-Brillen noch zu teuer sind um für jedermann zugänglich zu sein, sieht Mark ein unglaubliches Potential in Virtual Reality. Seit 2019 ist er selbst Besitzer einer VR-Brill und hat seinen Enthusiasmus in den Betrieb gebracht. Denn, ihn interessiert, wohin die Reise geht. Auch Mobiltelefone wurden einst falsch eingeschätzt, aber sind heute nicht mehr weg zu denken. Eins ist klar, wenn man jetzt nicht schon versucht die Technologie richtig zu nutzen, dann wird man wenn es soweit weit ist, den Rückstand nicht mehr einholen können.

Bis wir VR in der Versicherungsbranche flächendenkend finden, wird es wahrscheinlich noch eine Weile brauchen, aber die Anwendungsfälle sind vielfältig: Remote Arbeiten, Demonstration von Schadensfällen, Visualisierung von Versicherungsprodukten.
46 Minuten
mit Walter Capellmann von DELA

Was gibt es Philosophischeres als über den Tod zu sprechen? Das mag zunächst makaber klingen, aber Walter Capellmann von der DELA bringt uns das Thema Sterbegeld- und Lebensversicherung auf charmante Art und Weise näher. Zusammen mit unseren Hosts, Mathias Harrassowitz und Michael Carl, wird über die kulturellen Unterschiede bei dem Umgang mit dem Tod, über die Entwicklungen im deutschen Markt und über das, was die DELA in der Zukunft bewirken möchte.

Die Historie der DELA Walter Capellmann ist in der Branche nicht nur bekannt, weil er Mitinitiator der DIA ist, sondern nicht zuletzt, weil er CEO des deutschen Ablegers der DELA ist. Die Geschichte der DELA beginnt 1937 in der Niederlanden. Nicht als Versicherungsunternehmen, sondern als Bestatter Vereinigung. Daraus erklärt sich, die heutige Spezialisierung auf Sterbegeld- und Lebensversicherungen. Im deutschen Markt ist die DELA erst seit 2018 tätig.

Kulturelle Unterschiede Walter erklärt uns, wie verschieden die Niederlande und Deutschland mit dem Thema Sterben umgehen:

„Wenn man sich die Menschen in den Niederlanden anschaut (…), dann reden die offen, auch in der Familie, über Sterben. Dann reden die auch drüber, was an dem Tag passieren soll, was geschehen soll, und wie man dafür eine Absicherung haben kann. Es ist auch so, dass drüben mit dem Bestatter auch sämtliche Wünsche besprochen werden können und auch erfüllt werden können.“

Aber auch in Deutschland scheint sich der Umgang mit dem Thema zu verändern. So wächst der Wunsch nach einem würdevollen Abschied, bei dem sich daran orientiert wird, wie man gelebt hat, und einem nicht vom Pfarrer Worte in den Mund gelegt werden, so Walter.

Sollten Beerdigungen mehr Disney-tauglich werden? Keine Frage, für so ein schweres Thema braucht es gute, einfühlsame und angemessene Beratung. Aber womöglich könnte es durch ein anderes Verhältnis dazu, bessere Betreuung geben. So kommt die Frage auf, ob es nicht, wenn es schon einen „Wedding Planner“ gibt, nicht auch ein „Funeral Planner“ geben? Dafür ist aber auch Vertrauen in Kompetenz ein wichtiges Thema. Denn zu der Planung gehören auch Themen, die erstmal nicht offensichtlich sind, wie Wohnungsauflösungen oder Entrümpelungen.

Neugierig geworden? In Folge #08 gibt es viele weitere spannenden Fragen, über die gemeinsam philosophiert wird.

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53 Minuten
mit Burkhard Oppenberg von Gothaer

In der neuen Folge von „Philosoph – der andere Versicherungspodcast“ steht das Thema IT und Agilität im Fokus der Expertenrunde. In Folge #07 ist Burkhard Oppenberg, CIO der Gothaer, zu Gast und stellt sich den Fragen und Beobachtungen unserer Hosts: Zukunftsforscher Michael Carl und CBDO Mathias Harrassowitz von Sapiens.

Kann der demographische Wandel der IT gerecht werden? Ist Agilität die Lösung? Wie geht die Gothaer mit dem schnellen Wandel um? Über das und noch viel mehr wird in der neuen Folge von „Philosoph“ diskutiert und philosophiert.

Big Bang oder Evolution? Agilität ist für Burkhard Oppenberg positiv besetzt und noch kein überinflationär benutzter Begriff. Als „agilen Papst“ möchte er sich jedoch auch nicht bezeichnen. Agil sein bedeutet, dass bisherige Prozesse optimiert werden und IT und Fachbereiche besser zusammenarbeiten können.

Bei der Gothaer habe man beispielsweise auch schon vor der Corona-Pandemie daran gearbeitet, den Mitarbeitenden Mobilität bei der Wahl des Arbeitsplatzes zu ermöglichen. Doch die pandemiebedingten Umstellungen waren nichtsdestotrotz für die IT und auch alle anderen Fachbereiche zunächst ein Kulturschock. Der damit verbundene Wandel hat jedoch durchaus wichtige Prozesse vorangetrieben und das Unternehmen effizienter gemacht.

„Wenn es darauf ankommt, können die Leute sich verändern. Und dann kriegen wir auch plötzlich ein ganz anderes Tempo in der Gesellschaft, wenn wir diesen Grundkonsens haben, dass es möglich ist.“

Kommende Veränderungen sollen sich allerdings doch eher evolutionär entwickeln, als dass ein Big Bang von Nöten wäre.

Die Signifikanz der IT Im Banken- und Versicherungsbereich fehlt Burkhard bislang das Verständnis für die Relevanz von IT, welches seiner Meinung nach in technologiegetriebenen Unternehmen eher zu finden ist. So müsse klar werden, dass IT Teil des Business‘ ist.

Nicht zuletzt durch die drastischen Entwicklungen rund um KI-Modelle muss damit gerechnet werden, dass diese die derzeitigen Arbeitsweisen ändern werden und es Mitarbeitende geben muss, die diese komplexen Technologien verstehen. Daher sollten sich Unternehmen schon frühzeitig der Rekrutierung in diesen Bereichen annehmen. Zudem rechnet Burkhard mit einer deutlichen Konsolidierung von Unternehmen, da anstehende Investitionen in Technologie-Infrastruktur nicht von allen Playern gestemmt werden können. Bereits jetzt sieht er bei kleineren mittelständischen Unternehmen die Investitionsproblematik.

IT darf also nicht separat behandelt werden, sondern muss in alle Fachbereiche des Unternehmens integriert werden, damit Versicherer weiterhin zukunftsgerecht aufgestellt sind.

Neugierig geworden? In Folge #07 gibt es viele weitere spannenden Fragen, über die gemeinsam philosophiert wird.

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48 Minuten
mit Christian Pedak von Lamie.io

In Folge #06 unseres „anderen“ Versicherungspodcasts wollen wir über digitalen Humanismus sprechen. Dabei geht es darum, sicherzustellen, dass die Technologie dem Menschen dient und nicht umgekehrt. Dafür haben wir Christian Pedak eingeladen, CEO des österreichischen Insurtechs Lamie io.

Worum geht es beim digitalen Humanismus? Technologie bringt viele Chancen, aber auch Gefahren mit sich. Denn da, wo Daten sind, gibt es auch die Möglichkeit, diese zu missbrauchen. Was mit den eigenen Daten passiert, was tatsächlich ausgewertet wird, das ist in der Regel wenig ersichtlich. Und auch wenn man sich an diese Umstände gewöhnt hat, sollte man nicht aufhören, über die Auswirkungen des digitalen Zeitalters zu diskutieren.

Aber was ist der Ansatz? Ist Datenerhebung verwerflich? Nein, so ist es Christian wichtig zu betonen, dass er nicht gegen Datenerhebung als solche ist. Es sei eher die Frage nach dem „Wie“. Im besten Fall sollte sich vorher überlegt werden, welche Daten erfasst werden sollten. Denn Daten können auch für Empowerment genutzt werden, da dadurch Menschen identifiziert werden können, die Hilfe benötigen. Besonders hier sieht Christian die Verantwortlichkeit der Versicherer, mit dem Solidaritätsprinzip als Eckpfeiler.

Wird der technologische Fortschritt damit eingeschränkt? Ohne die Masse an Daten, die über Jahre gesammelt worden sind, hätten Künstliche Intelligenzen nicht entwickelt werden können. Ist es daher nicht auch ein Ansatz, dass Daten erst einmal erhoben werden und dann im Nachgang überlegt wird, wie diese genutzt werden? Christian sieht hier auch einen kulturellen Unterschied. Bei den Amerikanern wird nach diesem Prinzip gearbeitet. Mit der europäischen Sicht, dass Daten geschützt werden müssen und Personen gehören, ständen wir uns selbst im Weg und manchmal müssten Dinge auch ausprobiert werden können. Die Grenze zu ziehen ist jedoch schwierig: „Ich kann ja auch nicht mit scharfen Waffen um mich schießen, um diese auszuprobieren. Das bekomme ich nicht mehr in den Griff.“ So lässt sich das Recht darauf, vergessen zu werden, kaum noch aufrechterhalten, wenn man sich die Entwicklung von KIs anschaut. Doch noch sagt Christian, liege es in unserer Macht, dies zu ändern.

Kommunikation Die digitale Kommunikation hat in den letzten Jahrzehnten eine tiefgreifende Veränderung unserer Gesellschaft bewirkt. Wir kommunizieren nun auf neue Weise, nutzen soziale Medien und andere digitale Plattformen, um miteinander zu interagieren und Informationen auszutauschen. Diese Veränderung hat auch zu einer Verschiebung des Wissensprivilegs geführt, da nun jeder Zugang zu einem Forum hat, um seine Meinung zu äußern und Informationen zu teilen.

Diese Veränderung hat sowohl positive als auch negative Auswirkungen. Auf der einen Seite können wir nun viel einfacher und schneller mit anderen Menschen kommunizieren und Informationen teilen, was eine enorme Chance bietet. Auf der anderen Seite kann es auch problematisch sein, dass jeder ungefiltert seine Meinung äußern und Informationen teilen kann, ohne dass es eine Garantie für deren Richtigkeit oder Qualität gibt.

In diesem Zusammenhang sieht Christian Versicherungsunternehmen als die Speerspitze der Verantwortlichkeit. Versicherungsunternehmen haben Zugang zu einer großen Menge an Daten und Informationen über Menschen und Unternehmen, die sie nutzen können, um Risiken zu bewerten und Versicherungsentscheidungen zu treffen. Es ist wichtig, dass Versicherungsunternehmen bei der Verwendung dieser Informationen verantwortungsvoll handeln und sicherstellen, dass die Informationen, die sie nutzen, vertrauenswürdig und relevant sind. Wenn dies nicht der Fall ist, können sie ungewollt dazu beitragen, dass falsche Informationen und Meinungen verbreitet werden, was wiederum negative Auswirkungen auf die Gesellschaft haben kann.
45 Minuten
mit Hendrik F. Löffler von Funk

Die Gleichzeitigkeit ungleichzeitiger Phänomene

In Episode #5 haben wir Hendrik F. Löffler, geschäftsführender Gesellschaft der Funk Gruppe, als Gast beim „Philosoph“ eingeladen. Zusammen sprechen wir diesmal über die Transformation von Industrie und Gewerbe.

Funk versteht sich Systemhaus für Risikolösungen und Dienstleistungen. Neben der Beratung in Versicherungs-Fragestellungen hat Funk auch eine ganzheitliche Risikomanagement Beratung als Dienstleister für die Kunden mit an Bord. Vor diesem Hintergrund wollen wir daher darüber philosophieren, wie sich die Wahrnehmung der Unternehmen in den letzten Jahren verändert hat und welche Risiken in Zukunft auf uns zukommen könnten.

Wie erleben die Kunden die aktuelle Situation? Hendrik Löffler hat beobachtet, dass die Entwicklungen der letzten Jahre den Horizont vieler Unternehmen erweitert haben und gezeigt haben, dass Prävention notwendig ist. Viele Unternehmen machen sich derzeit größere Sorgen als Hoffnungen auf Rückkehr zur Sicherheit.

Nach zweieinhalb Jahren Pandemie, was vor fünf Jahren noch undenkbar gewesen wäre, hat der russische Angriffskrieg einen weiteren Super-GAU verursacht. Sowohl die Bevölkerung als auch die Unternehmen haben viele Sorgen.

Die Transformation scheint sich auf vielen Ebenen gleichzeitig zu vollziehen: Fachkräfte sind ein knappes und begehrtes Gut, fossile Rohstoffe werden verabschiedet, neue Lieferketten entstehen und die Digitalisierung schreitet voran.

Niemand weiß genau, wohin die Reise geht und an welchem Punkt wir uns derzeit befinden, nicht zuletzt aufgrund der Gleichzeitigkeit ungleichzeitiger Phänomene, so Michael.

Die Rahmenbedingungen haben sich geändert. Im Risikomanagement geht es darum, Unsicherheiten zu erkennen, die vom eigentlichen, unternehmerischen Plan abweichen. Die neueren Umstände sorgen aber für eine neue Komplexität in der Identifikation und gleichzeitig zu einem neuen Verständnis der Unternehmen für die Wichtigkeit.

„Auch unter Berücksichtigung aller politischen Willenserklärungen und sicherlich auch der Notwendigkeit einer Transformation sind die Rahmenbedingungen zwischenzeitlich ja so schwierig vorhersehbar geworden, dass wir gar nicht mit abschließender Sicherheit sagen können, dass wir uns gänzlich von fossilen Rohstoffen verabschieden oder eine Welt, wie wir das vor sieben Jahren noch geglaubt haben, in Friede, Freude, Eierkuchen haben, sondern das Gegenteil ist eingetreten.“

Wir können nicht einfach einen Hebel umlegen. Nachhaltige Praktiken sind für die Zukunft unabdingbar, jedoch ist die Veränderung ein fortlaufender Prozess, eine Reise und kann nicht von heute auf morgen passieren. Gerade bei vielen mittelständischen Unternehmen muss man diese Reise systematisch angehen, bevor der Stöpsel gezogen wird.

Hendrik Löffler betont, dass er daran glaubt, dass diese Transformation funktioniert, wenn wir dies in der Gesellschafft fair und partnerschaftlich angehen. Unternehmen müssen sich jedoch auch an die neuen Wertevorstellungen der jüngeren Generationen anpassen. Nicht zuletzt aus dem Aspekt der Rekrutierung, denn viele jüngere Menschen sind nicht mehr dafür bereit, für nicht Nachhaltige Geschäftsmodelle zu arbeiten.

„Wir wissen alle, dass das das, was in der Vergangenheit gewesen ist, sicherlich nicht mehr Basis sein kann für zukünftiges Leben und Wirtschaften in jeglicher Hinsicht.“

Neugierig geworden? In Folge #05 gibt es viele weitere spannenden Fragen, über die gemeinsam philosophiert wird.

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Philosoph – der andere Versicherungspodcast ist eine hauseigene Produktion von sum.cumo Sapiens.
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